Inge Rittinghaus und das Team der Vorratskammer

Das Team der Lebensmittelausgabe um Inge Rittinghaus (Zweite von links) vor dem Sozialen Bürgerzentrum am Felderhof. Foto: Meyer

Kierspe - Immer mehr Menschen sind auf die Hilfe anderer angewiesen – die Zahl der Bedürftigen wächst. Deshalb engagieren sich viele Bürger in ihrer Freizeit ehrenamtlich. Doch ihre Tätigkeit findet meist im Hintergrund statt. Im Rahmen einer MZ-Serie sollen diese Ehrenamtler vorgestellt werden.

Einmal im Monat, jeweils mittwochs, beeilt sich Inge Rittinghaus in der Frühe, um pünktlich um 8 Uhr im Sozialen Bürgerzentrum zu sein. Schließlich müssen für die Lebensmittelausgabe des Vereins Hand in Hand zahlreiche Vorbereitungen getroffen werden.

Auf die 74-jährige Kiersperin und zehn weitere ehrenamtliche Helfer wartet an diesen Tagen eine Menge Arbeit. Das Obst muss geputzt, die Kühlschränke befüllt und die Regale mit Konserven bestückt werden. Teilweise gilt es alleine mehr als 400 Bio-Eier in der kleinen Vorratskammer zu verstauen. „Wenn man ein zuverlässiges Team hat, dann geht das schon“, sagt Inge Rittinghaus, die sich seit drei Jahren bei Hand in Hand für andere einsetzt.

Während die Mitarbeiter im Bürgerzentrum alle Hände voll zu tun haben, sind auf den Straßen Kierspes zusätzlich acht Fahrer im Einsatz, die am Ausgabetag Lebensmittelspenden einsammeln sowie im Supermarkt oder beim Bäcker Waren kaufen, da meist die gestifteten Produkte nicht ausreichen. Einmal im Monat verteilt der Verein Hand in Hand Lebensmittel an Kiersper Familien mit niedrigem Einkommen. Die Empfänger bekommen auf Antrag eine anonymisierte Besucherkarte beim Sozialamt. Rund 180 davon sind derzeit in der Stadt im Umlauf. „Teilweise kommen achtköpfige Familien zu uns, die dann entsprechend mehr Lebensmittel bekommen“, erklärt die Mutter von drei Kindern. Als der Nachwuchs aus dem Haus war, hat sie angefangen sich ehrenamtlich zu engagieren. So half sie unter anderem 15 Jahre im Café des Awo-Seniorenzentrums mit. Sowohl dort, als auch im Bürgerzentrum sucht sie stets den persönlichen Kontakt zu den Menschen und ihren Schicksalen.

Bis mittags sind die Helfer mit den Vorbereitungen beschäftigt, um 14.30 Uhr wird dann die Vorratskammer für die „Kunden“ geöffnet. „Vor 20 Uhr sind wir hier nicht fertig. Doch wir machen das hier, um anderen helfen zu können“, sagt Rittinghaus und spricht dabei für ihr gesamtes Team. „Solange der liebe Gott mir die Kraft und die Gesundheit dafür schenkt, mache ich hier auch weiter.“ - Von Martin Meyer

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