Viel Ärger um kleinen Helfer: Streit um Saugroboter landet vor Gericht

Kleine Alltagshelfer und großer Streit: Wegen eines Saugroboters stand eine Frau aus Kierspe vor Gericht
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Kleine Alltagshelfer und großer Streit: Wegen eines Saugroboters stand eine Frau aus Kierspe vor Gericht

„Ich habe das Gefühl, dass Sie mich reinlegen. Warum sollte jemand betrügerisch unterwegs sein, um Sie reich zu machen?“, legte der Richter im Amtsgericht Meinerzhagen die Karten offen auf den Tisch, dass er der angeklagten Kiersperin kein Wort glaubte.

Kierspe/Meinerzhagen –  Die 31-Jährige stritt den Vorwurf, sie habe über Ebay-Kleinanzeigen einen Saugroboter verkauft, 650 Euro dafür kassiert, das Gerät aber nicht abgeschickt, ab. Vielmehr behauptete sie, so einen Roboter nie besessen zu haben.

Zur Tatzeit, Ende Oktober vergangenen Jahres, habe sie ein Handy und keinen Saugroboter übers Internet an eine Frau verkauft. Und zwar an die Frau, die laut Aktenlage angegeben hatte, einen Saugroboter erworben, aber nicht bekommen zu haben. In der Anzeige bei Ebay, die auf den Geburtsnamen der Angeklagten lief, handelte es sich jedoch eindeutig um einen Saugapparat. Jemand habe ihre Daten für seine Betrügereien benutzt, erklärte die Kiersperin. 

Streit um Saugroboter: Frau aus Kierspe vor Gericht

Etwas, das für den Richter nicht nachvollziehbar schien. Warum sollte jemand betrügen und das dadurch erhaltene Geld an die Angeklagte weiterleiten? Und noch etwas sprach gegen die Version der Frau. Denn: Auch die Summe war korrekt. 650 Euro waren auf dem Konto der Angeklagten eingegangen. 

Und für die Behauptung, dieses Geld sei eben für jenes Handy überwiesen worden, hätte der Richter gerne einen Beweis gesehen. Doch den konnte die 31-Jährige nicht liefern. Schließlich hebe sie so einen Papierkram, wie einen Absendenachweis, ja nicht so lange auf.

Vorstrafen brachte die Angeklagte nicht mit – aber aus Sicht des Richters auch keine überzeugende Version der Geschichte. Er war überzeugt, dass die 31-Jährige einen Saugroboter angeboten, aber nicht verschickt hatte. Am Ende lautete die richterliche Entscheidung gegen die Hartz-IV-Empfängerin 600 Euro Geldstrafe wegen Betruges. Zudem muss sie die 650 Euro an die getäuschte Frau zurückzahlen.

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