Sparkasse: Neues Vorstandsmitglied, neuer Vorstandsvorsitzender

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Seit dem 1. Juli leitet ein neues Vorstandsteam die Sparkasse Kierspe Meinerzhagen. Roman Kappius (rechts) übernimmt den Vorsitz, neu im Vorstand ist Torsten Rath, der bereits seit 1994 bei der Sparkasse angestellt ist.

Kierspe/Meinerzhagen - Solch einen Übergang hat es im Vorstand der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen noch nicht gegeben. Seit dem 1. Juli hat die Kasse ein neues Vorstandsmitglied, einen neuen Vorstandsvorsitzenden und ein freigestelltes ehemaliges Vorstandsmitglied.

„Durch das Ausscheiden von Wolfgang Opitz aus dem Sparkassenvorstand ist eine Neubesetzung erforderlich geworden.“ Ganz unschuldig kommt der Satz in einer Mitteilung der Sparkasse daher. Ein Satz, der nach Wunsch und Vorstellung des Zweckverbands einen Schlusspunkt unter die jüngere Geschichte der heimischen Sparkasse setzen soll. Neu im Vorstand ist nun Torsten Rath, ein echtes Eigengewächs der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen. Roman Kappius, der dem Vorstand bereits seit Jahren angehört, übernimmt den Vorsitz – und wechselt auch die Zuständigkeit.

Der Zweckverband, dessen Vorsitzender der Meinerzhagener Bürgermeister Jan Nesselrath ist, hatte Ende des vergangenen Jahres und mit knapper Mehrheit (gegen die Stimmen der Kiersper Mitglieder) beschlossen, den Vertrag mit Wolfgang Opitz zum Ende des Jahres auslaufen zu lassen, allerdings wohl nicht mit dem Ziel, so lange den langjährigen Vorstandsvorsitzenden auf seiner Position zu belassen.

Nun ist Opitz ein halbes Jahr vor dem Auslaufen des Vertrages freigestellt und Torsten Rath gehört dem Vorstand an. Dass damit die Gräben innerhalb des Zweckverbandes noch nicht zugeschüttet sind, wurde bei der Wahl des Neuen deutlich. Während der Vertrag von Kappius, der ebenfalls nur noch bis Ende des Jahres lief, einstimmig um weitere fünf Jahre verlängert wurde, war das Ergebnis, durch das Rath seine neue Aufgabe antreten kann, nur mehrheitlich.

Rath wurde auch nicht für die übliche fünfjährige Amtszeit gewählt, sondern erst einmal für drei Jahre. So hatte der Verwaltungsrat die Stelle in der bundesweit erschienen Sparkassenzeitung ausgeschrieben. Als nun aus dem – wie Kappius sagte – „deutlich zweistelligen“ Bewerberpool Rath ausgewählt wurde, hat der Verwaltungsrat diese Dienstzeit auch nicht in eine fünfjährige umgewandelt, obwohl Rath auf eine 25-jährige Zugehörigkeit zur Sparkasse zurückblicken kann, davon viele Jahre in verantwortlicher Position. Im Zusammenhang mit der Vertragsgestaltung hatten Kiersper Lokalpolitiker gemutmaßt, dass mit der kurzen Laufzeit des Vertrages der Boden für eine Fusion der Sparkasse geebnet werden solle, da bei einem Zusammenschluss ein Vorstandsmitglied der eigenen Kasse in dem Vorstand eines dann neuen Unternehmens leichter „unterzubringen“ sei. Dieser Vermutung hatte in der Vergangenheit bereits der Zweckverbandsvorsitzende entschieden widersprochen – jetzt schloss sich dem Roman Kappius noch einmal und sehr ausdrücklich an. „Fusionen können keine Lösungen für branchenbedingte Herausforderungen sein. Im Gegenteil, mit jeder Fusion entfernt sich das Institut Stück für Stück aus seiner Region und von seinen Kunden. Um es klar zu sagen, es gibt nicht einmal den Gedanken an eine Fusion“, so Kappius.

In diesem Zusammenhang verwies der neue Vorstandsvorsitzende auch noch einmal auf die gute Arbeit in den vergangenen Jahren: „Die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen hat in den vergangenen Jahren immer zu den erfolgreichsten Sparkassen im Bereich des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe gehört.“ Als Ursache dieser Entwicklung verwies Kappius auf das gesunde wirtschaftliche Umfeld mit einer starken mittelständischen Industrie und geringer Arbeitslosigkeit. „Dadurch haben wir ein sehr gutes und sehr starkes Kreditgeschäft“, erklärt der Vorstandsvorsitzende.

Kappius nutzte die Gelegenheit, auch mit einem zweiten Gerücht aufzuräumen. Bestrebungen, die ausschließlich für Kierspe bestimmten Erlöse der Sparkassenstiftung in Zukunft auch für Projekte in Meinerzhagen zu nutzen, widersprach Kappius: „Einen solchen Zugriff auf die Stiftung wird es nicht geben. Das lässt auch der Stiftungszweck gar nicht zu.“

Die Nichtverlängerung des Vertrages von Opitz hatte Nesselrath gegenüber der Meinerzhagener Zeitung damit begründet, dass es unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Ausrichtung der Sparkasse gegeben habe. Bei der Beschreibung dessen, wie die Neuausrichtung durch den neuen Vorstand aussehen wird, blieb Kappius vage: „Sicherlich wird die Digitalisierung uns sehr fordern und ein Schwerpunkt der kommenden Jahre sein, gleichzeitig wollen wir aber die ,analoge’ Sparkasse bewahren.“

Tosten Rath

Torsten Rath ist seit wenigen Tagen Mitglied des Vorstandes. Er verantwortet als „Marktfolgevorstand“ alle Betriebsbereiche inklusive der internen Revision. Roman Kappius, der bislang in diesem Bereich tätig war, wird nun „Marktvorstand“ und damit zuständig für alle Vertriebsbereiche – und auch fürs Personal.

Rath, 41 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern, hat 1994 bei der heimischen Sparkasse eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht. Er war in verschiedenen Bereichen verantwortlich tätig. Der gebürtige Meinerzhagener war zuletzt für die Abteilung „Marktfolge aktiv“ zuständig, leitete das Vorstandssekretariat und war als Vorstandsverhinderungsvertreter tätig. Der Arbeitsplatz von Torsten Rath befindet sich zukünftig in der Hauptstelle in Kierspe.

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