Große Feier im PZ: Ring frei für „Abibalboa“

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Mit einem Schnitt von 1,2 hatte Ricarda Lorenz die Nase vorn.

Kierspe - Noch einmal stiegen die Kämpfer des „Abibalboa“ am Freitagabend in den „Ring“. Doch nicht zu einer weiteren Runde, sondern um auf der entsprechend dekorierten Bühne des PZ die verdienten Prämien –ihre Abiturzeugnisse – entgegenzunehmen.

Von Luitgard Müller

„Ein starker Jahrgang!“ Darin waren sich Schulleiter Johannes Heintges, der die Abiturienten, ihre Eltern und Gäste in der Gesamtschule begrüßte, und die Jahrgangsleiter Rolf Muck und Ingrid Hermaneck einig. Immer wieder fanden sie Bilder aus dem Sport, um die Leistungen der Schülerinnen und Schüler zu würdigen. Ingrid Hermaneck präsentierte die Fakten: 92 Schüler haben das Abitur bestanden, 59 sind weiblich, 33 männlich. Damit liegt die Frauenquote bei 64 Prozent. Und auch bei den elf Einzelergebnissen mit einer Eins vor dem Komma, hatten die Schülerinnen mit sieben zu vier die Nase vorn. Jahrgangsbeste wurde Ricarda Lorenz mit einen Notendurchschnitt von 1,2. Es folgten Christiane Hoster und Moni Lia Kakis (1,4), Laura Howorka und Victor Harms (1,5), Laura Palmieri (1,6), Thomas Bernhard und Carina Schröder (1,7), Jannik Hedfeld (1,8), Maria Flaum und Steffen Wieland (1,9).

„Das Ergebnis, rein in Zahlen ausgedrückt, kann sich sehen lassen“, sagte Rolf Muck in seiner Abschiedsrede. „Doch wenn man hinter die Kulissen schaut, auf die heftigen Schicksalsschläge, die viele in den vergangenen drei Jahren verkraften und die Herausforderungen, denen sie sich stellen mussten, wird erst recht deutlich, was Ihr geleistet habt, wie Ihr mit beiden Beinen mitten im Leben steht und wie unsinnig der reine Fokus auf die Durchschnittsnoten ist. Ihr habt gekämpft und viel Kraft investiert, Ihr könnt stolz darauf sein. Lasst Euch das nicht nehmen.“ Kritische Stimmen zum Gesamtschulabitur seien bedeutungslos: „Ich mache mir um Euch keine Sorgen. Ihr werdet Euren Weg gehen. Die Fähigkeiten dazu habt Ihr,“ versicherte Muck.

Als einen Jahrgang, der politisch und geschichtlich sehr bewusst sei, kritisch hinterfrage, Krieg und Gewalt ablehne und sehe, dass die Gesellschaft dabei sei, eine gespaltene Gesellschaft mit wachsender Spannung zu werden, charakterisierte er die Abiturienten. Vor allem ihre Fähigkeit zur Ironie, ihre Schlagfertigkeit und der absolut trockene Humor habe sie ausgezeichnet, wie auch ihr sensibles Gespür dafür, wenn Macht in respektloser Form ausgeübt werde. Immer wieder hätten die Schüler, von denen 18 aus einem anderen Kulturkreis kommen, ihre Maxime, nämlich Respekt, Humor und einen verständnisvollen Umgang, deutlich gemacht.

Doch Muck warnte auch vor einem sorglosen und naiven Umgang mit der Daten- und Informationswelt: „Seid wachsam, wehrt Euch rechtzeitig und nehmt nicht alles kritiklos in Anspruch, was technisch möglich ist“.

Das Rahmenprogramm bei der Zeugnisvergabe wurde von Michael Vogt, der am Flügel auch eine Eigenkomposition vorstellte, Elena Giebert, Eleni Siskou und Kevin-Michael Jung gestaltet. Ein Grußwort sprach die stellvertretende Bürgermeisterin Marie-Luise Linde, die ebenfalls gratulierte.

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