Waldheimat auf dem Weg zu neuen Strukturen

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Auf dem Weg zu neuen Strukturen befindet sich das Wohnheim für Menschen mit Behinderungen, die Waldheimat in Rönsahl.

RÖNSAHL/MEINERZHAGEN - „Wir sind da!“ Drei auf den ersten Blick zwar schlichte Worte aus dem Mund von Ralf Borchert, seines Zeichens Betriebsleiter der Waldheimat in Rönsahl, trafen den Nagel auf den Kopf, als dieser Tage die Eröffnung des neuen ABW-Treffpunktes (Ambulant Betreutes Wohnen) am Prumbomweg in Meinerzhagen anstand.

Zentrumsnah und verkehrstechnisch gut zu erreichen, ist dort in Zusammenarbeit mit der Meinerzhagener Baugesellschaft ein neuer Anlaufpunkt für Menschen entstanden, die im Rahmen der Behindertenhilfe in Trägerschaft des Johanneswerkes in einer der bereits bestehenden Außenwohngruppen betreut werden oder der Betreuung bedürfen.

Zur offiziellen Inbetriebnahme des ebenerdigen und deshalb auch für Menschen mit körperlichen Behinderungen gut zu erreichenden neuen Anlaufpunktes hatten die Waldheimat und hier speziell das Team um die für die Betreuungsarbeit in den Außenwohngruppen der Waldheimat tätige Standortleiterin Susanne Loi zu einer kleinen Feier eingeladen. Neben denen, auf die es insbesondere ankommt, nämlich die Bewohner der Außenwohngruppen der Waldheimat und deren Angehörigen, hatten es sich auch Hans-Jakob Matthes als regionaler Geschäftsführer Bochum der Behindertenhilfe Wohnen im Evangelischen Johanneswerk Bielefeld sowie Oliver Drenkard als Geschäftsführer der Meinerzhagener Baugesellschaft nicht nehmen lassen, an der Einweihungsfeier teilzunehmen und dieser damit einen „offiziellen Charakter“ zu verleihen.

In kurzer und prägnanter Weise machten sowohl Waldheimat-Chef Borchert als auch Regional-Geschäftsführer Matthes deutlich, um was es bei dem neuen Treffpunkt geht, nämlich darum, an zentraler Stelle eine Anlaufstelle vorzuhalten für Menschen, die der Beratung und der Begleitung bei individuell unterschiedlichen alltäglichen Dingen bedürfen. Gedacht ist dabei in erster Linie – wenngleich nicht ausschließlich – an die insgesamt mittlerweile derzeit 33 ehemals im Wohnheim Waldheimat in Rönsahl lebenden Menschen mit unterschiedlichen Behinderungsgraden, die teils bereits seit Jahren in einer der drei in Kierspe und Meinerzhagen bestehenden Außenwohngruppen der Waldheimat wohnen.

Jeder hat seine eigene Wohnung, die eigenen vier Wände, und dort die Möglichkeit ein weitgehend selbst bestimmtes Leben zu führen. Viele dieser Menschen, so weiß das das Betreuungsteam der Waldheimat, sind darüber hinaus dankbar für über die normale Tagesbetreuung hinaus gehende Unterstützung im hauswirtschaftlichen wie auch im Freizeitbereich, insbesondere auch dann, wenn es um die Erledigung von Behördengängen geht. Und eben für diese Dinge will das neue Beratungsbüro am Prumbomweg ab sofort die zentrale Anlaufstelle sein, wie es erläuternd dazu hieß. Ein funktioneller Küchenraum und ausreichend vorhandener Platz im freundlich gestalteten und einladend wirkenden Aufenthaltsbereich bietet Gelegenheit für Betätigung in der Freizeit und auch für Gespräche.

Wie nicht nur am Rande deutlich wurde, sehen die Verantwortlichen für die Behindertenbetreuung in der Betriebnahme des neuen Beratungsbüros einen weiteren Schritt in Richtung des vom Träger der Behindertenarbeit verfolgten Konzeptes, das von der früher betriebenen Zentralisierung wegführen soll. Stattdessen werden kleinere Wohneinheiten angestrebt.

Wie Regional-Geschäftsführer Matthes und Bereichsleiter Borchert in diesem Zusammenhang bekräftigten, sucht auch die Waldheimat in Rönsahl nach neuen Strukturen und folgt dabei dem Motto: „Vom Wohnheim für viele hin zu einem dezentralisierten Wohnverbund für den Einzelnen.“ Derzeit leben im Wohnheim Waldheimat direkt noch 58 Menschen, zusätzlich der in den Außenwohngruppen in Meinerzhagen (16) und Kierspe (17) Wohnenden. Damit gelte die Waldheimat insgesamt als überbelegt. Angestrebt werde indes (der allgemeinen Richtschnur des Landschaftsverbandes folgend) eine Höchstzahl von 24 Bewohnern pro Standort. In der Praxis bedeute das, dass sich die Belegungszahl der Waldheimat in Rönsahl – bezogen auf einen Zeitraum von etwa zehn Jahren – dann entsprechend reduzieren werde, wie es dazu hieß.

Schon zum jetzigen Zeitpunkt gibt es entsprechende Weichenstellungen. So interessiert sich das Johanneswerk (Waldheimat) für neuen Wohnraum mit 24 Plätzen im Raum Meinerzhagen oder Kierspe, der gegebenenfalls auch in Form eines Neubaus geschaffen werden könnte.

Bereits zum jetzigen Zeitpunkt rückt ein weiterer Schritt zur Reduzierung der Bewohnerzahl in der Waldheimat in greifbare Nähe: Anfang des kommenden Jahres nämlich sollen zehn Bewohner des Rönsahler Wohnheimes in neue Außenwohngruppen in Meinerzhagen umziehen. - Von Rainer Crummenerl

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