Eine musikalische Region zeigt sich stimmgewaltig

Die Sängervereinigung Vorth-Grünenbaum hatte sich auf höhere Temperaturen eingestellt und trat kurzärmelig auf – aber es war ziemlich kalt, besonders, wenn die Sonne nicht schien.

KIERSPE ▪ „Oben ist eben oben und oben ist top“, so beschrieb Meinerzhagens Bürgermeister Erhard Pierlings, stellvertretend für seine Kollegen aus den Kommunen des oberen Volmetals, die Lage und Qualität seiner Region. Aus Kierspe, Meinerzhagen, Halver und Schalksmühle war ein stattlicher Tross von rund 400 Akteuren und Begleitern am Sonntag zur Landesgartenschau nach Hemer gefahren.

Sie repräsentierten die Region in einem tagfüllenden Bühnenprogramm. Fanfarenzüge, Chöre, Musik- und Tanzgruppen boten dabei ein abwechslungsreiches, breitgefächertes Repertoire. Und dank einer – nach übereinstimmender Meinung hervorragenden Musikanlage – war die Musik auch noch in den entfernteren Regionen des weitläufigen Geländes zu hören.

Im Rahmen des Regionale-Projekts war die Idee entstanden, das obere Volmetal als Region auch auf der Landesgartenschau vorzustellen. Die Verwaltungen der Kommunen sprachen sich ab und organisierten den gemeinsamen Auftritt ihrer Gruppen. Für Kierspe fuhren Dorette Vormann-Berg und Svenja Kelm mit nach Hemer. Natürlich waren auch alle vier Bürgermeister vor Ort, um „ihre“ Gruppen zu begleiten.

Die Fanfarenzug Meinerzhagen 1960 und das Fanfarencorps Landsknechte Halver eröffneten mit Blechblasklang und Trommelwirbel das Programm. Dann kam auch schon die Tanzgarde Schabäuzkes. Die dreizehn Mädchen im Alter von sieben bis vierzehn Jahren führten einen Gardetanz vor, den sie seit Anfang des Jahres geprobt hatten.

Der große Forumsplatz füllte sich nur allmählich, die ersten Gruppen sangen und tanzten vor allem vor den mitgereisten Freunden und Angehörigen. Für Ruthild Eicker von „Voices for Christ“ war das in Ordnung. Sie hatte sich auf „Laufpublikum“ eingestellt. Der Chor mit Sitz in Halver sang christliche Pop- und Gospelmusik und wollte auch in Hemer „Gott die Ehre geben zur Gottesdienstzeit“.

Mit dem Wetter hatten die Akteure Glück. Zwar ging gelegentlich ein besorgter Blick zum Himmel und auch die Eisverkäufer am Rand des Forumsplatzes hatten eher mäßige Umsätze zu verzeichnen, aber es blieb trocken und am Nachmittag kam sogar die Sonne zum Vorschein. Für die Beteiligten war ihr Auftritt eine große Sache. Hinter der Bühne herrschte reges Treiben. Während die einen auf der Bühne spielten, sangen die anderen sich ein oder packten schon wieder die Instrumente zusammen. Und überall waren Volmetaler anzutreffen, die ihren Auftritt mit einem Besuch der Landesgartenschau verbanden. Dabei war vor allem der Jübergturm ein Anziehungspunkt. Von hier aus hatten die Besucher einen hervorragenden Rundumblick.

Volkslieder und Swing

Mittags hatte dann die erste Kiersper Gruppe, der Männerchor unter Leitung von Sofia Wawerla, seinen Auftritt. Die Männer sangen aus ihrem Repertoire Volkslieder, Sakrales, aber auch Operettenchöre. „Die Rose von Burgund“ kam ebenso zu Gehör wie „Spiel mir eine alte Melodie“ oder „Wenn Freunde auseinander gehn“. Das FunOrchestra der Musikschule Volmetal, geleitet von Björn Strangmann, spielte vor allem Jazz und setzte so einen ganz anderen Akzent. „Birdland“, „Girl Talk“ und „I feel good“ waren einige Titel des jungen Orchesters mit Sitz in Schalksmühle. Von dort kam auch der Musikverein „Die Volmetaler“.

Zwei Kiersper Gruppen beendeten das siebenstündige Musikprogramm. Die „Smallbigs“, eine Jugendformation, die aus der Big Band der Musikgemeinschaft hervorgegangen ist, spielte Jazz und Swing. Für die Jugendlichen war es erst ihr dritter gemeinsamer Auftritt, den sie bravourös gestalteten. Am Ende forderte das Publikum eine Zugabe – „Birdland“. Der Gospelchor Alive schließlich beendete das Programm so, wie sein Publikum ihn kennt: laut und fetzig.

Gewissermaßen „außer Kokurrenz“ fand die Lesung der Krimiwerkstatt der Volkshochschule Volmetal statt. In wildromantischer Umgebung auf der Aussichtsplattform im Felsenmeer hatten sich die literarischen Mordgesellen positioniert. Aus Kierspe waren Marion Görnig mit ihrer Erzählung von der Metzgersgattin Ella und Holger Teckenburg mit einem Krimi aus dem Pfarrhaus-Milieu vertreten. Auch Barbara Hoos und Stefanie Sachse hinterließen Leichen, zum Glück nur auf dem Papier. Auf der Landesgartenschau präsentierte die Krimiwerkstatt auch ihren neuen Sammelband, der denselben Titel trägt wie die Lesung: „Tod im Felsenmeer.“

Ein Dankeschön an die Teilnehmer aus Kierspe und den anderen Kommunen richtet Kierspes Bürgermeister Frank Emde: „Alle haben das Publikum erfreut und die Stadt würdig vertreten“, ist er voll des Lobes. ▪ bnt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare