Gebäudereinigung: Eine saubere Sache?

Gute Aussichten für die Stadt: Durch die Umorganisation der Reinigung von städtischen Gebäuden spart die Stadt künftig mehr als 150 000 Euro pro Jahr. - Symbolbild: Alisa Kannapin

Kierspe - Rein in die Zukunft: Kämmerer Olaf Stelse will bis 2021 einen ausgeglichenen Haushalt. Um die roten Zahlen zu entfernen, hat Stelse zu Beginn dieses Jahres ein neues Gebäudereinigungsunternehmen beauftragt und die Arbeit umorganisiert. Dadurch spart die Stadt jährlich mehr als 150 000 Euro. Ist es aber wirklich eine so saubere Sache?

Von Matthias Clever

Die Befürchtungen waren groß, die politischen Diskussionen heftig: Rumänen, die die Arbeit unter Tarif erledigen, keine sauber durchgeführte Arbeit – diese und andere Äußerungen sorgten im vergangenen Jahr für Gesprächsstoff. Vor allem aber, weil die damals beauftragte Firma 35 Angestellte entlassen hat.

All das hätte sich nicht in einem solchen Maße bewahrheitet, erklärt die Verwaltung. „Ein Großteil der alten Belegschaft ist übernommen worden“, sagt Stelse auf Anfrage unserer Zeitung. Bisher seien dem Kämmerer der Stadt Kierspe keine großartigen Beschwerden über eine mangelhafte Arbeit bekannt. Seinen Äußerungen nach hat sich die Arbeit inzwischen eingespielt.

Reinigungskräfte: Lohn nach Tarif

Zusammen mit einem Fachbüro hatte die Verwaltung die damals bestehende Gebäudereinigung geprüft. Mit dem Ergebnis, dass es ein großes Verbesserungspotenzial gäbe. Daher ist der Auftrag neu ausgeschrieben worden. Wichtig sei der Verwaltung dabei gewesen, dass die Reinigungskräfte weiter nach Tarif bezahlt würden. Auch sollte den Angestellten nicht mehr Arbeit in kürzerer Zeit zugemutet werden. Einsparen konnte die Stadt hingegen an anderer Stelle.

Olaf Stelse: „Wir haben an einigen Stellen den Reinigungsumfang zurückgefahren – aber überall, wo es nötig ist, wird auch weiterhin so gut geputzt wie bisher.“ Als Beispiel nennt er die Toilettenanlagen in den Schulen. Dort werde täglich gereinigt.

Die Schulen haben Listen mit den Reinigungsplänen und können diese immer abgleichen.

Wegen PCB-Belastung höhere Kosten

Während der Kämmerer im vergangenen Jahr noch mehr als 456 000 Euro für die Reinigung der städtischen Gebäude ausgeben musste, sind es in im kommenden Jahr rund 110 000 Euro weniger. Wegen der PCB-Belastung in der Gesamtschule Kierspe seien die Kosten in 2014 und im Ansatz für 2015 höher als ursprünglich geplant. Ab 2016 rechnet Kämmerer Olaf Stelze fest mit einem Betrag von rund 300 000 Euro. Ab dann spart die Verwaltung jährlich mehr als 150 000 Euro ein.

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