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DRK-Testzentrum: „Wir wurden überrannt“

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Von: Detlef Ruthmann

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In Kiersper Apotheken gibt es keine Engpässe bei den Corona-Tests
Mit der Einführung der 3G-Regel bei Unternehmen und der Rückkehr zum kostenlosen Test stieg die Zahl der Besucher im Testzentrum deutlich an. © Karl-Josef Hildenbrand / dpa

„Die haben uns überrannt“, sagt Pascal Hülle, Vorstand des DRK-Kreisverbands, der in Kierspe an der Kölner Straße ein Testzentrum betreibt.

Kierspe - Am Anfang der Corona-Pandemie, als die Tests kostenlos waren, kamen pro Tag durchschnittlich etwa 160 Personen, um sich testen zu lassen. Als dann aber die Tests kostenpflichtig wurden, sank die Zahl der Bürger rapide ab: Im Schnitt waren es nur noch 25 Menschen, die ins ehemalige Kreativzentrum kamen. „Aktuell steigen die Zahlen enorm, sodass wir bei geringeren Öffnungszeiten zwischen 180 und 220 Testungen am Tag haben“, weiß Pascal Hülle, dass die Rückkehr zu kostenlosen Bürgertests, aber auch die 3G-Regel (Geimpft, genesen oder negativ getestet) in den Unternehmen zu diesem Ansturm beim DRK geführt hat.

Die Konsequenz: Das Testzentrum öffnet ab dem der kommenden Woche an sechs Tagen (Montag bis Samstag), dafür wurde auch schon mehr Personal eingestellt. Dafür kann sich jeder online unter https://schnelltest-drk-mk.de/anmeldung/kierspe anmelden. Wichtig ist natürlich, dass das DRK über ausreichend Tests verfügen kann. „Wir sichern unseren Nachschub über verschiedene Kanäle“, sagt Hülle. Er weiß aber ebenso wie die Apotheker in Kierspe, dass die Preise für die Tests aufgrund der großen Nachfrage stark ansteigen.

Preise im Steilflug

Christiane Karge von der Apotheke am Wildenkuhlen spricht sogar von einem Steilflug und erklärt, dass es an der vergleichsweise geringen Menge liegt, die bestellt wird. Bei 10 000 oder mehr Stück erhalte man natürlich andere Konditionen – wie beispielsweise die Discounter, die in ganz anderen Mengen orderten. „Dabei will ich nicht an Corona verdienen, sondern helfen“, betont Bärbel Schulz, Apothekerin von der Rauk-Apotheke, dass es keinen hohen Aufschlag gibt.

Wir wurden im Testzentrum überrannt.

Pascal Hülle, Vorstand des DRK-Kreisverbands

Sowohl Karge als auch Schulz und Franz-Josef Ruthmann (Montigny-Apotheke) sowie Hartmut Gerlach (Post-Apotheke) haben noch Tests vorrätig und Nachschub ist bestellt. Das gilt sowohl für die Nasen-Rachen- als auch für Lolli- und Spuck-Tests. Wie das jedoch in den nächsten Tagen aussieht, ist offen. „Wir kriegen so gut wie gar nichts mehr“, spricht Hartmut Gerlach von einem Schwebezustand.

Das Problem dabei zeigt Bärbel Schulz auf: Es sei schwierig zu kalkulieren, welche Mengen an Tests man bestellen soll. Dabei erinnert sie sich ans vergangene Jahr, als hinsichtlich der Masken das passierte, was nun ebenfalls zu befürchten ist. Wenn die Discounter Schnelltests anbieten, dann aufgrund der zuvor bestellten riesigen Mengen zu absoluten Tiefstpreisen. Wie seinerzeit bei den Masken können sich die Apotheken keine großen Mengen an Tests auf Halde legen, da sie möglicherweise darauf sitzen bleiben.

Kleine georderte Chargen

Auch wenn die Apothekerinnen und Apotheker aus Sicherheitsgründen immer wieder selbst testen und diese Möglichkeit ebenfalls ihren Mitarbeiterinnen Tests – als Unternehmer sollen sie wie alle anderen Firmen ihren Angestellten zwei Tests pro Woche ermöglichen – anbieten, so handelt es sich dennoch um vergleichsweise kleine Chargen, die geordert werden – und dies, wie bereits gesagt, zu deutlich steigenden Preisen.

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