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Eine gute Nacht – mitten in Kierspe

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Von: Johannes Becker

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Zwei neue Wohnmobilstellplätze sind unterhalb des Hallenbades entstanden. Noch fehlt die entsprechende Beschilderung – und es ist auch noch unklar, ob es dort einen Stromanschluss geben wird.
Zwei neue Wohnmobilstellplätze sind unterhalb des Hallenbades entstanden. Noch fehlt die entsprechende Beschilderung – und es ist auch noch unklar, ob es dort einen Stromanschluss geben wird. © Becker, Johannes

Es sind wohl eher nicht die klassischen Touristen, die ihre Fahrzeuge auf Stellplätzen in den Kommunen abstellen. Meist sind es Handelsvertreter, die in der Nähe einen Termin haben – oder auch Besucher, die für ihr Wohnmobil keinen Platz auf der Anliegerstraße von Freunden oder Verwandten finden. In Kierspe blieb diese Möglichkeiten zur Übernachtung bislang aber (so gut wie) verwehrt. Das hat sich nun mit den zwei neuen Plätzen am Hallenbad geändert.

Kierspe - Die Hecken werden wohl noch einige Zeit brauchen, bis sie eine Höhe erreicht haben, die als Abtrennung der beiden Stellplätze empfunden werden kann. Man sieht dem Platz an, dass er gerade erst fertig geworden ist. Sogar die Hinweistafeln fehlen noch. Diese seien in der Abstimmung mit dem Märkischen Kreis, ist aus einer Antwort der Stadt Kierspe auf eine Frage zu entnehmen, die Norbert Höhn (UWG) im Ausschuss für Schule, Kultur und Tourismus gestellt hatte.

Höhn wollte auch wissen, ob die Stellplätze in den einschlägigen Portalen beworben würden und ob die Nutzer die sanitären Einrichtungen des Hallenbades – womöglich kostenlos – in Anspruch nehmen dürften?

Letzteres sei noch nicht abschließend mit den Stadtwerken geklärt. Man warte noch auf eine Antwort, teilt die Stadt mit.

Bei der Bewerbung in den Portalen wolle man abwarten, bis die Schilder aufgestellt seien. Aber bereits jetzt finde sich ein entsprechender Hinweis auf der Homepage der Stadt Kierspe, in dem unter anderem auf die Nähe zum Schwimmbad sowie zur Fußballgolfanlage verwiesen wird. Außerdem werden dort Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe genannt. Dort ist auch zu lesen, dass es derzeit „leider noch keinen Stromanschluss“ gebe. Auf Nachfrage der Meinerzhagener Zeitung teilt Dorette Vormann-Berg, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters mit, dass noch nicht klar sei, ob und wann dort ein solcher Anschluss installiert werde. „Wir müssen schauen, dass wir die Finanzierung für eine Stromsäule hinbekommen. Vielleicht finden wir ja auch noch einen Partner, der uns bei diesem Vorhaben unterstützt“, so Vormann-Berg.

Noch immer gibt beispielsweise der ADAC ein gedrucktes Verzeichnis heraus, in dem die Wohnmobilreisenden Informationen zu rund 6700 Stellplätzen in 36 Ländern bekommen. Doch die meisten Nutzer solcher Angebote werden die 27,50 Euro teure Lektüre nicht lesen, sie greifen wohl eher gleich zum Handy oder Laptop, um in einem der vielen Portale Informationen über die Abstellmöglichkeiten zu bekommen.

Wer zum Beispiel bei stellplatz.info nachschaut, der wird feststellen, dass es in und um Kierspe eher mau aussieht, beziehungsweise aussah, denn nun gibt es ja die beiden neuen Plätze am Hallenbad, die aber aus den genannten Gründen dort noch nicht auftauchen.

Ein einziger Platz in Kierspe ist derzeit dort zu finden. Dieser befindet sich in Höhlen und es gibt nur wenige Informationen, wie die Verantwortlichen des Netzangebotes mitteilen. Dort ist neben dem Standort lediglich vermerkt, dass es sich um einen „eigenständigen Stellplatz“ handele. Angaben zur Ausstattung und zu einem eventuellen Preis sucht der Leser verblich.

Ganz anders die Situation in der Nachbarstadt Meinerzhagen. Dort finden sich zumindest einige der Informationen aus dem 79 Punkte umfassenden Katalog der Webseitenbetreiber zu dem Stellplatz an der Musikschule. So erfährt der Interessent, dass er ein bis zu acht Meter langes Gefährt dort kostenlos parken kann, dass es einen Stromanschluss gibt und die Frischwasserversorgung gesichert ist. Außerdem sind dort Hunde erlaubt.

In der Beschreibung zu diesem Platz heißt es: „Ein befestigter, ruhiger und trotzdem zentral gelegener Platz, der aus allen Richtungen gut ausgeschildert ist. Zur Stadthalle mit Bücherei sowie zur Touristinfo sind es nur circa 300 Meter Fußweg. Einkaufsmöglichkeiten, Cafés, Restaurants und Sehenswürdigkeiten in der Altstadt wie Kornbrennerei Krugmann und die romanische Jesus-Christus-Kirche sind zu Fuß schnell erreichbar.“

In die andere Richtung wird der Wohnmobilist in Halver fündig, wo sich laut Beschreibung „zwei Stellplätze auf einem Pkw-Parkplatz“ in der Nähe des Kulturbahnhofs befinden. Doch auch dort gibt es keine weiteren Informationen zur Ausstattung.

Ansonsten weist stellplatz.info noch Plätze in Lüdenscheid, Werdohl, Herscheid und Wipperfürth aus.

Wen es ans Wasser zieht, so ihm das Hallenbad in Kierspe nicht genügt, wird im Kreis Olpe fündig, wo sich nahe des Biggesees einige der aufgeführten Stellplätze finden. Meist auch hier ohne weitere Beschreibung. In diesen Fällen weist der Betreiber der Webseite darauf hin, dass von dem Inhaber des Stellplatzes keine Informationen hinterlegt seien. Das soll in Kierspe ja dann nicht passieren.

Wohnmobil-Stellplätze: Was ist erlaubt?

Im Gegensatz zu Campingplätzen, auf denen sich Wohnmobilfahrer touristisch ausleben können, gibt es auf den Stellplätzen Vorgaben, die erfüllt sein müssen. Bei der Definition dieser Plätze schreibt das Portal womoguide.de: „Wohnmobil-Stellplätze sind meist kostenpflichtige Parkplätze für autarke Wohnmobile. Zwar bieten sie gewisse Services wie Ver- und Entsorgung, behalten aber dennoch ihren Parkplatzcharakter. Sie sind primär für Kurzaufenthalte gedacht.“ Die Motivation, die Stellplätze statt der Campingplätze zu nutzen, sieht womoguide.de vor allem darin, dass die Stellplätze billiger und zentrumsnäher seien. Darüber hinaus könnten diese meist zu jeder Zeit angefahren werden.

Allerdings sehen die Betreiber der Internet-Seite auch Nachteile für die Nutzer, wie die meist fehlenden sanitären Anlagen, das fehlende Campingflair oder den Parkplatzcharakter.

Außerdem ist es auf Stellplätzen verboten, Markisen, Vorzelt, Grill oder Sonnenliegen zu benutzen, sodass die Nutzung auf den Fahrzeuginnenraum beschränkt bleibt.

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