Schröder Kunststofftechnik

Millionenschwere Investition in den Standort Kierspe

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Ein Kran hob die tonnenschwere Maschine an, ehe sie in die Produktionshalle geschoben werden konnte.

Kierspe - Ein tonnenschweres Ungetüm schwebte am Montagmittag durch das Werkstor der Firma Schröder Kunststofftechnik am Haunerbusch. Die Spritzmaschine „Wittmann-Battenfeld Macro-Power“, die per Kran von zwei Lastwagen gehoben wurde, steht sinnbildlich für ein millionenschweres Bekenntnis zum Standort.

„Kierspe ist in der EBG-Unternehmensgruppe sozusagen unser Technologiezentrum“, sagt Vertriebsleiterin Caroline Hagby. Lagerregale mussten verschoben werden, enge Passagen entschärft werden: Die Installation der neuen Maschine war für alle Beteiligten eine Herausforderung, die nur kurz am Haunerbusch das Durchkommen erschwerte: Autofahrer mussten am Mittag entsprechend warten.

Was im Jahr 2000 mit dem Zukauf der Schröder Kunststofftechnik GmbH begann, entwickelte sich für das Lüner Unternehmen EBG (Elektro-Bauelemente GmbH) offenbar zu einer Erfolgsgeschichte. Mittlerweile macht die Kunststofftechnik 50 Prozent der Firmenaktivitäten aus, erklärt Caroline Hagby. Und den Stellenwert hochwertiger Kunststoffprodukte für EBG stellen die Investitionen am Standort Haunerbusch umso mehr unter Beweis: Etwa zwei Millionen Euro nimmt die von Caroline Hagbys Vater Dag geführte Unternehmensgruppe in die Hand, um das Kiersper Werk fit für die Zukunft und die anspruchsvollen Kunden zu machen. 

Mit 650 Tonnen Schließkraft handele es sich bei der Maschine von Wittmann-Battenfeld um die größte Spritzmaschine, die die Firma in Kierspe je in Betrieb hatte. In erster Linie solle mit ihrer Hilfe ein Großauftrag des Kunden Kiekert, einem Zulieferer aus der Automobilindustrie, nicht nur termingerecht, sondern auch qualitativ hochwertig erfüllt werden. „Dazu wurde in die Peripherie des Geräts nicht nur ein Roboter-Greifarm integriert, der bis zu 15 Kilogramm Gewicht bewegen kann, sondern auch ein Kamerasystem, mit dem sämtliche Teile direkt überprüft werden, wenn sie aus der Form kommen“, heißt es dazu in einer Mitteilung des Unternehmens.

Als weitere Großinvestition stellte Caroline Hagby gestern einen Computertomographen (CT) vor, den bislang nur wenige kunststoffverarbeitende Unternehmen einsetzten. „Mit ihm gelingt es uns, Bauteile zerstörungsfrei und berührungslos zu überprüfen“, erklärt Hagby. Die Technologie, so heißt es weiter, ermögliche der Qualitätsabteilung, die erforderlichen Messungen bei Bemusterungen und in der Serienfertigung sehr kurzfristig und zuverlässig durchzuführen. Allerdings komme der Tomograph vor allem in der Entwicklung zum Tragen, „die Qualitätsüberprüfung ist eher ein Nebeneffekt“.

Insgesamt 65 Angestellte arbeiten für die Firma Schröder Kunststofftechnik am Standort Kierspe. Und auch sie erhielten Zuwachs: Sowohl für den Computertomographen als auch für die Vertriebsabteilung wurde jeweils ein Spezialist eingestellt, wie es vom Unternehmen heißt.

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