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Eine Stadt ohne Taxis: Mietwagen müssen es richten

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Von: Johannes Becker

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Mal eben ein Taxi rufen? Das geht in Kierspe nicht mehr. Bereits im vergangenen Jahr hat „Fee Taxi“ seinen Betrieb eingestellt. Jetzt sind nur noch Fahrten nach Voranmeldung möglich.
Mal eben ein Taxi rufen? Das geht in Kierspe nicht mehr. Bereits im vergangenen Jahr hat „Fee Taxi“ seinen Betrieb eingestellt. Jetzt sind nur noch Fahrten nach Voranmeldung möglich. © © Andreas Rother

Wer abends um 21.58 Uhr, aus Gummersbach oder Köln kommend, mit dem letzten Zug in Kierspe eintrifft, kann sich nicht mal eben ins Taxi setzen, um die letzten Kilometer ins Dorf zu fahren – denn klassische Taxis verkehren in Kierspe bereits seit dem vergangenen Jahr nicht mehr.

Kierspe - „Corona hat uns den Todesstoß versetzt“, sagt Jakob Bart, der bis zum vergangenen Jahr die Firma „Fee Taxi“ betrieb und dessen neues Unternehmen nun unter „Fee’s Fahrdienst“ firmiert. Spätestens seit Corona die Mobilität der Menschen und damit auch der Taxi-Kunden beeinflusse, sei das Geschäft noch unrentabler geworden. „Das hat sich einfach nicht mehr gerechnet“, sagt Bart auf Nachfrage der Meinerzhagener Zeitung.

Schon lange habe das Unternehmen sein Geld vor allem mit Kranken- und Kurierfahrten verdient. Und dieses Geschäft will Bart auch fortführen. So ist dann auch auf den Wagen seiner neuen Flotte zu lesen, dass er neben Bahnhof- und Flughafentransfers vor allem Krankenfahrten anbiete, um Patienten zur Dialyse-, zur Chemo- oder Strahlentherapie zu befördern. Möglich seien auch Rollstuhl- oder Liegendtransporte, sagt Bart.

„Wir bieten aber auch nach wie vor Einkaufsfahrten an. Nur ist das alles nicht mehr spontan möglich, sondern auf Vorbestellung und nach Terminabsprache“, so der Kiersper Unternehmer.

Diesen Service bietet das Unternehmen seinen Kunden täglich von 6 bis 18 Uhr an. In der Zeit von 18 bis 22 Uhr und freitags von 18 Uhr bis 5 Uhr am Samstagmorgen ist eine frühere Mitarbeiterin mit einem der Fee-Wagen unterwegs, um die Fahrgäste durch die Nacht zu bringen. Allerdings sollte auch für diese Fahrten möglichst eine Vorbestellung vorliegen, die über die Rufnummer von „Fee’s Fahrdienst“ vereinbart werden kann – Krankenfahrten seien nach Absprache auch zu anderen Zeiten möglich, schiebt Bart noch nach.

Um angepasst an die Kundenwünsche fahren zu können, werde derzeit der Fuhrpark erneuert. Sieben Fahrzeuge – darunter auch ein Transporter – sollen letztlich den Kunden zur Verfügung stehen, von denen jetzt mindestens drei bis vier täglich unterwegs seien, wobei die Wege auch oft nach Essen oder Köln in Spezialkliniken führen würden.

Kontakt

Wer einen Termin mit „Fee’s Fahrdienst“ vereinbaren möchte, erreicht diesen unter der in Kierspe bekannten Rufnummer 0 23 59/90 20 20.

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