Gefahren in den kommenden Jahren

Wegen der Dürre: Borkenkäfer breitet sich in Kierspe aus

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Begünstigt durch die extreme Dürre in diesem Sommer kann sich das Borkenkäfer-Problem auch im Wald der Stadt Kierspe zu einem biologischen Waldbrand entwickeln, wenn es im nächsten Frühjahr wiederum so trocken bleibt.

Kierspe - Die Waldschäden durch den Sturm Friederike im Januar waren auf  Kiersper Stadtgebiet recht gering. Doch dann kam die Dürre - und mit ihr die Borkenkäfer.

Zu Beginn des Jahres gab es am 18. Januar den Sturm Friederike, der aber mit 270 Kubikmetern Sturmholz relativ wenig Schaden im Wald der Stadt Kierspe angerichtet hätte. Doch dann sei die extreme Dürre gekommen, wählte Jörn Hevendehl vom Regionalforstamt Märkisches Sauerland teilweise plastische Ausdrücke, um den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Bauen zu erklären, welche Gefahren vom starken Borkenkäferbefall auch noch im kommenden Jahr drohen.

Wegen der großen Trockenheit könnten die Nadelhölzer nicht ihre Harzbarriere aufbauen, daher seien viele Bäume sehr stark vom Borkenkäfer befallen. Hevendehl sprach von einem biologischen Waldbrand, den man im April und Mai kommenden Jahres bekämpfen müsse. Dabei hofft Hevendehl, dass „es feucht bleibt“. Denn der größte Helfer gegen den Käferbefall bleibe das Wetter. Wenn man nichts mache, drohe ein genauso großer Schaden wie beim Sturm Kyrill: Damals waren dem Orkan rund 8000 Hektar Wald zum Opfer gefallen.

Dieselbe Größenordnung drohe auch durch den Käferbefall, wenn man nichts dagegen unternehme. Angesichts dieser Größenordnung sprach Jörn Hevendehl davon, dass man „die Waldlandschaft schützen muss“. Man müsse sich Gedanken darüber machen, wie der Wald in Zukunft aussehen soll. Dabei werden Überlegungen eine Rolle spielen, nicht (nur) Fichte, sondern vielmehr andere Baumarten anzupflanzen, die dann tiefer wurzelten und sich Wasser aus der Tiefe holen würden – wie zum Beispiel die Douglasie.

Aktuell hat der Borkenkäferbefall natürlich erhebliche Auswirkungen auf die Vermarktung des Holzes aus dem städtischen Wald. Wie der Forstbeamte erklärte, habe es einen starken Preisverfall gegeben. Zudem sei der Markt überlastet.

Von 1154 Festmetern Kiersper Holz – 900 Festmeter davon seien Käferholz – habe man 950 Festmeter verkauft. Den Rest habe man noch nicht in den Sägewerken unterbringen können. Hevendehl geht davon aus, dass es auch im kommenden Jahr weiter Käferholz (500 Festmeter) geben wird. Aus diesem Grund werde auch kein frisches Holz geschlagen.

„Frisches Holz nimmt niemand ab“, betonte der Forstbeamte. Was bedeutet, dass nach einem Gewinn von 29 000 Euro dieser im kommenden Jahr – laut Wirtschaftsplan – auf 3000 Euro sinken wird. Im kommenden Frühjahr werden die Ausschussmitglieder die jetzt vertagte Waldbesichtigung – im städtischen Besitz befinden sich derzeit 27 000 Festmeter, davon 30 Prozent Laubholz – nachholen. „Hoffentlich ist es dann nebelig und feucht, da dies die wirkungsvollste Maßnahme gegen den Borkenkäferbefall ist“, so Jörn Hevendehl. Der Wirtschaftsplan 2019 für den Wald der Stadt Kierspe wurde einstimmig vom Ausschuss für Bauen und Umwelt verabschiedet.

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