Einbruch und Diebstahl bleiben unaufgearbeitet

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Sogar die Felgen aus den alten Reifen hatten die Täter bei dem Einbruch herausgeschnitten, wie Hausbesitzer Matthias Faust feststellen musste.

Kierspe - Gleich drei Mal traf es einen Geschädigten aus Kierspe hart. Zuletzt am Dienstag vor dem Amtsgericht Meinerzhagen.

Zuerst wurde in sein Haus in Sundern im Kerspetal eingebrochen, dann stellte die Polizei zwar die Täter auf der Autobahn nach kurzer Verfolgungjagd, doch die ermittelten Beamten ließen die Verdächtigen samt Diebesgut ziehen und vor Gericht erschien gestern der Angeklagte nicht – statt einer Schilderung der Tat, die vielleicht noch offene Fragen beantwortet hätte, gibt es nun „nur“ einen Strafbefehl.

Polizei stellt Einbrecher auf der A45

Rückschau: Am 5. Dezember 2013 kommt Matthias Faust, der außerhalb arbeitet und nur sporadisch in Kierspe ist, zu seinem Haus in Sundern und sieht gerade noch, wie Einbrecher aus seinem Haus stürzen und mit einem Transporter flüchten. Der Hausbesitzer greift geistesgegenwärtig zur Kamera und fotografiert die Flüchtenden. Dann läuft er zu Fuß so weit, bis sein Mobiltelefon Empfang hat und verständigt die Polizei. Die Beamten in Meinerzhagen handeln schnell und erfolgreich. Sie identifizieren das Fahrzeug, nehmen die Verfolgung auf und stoppen mit Hilfe von Kollegen den Wagen, der in Richtung Dortmund auf der A 45 unterwegs ist.

Täter dürfen ihre Fahrt fortsetzen

Nachdem dann Täter, Fahrzeug und Diebesgut an die ermittelnden Beamten übergeben worden waren, ändert sich das Bild. Statt zumindest das gestohlene Eigentum sicherzustellen, dürfen die Täter samt Beute die Fahrt fortsetzen. Ursächlich dafür sei gewesen, wie es ein Polizeisprecher damals unsere Zeitung mitteilte, dass die Täter angegeben hätten, sie hätten als Altmetallsammler die im Wagen befindlichen Gegenstände von einem „Verwalter“ des Grundstückes bekommen, zum Teil sogar gezahlt. Eine Rücksprache mit dem Eigentümer unterblieb, so auch eine effektive Spurensicherung.

Fahrzeugführer erscheint nicht vor Gericht

Später war unklar, ob es sich um einen reinen Diebstahl handelte, oder ob aufgrund einer Tätlichkeit gegen den „Verwalter“ des Gebäudes, bei dem dessen Mobiltelefon zerstört wurde, das Amtsgericht in Lüdenscheid zuständig sei. Gestern sollte nun in Meinerzhagen verhandelt werden – nicht gegen den vermeintlichen Verkäufer, sondern den in Dortmund wohnenden rumänischen Fahrzeugführer. Opfer, Zeugen, Anwältin und Übersetzerin waren auch erschienen, nur von dem Angeklagten fehlte jede Spur. Auch die Versuche seiner Anwältin, ihn anzurufen, führten zu keinem Ergebnis.

Einigung auf Strafbefehl

Da der Angeklagte bislang nicht vorbestraft ist und es nur einen Eintrag wegen eines geringfügigen Steuervergehens gibt, einigten sich Richter und Staatsanwältin auf einen Strafbefehl. Zahlt der Dortmunder, der als selbstständiger Altmetallsammler arbeitet, wird es kein Verfahren mehr geben. 100 Tagessätze zu je 15 Euro müssen dazu in Raten – aber fristgerecht – an die Staatskasse überwiesen werden.

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