Zum Jahresende

Letzter Supermarkt schließt: Wo kaufen die Rönsahler bald ein?

Wo kaufen Rönsahler bald ihre Lebensmittel - letzter Markt schließt
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Rechts hinter der Historischen Brennerei soll ein neues Baugebiet entstehen, dort wäre auch Platz für einen neuen Supermarkt, zumindest dann, wenn sich Grundstücksbesitzer und Bauinteressenten einigen.

Zum Jahresende ist Schluss, dann schließt in Rönsahl der letzte Lebensmitteleinzelhandel. Aus gesundheitlichen Gründen gibt Reiner Crone seinen Laden (Edeka) an der Hauptstraße auf – und beendet damit eine rund 90-jährige Tradition.

Rönsahl - Wie es danach mit der Nahversorgung in Rönsahl weitergeht, ist derzeit noch vollkommen offen. Unklar ist auch noch, was aus dem Ladenlokal von Crone wird. Sicher ist nur, ein Lebensmittelladen wird dort nicht mehr einziehen. „Wir arbeiten an verschiedenen Lösungen – von denen wir etwas haben, von denen aber auch das Dorf etwas hat“, sagt Crone im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung.

OrtschaftRönsahl
StadtKierspe
LandkreisMärkischer Kreis

Letzter Supermarkt schließt: Wo kaufen die Rönsahler bald ein? Unklare Zukunft

Damit die Rönsahler aber auch im kommenden Jahr noch eine Versorgung vor Ort haben, überlegt Daniel Waniek, zumindest ein Grundsortiment an Lebensmitteln in seiner Stimmungskiste anzubieten. So ganz glücklich ist er nicht, dass er bereits jetzt erst etwas zu seinen noch nicht ausgereiften Plänen sagen soll. Doch für eine Gesprächsabsage ist der junge Einzelhändler viel zu freundlich. „Ich möchte gerne ein Angebot für Menschen schaffen, die nicht mehr mobil sind oder die eine Kleinigkeit vergessen haben“, sagt er.

Doch er macht auch klar, dass es sich vor allem um eine Grundversorgung handeln wird, „für mehr ist auch gar kein Platz in dem Ladenlokal. Ich muss auch erst mal sehen, wo ich zum Beispiel Kühltheken aufstellen kann“. Klar sei, dass es auf jeden Fall weniger Auswahl geben werde, erzählt Waniek. Er sieht in der Erweiterung seines Angebots aber auch eine Chance, mit mehr Menschen in Kontakt zu treten und diesen seinen Laden näher zu bringen, bevor sich die Zeiten erneut ändern.

Neubaupläne

Denn das könnten sie durchaus, gibt es doch schon seit einigen Jahren Pläne, einen etwas größeren Supermarkt in dem noch zu erschließenden Baugebiet „Vor dem Isern“ anzusiedeln. In einem Entwicklungskonzept für das Grenzdorf spielen diese Überlegungen eine große Rolle. Doch bislang waren alle Akteure davon ausgegangen, dass man noch mehr Zeit haben würde.

In den vergangenen Jahren hat die städtische Gesellschaft für Grundstücks- und Gewerbe-Entwicklung (GGE) einige Grundstücke in dem Bereich gekauft. Gemeinsam mit der Eigentümerin weiterer Flächen möchte die GGE ein Wohnbaugebiet erschließen. Und dazu gehört auch ein Supermarkt auf der Fläche, die sich hinter der Tankstelle befindet.

Doch diese Fläche befindet sich nur zu einem kleinen Teil im Besitz der GGE, der größte Teil gehört Karl Friedrich Bengelsträter, der sich auch durchaus verkaufsbereit zeigt und schon vor Längerem Kontakt zu Lebensmittelketten aufgenommen hat. Ursprünglich, so erzählt er, habe er den Markt selber bauen wollen, um ihn dann mit einem langfristigen Mietvertrag an eine der in Deutschland tätigen Ketten zu verpachten. Doch von diesen Plänen hat der Rönsahler mittlerweile wieder Abstand genommen.

Der Preis entscheidet

„Ich bin in Gesprächen mit einem Investor aus Arnsberg. Dieser war auch schon hier und hat sich alles genau angeschaut und auch schon mal gemessen, denn aufgrund der Lage muss geschaut werden, ob das Gebäude nicht zu hoch wird“, sagt Bengelsträter. Er sagt aber auch, dass er eine bestimmte Preisvorstellung habe. „Entweder, die kaufen zu dem Preis oder sie lassen es“, so Bengelsträter. Ein weiterer Investor aus Opladen habe bereits abgesagt, das habe aber, so der Rönsahler, nicht an ihm gelegen, sondern an der Stadt, die die Verhandlungen in die Länge gezogen habe.

Städtisches Grundstück

Dass die Stadt beziehungsweise die GGE überhaupt mit im Boot ist, liegt daran, dass für die Errichtung eines Marktes noch eine rund 1000 Quadratmeter große Fläche benötigt würde, die sich im Besitz der städtischen Gesellschaft befinde.

Die Stadt jedenfalls habe ein großes Interesse an dem Grundstück und sei möglichen Investoren bei dem Preis für die benötigte Fläche bereits weit entgegengekommen. So zumindest teilt es eine Quelle mit, die als gut informiert gelten kann. Man sei in der GGE sehr zuversichtlich, mit der konkreten Planung der Grundstücke bald beginnen zu können, auch, weil es bereits viele Interessenten für die Wohnbaugrundstücke gebe. Auch habe man, entgegen anderslautender Aussagen, keine Probleme mit der Zuwegung, da diese entweder über Grundstücke der anderen Eigentümerin möglich sei oder über ein städtisches Grundstück an der Hauptstraße, auf dem sich derzeit noch ein altes Haus befinde, das die Stadt auf dem Höhepunkt der Flüchtlingszuwanderung gekauft habe.

Aldi in Meienborn?

Während der Gespräche über die Zukunft des Lebensmitteleinzelhandels wurde immer wieder das Gerücht erwähnt, dass ein Aldi im Gewerbegebiet Meienborn gebaut werden könnte. Der ehemalige Ortsbürgermeister Horst Becker sagt, dass er das für nahezu ausgeschlossen halte, da diesem Discounter ein Dorf wie Rönsahl zu klein sei. Zumindest hätte die Politik – und dabei auch die Bezirksregierung Arnsberg – ein Wort mitzureden. Denn für die Ansiedlung eines Discounters müsste wohl der Bebauungsplan geändert werden.

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