Statt Kaugummis Blumenzwiebeln

Ein großes Herz für Wildbienen

Kaugummiautomat mit Blumenzwiebeln-Kapseln
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Zusammen mit ihren Kindern befüllt Isabelle Escher Plastikkapseln mit Blumenzwiebeln. Die kommen anschließend in den Automaten.

Wer auf seinen Spaziergängen durch Haarhausen kommt, kennt inzwischen den Blumensamen-Automaten vor dem Haus der Familie Escher.

Rönsahl - Aus dem ausrangierten Kaugummiautomat, mit einem Betonsockel gesichert und mit neuem Innenleben und Münzprüfer ausgestattet, können die Wanderer seit dem Frühjahr für kleines Geld Kapseln mit Blumensamen ziehen und im eigenen Garten kleine Bienenweiden gestalten. Das ist jedenfalls die Idee dahinter.

Idealerweise deponieren die Käufer anschließend die leeren Kapseln wieder in dem Korb unter dem Automaten für die nächste Befüllung. Die hat sich zur Familienaktion entwickelt; auch die Töchter Lotta und Tilda, sieben und vier Jahre alt, beteiligen sich daran.

Herbstzeit ist Pflanzzeit

Zurzeit stellt die Familie das Sortiment allerdings auf Blumenzwiebeln um, passend zur Jahreszeit. Für Krokusse, Winterlinge und Allium ist der Herbst die richtige Pflanzzeit und die Bienen freuen sich, wenn sie im kommenden Frühjahr mit den ersten Sonnenstrahlen Futter finden. Je nach Größe passen ein bis zwei Zwiebeln in so eine Kapsel.

Es gibt zum Beispiel Wildbienen, die nur auf Mohn gehen.

Isabelle Escher, Automatenbetreiberin

Obwohl Isabelle Escher selber Imkerin ist, hat sie bei ihrem Bienenweiden-Projekt vor allem Wildbienen im Blick. Denn die sind sehr spezialisiert und finden auf versiegelten Flächen und in sterilen Steingärten und Grünanlagen oftmals nicht genügend Futter. „Es gibt zum Beispiel Wildbienen, die nur auf Mohn gehen,“ erläutert Isabelle Escher. Der ist in den Samen-Mischungen mit enthalten. Dazu gibt es ein kleines Faltblatt, wie und wo man am besten sät und welche Fehler man vermeiden sollte.

Im März haben Isabelle und René Escher den Automaten aufgestellt und sind sehr zufrieden mit der Resonanz. Rund 650 Kapseln seien seitdem dort per Geldeinwurf gekauft worden. Rein rechnerisch sind also allein durch diese pfiffige Idee rund 3000 Quadratmeter Bienenweide entstanden.

Unauffällig und trotzdem ein Hingucker: der ehemalige Kaugummiautomat steht in Haarhausen und enthält jetzt Bienenfutter.

Die Idee verbreitet sich auch über die Region hinaus. Isabelle Escher hat inzwischen sogar Post aus Luxemburg erhalten, wo jemand einen solchen Automaten bei ihr kaufen wollte. Aber da muss sie passen: Das Hobby soll ein Hobby bleiben. Und Geld verdienen kann man damit ohnehin nicht. Eschers geben Samen und Blumenzwiebeln zum Selbstkostenpreis ab.

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