Ehepaar Pieta leitet Möbellager von "Menschen helfen"

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Inzwischen hat der Arbeitskreis Möbel viele helfende Hände, die beim Annehmen, Sortieren und Ausgeben der Möbel mit anpacken.

Kierspe - Ludmilla und Steffen Pieta wohnen zwar in Herscheid, dennoch ist ihr Engagement beim Verein Menschen helfen in Kierspe groß. Fest in ihrer Hand haben sie das Möbellager am Kamperbach, und auch in der dortigen Fahrradwerkstatt hilft das Paar bei der Strukturierung der Ausgabe.

Begonnen hatte für die Eheleute alles im Dezember 2014. „Wir haben gehört, dass Flüchtlinge aus Kierspe kommen“, erzählt Ludmilla Pieta. „Hartmut Pieta, der Vater meines Mannes, konnte zu einem Termin bei ,Menschen helfen‘ nicht und so sprangen wir beide ein.“

Für Ludmilla und Steffen Pieta war damit der Startschuss zur Mithilfe gefallen. Von Monat zu Monat brachten sie sich mehr ein. Sie halfen an der Kölner Straße 96 bei der Einrichtung von Wohnungen für zehn Flüchtlinge. Auch als das Möbellager entstand, waren sie mit dabei.

Bereits 40 Wohungen ausgestattet

Anfangs schaffte das Paar das Sortieren und Ausgeben der Möbel alleine, doch irgendwann wurde es den beiden zu viel und sie bekamen Unterstützung. Inzwischen kommen donnerstags rund zehn Helfer zusammen, darunter sind auch Flüchtlinge.

Steffen und Ludmilla Pieta sind seit einem Jahr für das Möbellager verantwortlich.

Mittlerweile haben sie über 40 Wohnungen ausgestattet. Ludmilla und Steffen Pieta gehen in ihrer Aufgabe auf. So sind sie unter der Woche fast täglich im Möbellager, verrücken, sortieren und werfen auch mal schlechte Dinge weg. Beruflich sind beide in Herscheid in einem kleinen Betrieb tätig. Ludmilla Pieta führt das Unternehmen mit acht Mitarbeitern seit drei Jahren, da die Seniorchefin inzwischen 85 Jahre alt ist. Ihr Mann Steffen steht ihr als Assistent zur Seite. Wie es ist, in ein fremdes Land zu kommen, weiß Ludmilla Pieta sehr genau. „Meine Familie kam vor 23 Jahren aus Russland und wir lebten mit sechs Personen in einem Zimmer. Im Unterschied zu den Flüchtlingen waren wir damals nicht geflohen, sondern waren angereist.“

Einladung zum Essen als Dank

„Inzwischen haben wir viele Freundschaften geschlossen“, berichteten die Pietas unisono. „Dabei hatten wir einige sehr schöne Erlebnisse.“ So wurden beide von einem Paar in deren winziges Zimmer eingeladen und ihnen wurde der einzige Platz auf dem Sofa angeboten. „Als wir dann herausbekamen, dass beide auf dem 1,20 Meter breiten Sofa schliefen, haben wir es ausgetauscht gegen ein Bett von 1,60 Meter. Beide waren sehr dankbar dafür.“

Bei einer anderen Gelegenheit wurden Ludmilla und Steffen Pieta von vier Männern eingeladen. Als Dank dafür, dass die Eheleute die Wohnung eingerichtet hatten, kochten die Männer für sie. „Sie haben viel aufgefahren“, erzählt Ludmilla Pieta. „Es waren Spezialitäten aus Syrien. Und später haben wir noch getanzt.“

Das Ehepaar plant nun, zusammen mit den Flüchtlingen auch mal deutsche Gericht zu kochen. „Die Arbeit mit den Flüchtlingen gibt uns einen Ausgleich zum normalen Leben. Ich kann bei dieser Arbeit sehr gut abschalten und sie gibt uns mehr, als wir geben“, zieht Ludmilla Pieta eine positive Bilanz.

Team Möbellager sucht noch Fahrer

Obwohl es personell gut aufgestellt ist, braucht das Team Möbellager noch Fahrer, die Möbelspenden abholen oder in die neuen Wohnungen bringen. Gut wäre es, wenn diese Helfer Hänger hätten oder Anhängerkupplungen an ihren Autos.

Auch können in das Möbellager, Am Kamperbach 67, donnerstags von 17 bis 19 Uhr Spenden gebracht werden – derzeit jedoch nicht. Noch bis zum 10. Januar ist das Lager geschlossen. Die Ehrenamtlichen machen Urlaub.

Die Kontaktdaten des Arbeitskreises Möbel im Überblick:

Telefon 0 23 59 / 9 49 06 25 Mobil 01 76 / 22 23 61 50 (auch WhatsApp) E-Mail: moebel@meheki.de Homepage: www.meheki.de

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