Organist Othar Chedliviki zu Gast 

Musikalischer Zwischenstopp in Rönsahl  

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Organist Othar Chedlivili (rechts) begeisterte das Publikum.

Rönsahl - Eine Stunde Orgelmusik pur gab es am Sonntagabend in der Servatiuskirche. Kein Zwischenapplaus, keine Erläuterungen zu den Komponisten und ihren Werken – die Zuhörer waren allein mit der Musik, ihren Gedanken und Gefühlen. Sogar die obligatorische Zugabe entfiel.

Orgelspielen sei Arbeit, beschied Alfred Kraft, der für den französischen Organisten übersetzte und für Othar Chedlivili die Register zog.

Tatsächlich hatte Organist Othar Chedlivili viel Zeit und Mühe auf das Konzert verwandt. Der Abend in Rönsahl war Teil einer kleinen Tournee durch die Region. Am Freitag wird Chedlivili erneut auf einer Kleine-Orgel spielen, diesmal in Eckenhagen. Die Eckenhagener Orgel war ebenfalls von der Firma Fasen restauriert worden, seitdem kennen sich die Presbyterien und Kirchenmusiker der beiden Gemeinden.

Die Besucher lauschten am Sonntag konzentriert dem Konzert in der Rönsahler Servatiuskirche.

Der persönliche Kontakt hatte auch das Konzert in Rönsahl ermöglicht. Allerdings hat die Orgel in der Servatiuskirche nur ein Manual, auch die Pedale sind seit ihrer Restaurierung reduziert, ein Umstand, den der Organist bei der Auswahl seines Programms berücksichtigen musste. Weil jede Orgel ihre eigenen Besonderheiten hat, ist Chedlivili mit drei verschiedenen Programmen unterwegs.

In Rönsahl war er schon am Samstag gewesen, um sich auf der Orgel einzuspielen. Das Konzert eröffnete er mit einer Pastorella von Frantisek Xaver Brixi, gefolgt von Tänzen, Fugen und Galanterie-Stücken von Jean-Philippe Rameau, Georg Philipp Telemann, Givambattista Pescetti, Max Keller und John Stanley – ein Querschnitt durch die europäische Barockmusik.

Bekannt vorgekommen sein dürften den Zuhörern zwei Choräle von Johann Sebastian Bach: „Christ lag in Todesbanden“ und „Jesu meine Freude“. Lediglich das letzte Stück fiel aus dem Rahmen. Die „Occitanie impression“ des zeitgenössischen Komponischen Hans-André Stamm nahm Bezug zur südfranzösischen Heimat des Organisten.

Der 75jährige ist Domorganist in Montpellier, unternimmt aber auch europaweit Konzertreisen. In Rönsahl erlebten die zahlreichen Zuhörer das gesamte Spektrum an Klangfarben, die die Kleine-Orgel zu bieten hat. Die Freunde der Orgelmusik kamen an diesem Abend auf ihre Kosten, ein weiteres Konzert stellte Kirchmeister Traugott Zentz etwas vage in Aussicht: „Wir haben da etwas im Auge – so im Juli.“

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