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Schock für Eltern: Zukunft von evangelischer Kita ungewiss

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Von: Frank Zacharias

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Symbolbild Kindergarten Kita Kinder2
Sorgenvoller Blick in die Zukunft (Symbolbild): Die evangelische Kindertagesstätte in Rönsahl könnte geschlossen werden - wenn sich kein neuer Träger findet. © Mediasuite

Diese Nachricht dürfte viele Familien schockieren: Die Evangelische Kirchengemeinde Rönsahl hat am Donnerstagmittag mitgeteilt, die Trägerschaft für die Kindertagesstätte am Stade abgeben zu müssen.


Rönsahl - In Form einer Pressemitteilung hat sich der Evangelische Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg geäußert und darin die Entscheidung des Presbyteriums der Kirchengemeinde Rönsahl veröffentlicht: Demnach habe man sich in dieser Woche dazu entschieden, die Trägerschaft der eigenen Kindertagesstätte zum 31. Juli 2022 abzugeben.

„Wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die in der Zusammenarbeit mit der Stadt Kierspe, dem Jugendamt des Märkischen Kreises und dem Evangelischen Trägerverbund für Kindertageseinrichtungen im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg, erläutert und diskutiert wurden, konnten diese Entscheidung leider nicht abwenden“, heißt es in der Mitteilung.

Als Hauptgrund werden die „immer größer werdenden Herausforderungen der Finanzierung des Betriebs der Kindertagesstätte“ genannt. Die Kirchengemeinde Rönsahl trage hier im Jahr rund zehn Prozent der Gesamtkosten, was allerdings ein Drittel ihrer jährlichen Kirchensteuerzuweisungen ausmacht. Vor allem aufgrund des kontinuierlichen Rückgangs von Gemeindegliedern über die letzten Jahre, hat die Kirchengemeinde immer weniger Geld zur Verfügung, mit der sie aber noch viele weitere Kosten, unter anderem in den Bereichen Personal und Gebäude, decken müsse. So etwa die anteiligen Kosten für die Pfarrstelle, das Gemeindehaus und die Servatiuskirche.

Die Möglichkeiten sind nun ausgeschöpft.

Aus der Mitteilung des Kirchenkreises

„Dennoch wurden jedes Jahr rund 40.000 Euro in den Betrieb der Kindertagesstätte investiert. Um die Kosten decken zu können, nahm die Kirchengemeinde in den letzten Jahren sogar Geld aus eigenen Rücklagen. Diese Möglichkeiten sind nun aber auch ausgeschöpft.“

Zudem sei das Gebäude am Stade grundlegend sanierungsbedürftig. „Neben dem konstruktionsbedingt undichten Dach und den in den letzten Jahren verschärften Vorgaben für das Raumkonzept von Kindertagesstätten, ist die Nutzung des bestehenden Gebäudes sehr schwierig“, heißt es weiter. Die Verantwortlichen seien somit gezwungen gewesen, jetzt zu entscheiden, wie es langfristig mit der Kindertagesstätte weitergehen kann. Die hohen Kosten für die Trägerschaft, mögliche Ausgaben für eine notwendige Gebäudesanierung bei immer geringeren Eigenmitteln, sei in Summe als finanzielle Belastung für die Kirchengemeinde zu groß geworden.

Brigitte Denda ist Vorsitzende des Rönsahler Presbyteriums. Sie bedauert diesen Schritt außerordentlich, wie sie sagt. „Doch auch wir als Evangelische Kirchengemeinde unterliegen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, auf die wir nur sehr bedingt Einfluss nehmen können.“ Es seien zahlreiche Gespräche geführt worden. „Wenn aus unserer Sicht hierbei eine zielführende Lösung für das Problem herausgekommen wäre, hätten wir sicher nicht so entschieden.“

Die Kirchengemeinde hat das Gebäude am Stade Anfang der 1960er-Jahre gebaut „und seitdem die Kindertagesstätte voller Überzeugung betrieben“, wie es heißt. „Uns war es immer wichtig für die Kinder da zu sein und sie auf ihrem Lebensweg ein Stück zu begleiten. Es tut sehr weh, dass wir diese Arbeit ab Sommer nicht mehr fortführen können.“

Keine Informationen gibt es bislang dazu, wie es nun weitergeht für die Kinder in Rönsahl, ob ein neuer Träger bereit steht. Wir berichten weiter.

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