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Drohendes Embargo: Kiersper Öl-Händler gibt Tipps

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Von: Johannes Becker

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Die Zeit der Panikkäufe ist wohl vorbei. Trotzdem kaufen die Kunden Heizöl, um auf weitere Überraschungen vorbereitet zu sein.
Die Zeit der Panikkäufe ist wohl vorbei. Trotzdem kaufen die Kunden Heizöl, um auf weitere Überraschungen vorbereitet zu sein. © Christian Charisius

„Die Zeit der Panikkäufe ist vorbei, doch nachdem es rund um Ostern sehr ruhig war, sind es jetzt vor allem die Vorsichtigen, die nachtanken“, sagt Jens Prüschenk. Und dieses Verhalten empfiehlt er auch seinen Kunden. „Man sollte den Tank immer so halb voll halten, damit man auch mal ein paar Monate überbrücken kann. Vor allem vor Beginn der Heizsaison sollte der Heizöltank keinesfalls leer sein“, sagt er.

Kierspe - Dass das bei den derzeitigen Preisen kein Vergnügen ist, weiß er auch, selbst wenn die Preise sich derzeit nicht auf dem Niveau wie im März befinden, als für den Liter Heizöl inklusive Steuern auch schon mal zwei Euro aufgerufen wurden. „Die Menschen sind sehr verunsichert. Das merken wir auch in den Gesprächen mit unseren Kunden. Solch einen intensiven Austausch hatte ich noch nie“, erzählt Potthoff, der schon seit Jahrzehnten im Gespräch mit den Kunden ist.

Doch auch, wenn Potthoff mit dem Heizölgeschäft aufgewachsen ist, ein Blick in die Zukunft des Ölhandels bleibt auch ihm verwehrt. Was ein Ölembargo bedeuten würde, kann auch er nicht abschließend sagen. Beruhigt ist er aber, dass das Öl nicht aus dem Osten, sondern aus dem Westen kommt. Die Lkw, die den Brennstoff nach Kierspe bringen, fahren üblicherweise eine Raffinerie in Köln an. „Die wird meines Wissens vor allem mit Schiffen über den Rhein beliefert, und einige der Raffinerien im Rheinland haben auch eine Pipeline an die Nordseeküste“, erklärt der Kiersper Heizölhändler.

Bis zu 100 000 Liter Heizöl können in Kierspe zwischengelagert werden. „So ein großes Lager hat heute kaum noch jemand. Das stammt noch aus einer Zeit, als die strengen Winter eine Abholung des Öls in der Raffinerie nicht an allen Tagen und vor allem Nächten möglich machten. Heute spielt das aber keine so große Rolle mehr“, sagt der Kiersper.

Jens Potthoff selbst ist heute Niederlassungsleiter. Auch wenn der alte Firmenname Potthoff und Prüschenk noch auf dem Firmengelände gegenwärtig ist und darunter beispielsweise noch die Waschanlage geführt wird, spielt diese Firma im Heizölhandel keine Rolle mehr. Schon vor Jahren hat Potthoff an die Firma Bischoff und Vielhauer verkauft – und damit an einen der größten Händler in NRW.

Mit seinen Mitarbeitern und dem Tankwagen, der nur in einer Schicht tagsüber unterwegs ist, beliefert Jens Potthoff längst nicht mehr nur Kunden in Kierspe und Meinerzhagen. Der Wagen steuert auch Tanks in Wohnhäusern in Lüdenscheid, Olpe, Bergneustadt oder Gummersbach an. Potthoff: „Wir fahren so rund 35 Kilometer um Kierspe herum, alles was weiter weg ist, wird von einer anderen Niederlassung versorgt.“

Heizölverbrauch

Ohne Heizöl ist der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands kaum vorstellbar. Doch mittlerweile ist der Abschied von diesem fossilen Energieträger gewünscht. In Kürze werden neue Ölheizungen kaum noch genehmigt. Doch auch ohne gesetzliche Vorgaben ist der Verbrauch des Heizöls in Deutschland stetig gesunken: von 38 Millionen Tonnen im Jahr 1997 hat er sich innerhalb von 20 Jahren mehr als halbiert auf rund 16 Millionen Tonnen im Jahr 2017. Die Ursache für diesen Rückgang sind vielfältig. Zum einen gewinnen und gewannen andere Energieträger wie Gas eine immer größere Bedeutung. Aber auch Wärmepumpen hielten vor allem im Neubau Einzug. Doch auch die Ölheizung hat sich in den Jahren immer weiter entwickelt. So kommen moderne Öl-Brennwertheizungen mit deutlich weniger Kraftstoff aus. Dazu kommen Vorgaben zum Energiebedarf bei Neubauten und viele Altbauten, die gedämmt wurden und deshalb deutlich weniger Heizenergie benötigen. Quelle: www.dein-heizungsbauer.de

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