Vor dem Eicken: Gefahr für Mensch und Gewässer

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Zwischen Bach und Asphalt sind nur noch wenige Zentimeter Boden. Zu wenig, das meint nicht nur Carsten Möller. ▪

KIERSPE ▪ Bereits fast vier Jahre ist es her, dass Carsten Möller, damals noch Mitglied des Rates der Stadt Kierspe, in einem Fachausschuss auf die Missstände im Bereich Vor dem Eicken hingewiesen hat. Geändert hat sich an der Situation lediglich, dass die Benutzung der Straße für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer noch gefährlicher geworden ist.

Man muss nicht ortsfremd sein, um sich und sein Fahrzeug auf der Straße Vor dem Eicken in Gefahr zu bringen. Nur langsam können Autos im Begegnungsverkehr aneinander vorbeifahren. An einigen Stellen gibt es zwar noch so etwas wie ein Bankett, doch meist stellt sich dies nur noch als Teil einer Böschung da – mit einem großen Niveau-Unterschied zur Straße.

Ein paar Meter weiter ist der Rand neben der asphaltierten Fahrbahn allerdings schon so schmal geworden, dass selbst ein geübter Radfahrer Probleme hätte, die Balance zu halten. Jahr für Jahr hat dort der Bach die Böschung abgetragen und es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis die Straße unterspült wird.

„2008 habe ich die Stadt zum ersten Mal auf die Situation aufmerksam gemacht. Passiert ist bis heute nichts, auch auf meine Mails, die ich in den vergangenen Wochen an den Bürgermeister und den Tiefbauamtsleiter geschickt habe, wurde bislang nicht reagiert. Ich wurde lediglich vertröstet. Dabei wäre es so einfach, zumindest mit einer Bake für etwas mehr Sicherheit zu sorgen. Alles weitere könnte dann später entschieden werden“, so Carsten Möller, der darauf hinweist, dass die Strecke auch als Schulweg genutzt wird.

Im Gespräch mit Friederike Mürkens von den Wuppertaler Stadtwerken wird klar, dass es dort keine einfache und vor allem keine preiswerte Lösung geben wird. „Zuständig für das Gewässer ist der Wupperverband. Und es gab auch bereits mehrere Ortstermine mit der Stadt, dem Verband und der unteren Wasserbehörde beim Kreis. Denn wir sehen eine starke Gefährdung der Talsperre, wenn dort ein Auto in den Bach fährt und Benzin und Öl verliert!“, so Mürkens, die vorschlägt, ein Hochbord zu installieren, um zu verhindern, dass Fahrzeuge von der Fahrbahn abkommen. Allerdings ist ihr auch klar, dass dies nur mit erheblichem Aufwand zu leisten ist, denn an einigen Stellen beginnt unmittelbar hinter der Asphaltdecke das Bett des Kerspebaches.

„Der Bach hat sich stark verändert. Das Bett ist breiter geworden und die Kerspe tritt bei Hochwasser regelmäßig über den Rand, überschwemmt Brücken und Straße“, so die Ingenieurin der Wuppertaler Stadtwerke. Vor zwei Jahren, so schildert sie, sei die Situation noch schwieriger gewesen, damals habe durch eine stark beschädigte Straßenoberfläche eine noch größere Unfallgefahr bestanden. Mittlerweile habe die Stadt zumindest die Fahrbahndecke saniert.

„Im April kommt der Kooperationsrat, bestehend aus Wuppertaler Stadtwerken, Wupperverband und Stadtverwaltung noch mal zusammen, um über das Thema zu sprechen. Dann wird hoffentlich eine Lösung gefunden“, so Klaus Müller vom Sachgebiet Tiefbau bei der Stadt Kierspe. ▪ Johannes Becker

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