Durchstich erfolgt: Volme fließt durch Parkareal

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Freuen sich über den Volme-Durchstich, der am Montag erfolgte: Landrat Thomas Gemke (links) und Bürgermeister Frank Emde.

Kierspe - Ein weiterer wichtiger Meilenstein beim Bau des Volme-Freizeitparks ist geschafft: Nachdem erste Planungen und Vorarbeiten schon 2009 begonnen hatten, fließt die Volme seit Montag durch ihr neu gestaltetes Bett.

Landrat Thomas Gemke, Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper, Bürgermeister Frank Emde, Beigeordneter Olaf Stelse, Vertreter der beteiligten Firmen und einige Anlieger waren am Nachmittag beim Durchstich dabei.

"Jetzt sieht man, warum wir hier gearbeitet haben"

„Jetzt sieht man endlich, warum wir hier mehr als ein Jahr auf der Baustelle gearbeitet haben“, sagte Fabio Saladdino von der Ingenieurgesellschaft Mull und Partner, der als zuständiger Bauleiter die Arbeiten rund um das Großprojekt koordiniert.

"Lebensqualität wird sich verbessern"

„Wir freuen uns, dass dieses Regionale-Projekt langsam der Vollendung entgegen geht. Mit dem Volme-Freizeitpark wird sich die Lebensqualität in Kierspe verbessern“, sagte Gemke und sprach von gut angelegtem Geld für den Bau der Freizeitparks: „Dieses Projekt wird Kierspe nach vorne bringen und ist ein weiterer Baustein bei der Renaturierung der Flüsse in Südwestfalen.“

Park soll 2016 eröffnet werden

Auch Bürgermeister Frank Emde freute sich, dass „das Wasser jetzt fließt“ und bezeichnete den Volme-Freizeitpark als einen Mehrwert für seine Stadt. „Sonst wäre hier noch in vielen Jahren eine Brache gewesen, die zu einer schrecklichen Visitenkarte für Kierspe geworden wäre“, so Emde, der hofft, „den Park noch irgendwann in 2016 eröffnen zu können“.

Gestaltung des neuen Flussabschnitts

Stück für Stück wurde die Volme in ihr neues Flussbett (links) umgeleitet.

Zuletzt waren die Arbeiter der Firmen Bauer Umwelttechnik aus Schrobenhausen und ViebahnSell aus Witten damit beschäftigt, den neuen Flussabschnitt zwischen der Firma Ackermann und der Kölner Straße mit Wasserbausteinen und Totholz zu gestalten. „Die Elemente haben wir eingebaut, um die Fließrichtung alle 30 bis 40 Meter ein wenig umzulenken und so zu reduzieren“, sagt Saladdino. Zudem wurden rund 300 Kubikmeter Schotter mit einem Spezialbagger aus dem alten Volmebett entnommen und im neuen verbaut. In Teilbereichen der Böschung wurden sogar schon Rasensamen gesäht und die ersten Halme sind nach nur wenigen Tagen zu erkennen.

Elektrobefischung des alten Flussbetts

Die Vorarbeiten für den Volmedurchstich hatten schon am frühen Montagmorgen begonnen, als der Damm bereits ein Stück geöffnet wurde, um den Wasserstand im alten Flussabschnitt entlang der Bundesstraße 54 zu reduzieren. Dies war notwendig, damit die Arbeiter von ViebahnSell, einem Büro für Landschaftsplanungen, Gewässerentwicklung und Artenschutz, dort eine sogenannte Elektrobefischung durchführen konnten.

280 Fische und Krebse umgesetzt

Von der neuen Einmündung fast an der Kölner Straße zogen die „Fischer“ mit großen Keschern flussaufwärts bis zum Durchstich auf Höhe der Firma Ackermann und entfernten Fische und Krebse aus dem später trocken fallenden Flussabschnitt. Die Tiere wurden nach dem erfolgten Durchstich im neuen Volmebett wieder ausgesetzt.

Neues Flussbett für die Volme

„Wir haben 280 Bachforellen, Flusskrebse, Groppen, Elritzen und Regenbogenforellen gefangen. Diese Anzahl spricht dafür, dass die Wasserqualität absolut im grünen Bereich liegt“, sagte Matthäus Kozinski, für die ökologische Baubetreuung bei der Volmeverlegung zuständig. Rund 90 Prozent aller Tiere seien durch die spezielle Art der Elektrobefischung, bei der die Lebewesen vom Kescher wie von einem Magneten angezogen werden, aus dem bisherigen Flussbett entfernt worden.

Flussverlauf naturnah gestaltet

Mit der Gestaltung des neuen Flussabschnitts im Bereich des Freizeitparks zeigte sich Kozinski sehr zufrieden: „Der Verlauf wurde naturnah geformt, der Fluss hat die Möglichkeit eine eigene Entwicklung zu nehmen.“

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