Wahl 2020: Hentschel tritt erneut an

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Jörg Hentschel (3. von links) tritt erneut als Bürgermeisterkandidat an. Unterstützt wird er dabei vom Vorstand seiner Partei: Vera Maiwurm, Peter Christian Schröder, Claudia Maiwurm und Wolfgang Sikora (von links). Aber auch Sylke Hentschel (4. von links) steht voll hinter der Entscheidung ihres Mannes und des FWG-Vorstands.

Kierspe - Ja, er will – schon wieder. Bereits 2014 trat Jörg Hentschel zur Bürgermeisterwahl in Kierspe an. Damals für die SPD. Nun, nachdem er im Frühjahr dieses Jahres Mitglied der FWG geworden war, tritt er für diese Partei an.

„Der Wunsch, Bürgermeister in Kierspe zu werden, hat sich nicht verändert“, so begründet Hentschel seine erneute Kandidatur. 2014 bekam Hentschel, der damals gegen Bürgermeister Frank Emde antrat, nicht ganz 25 Prozent der Stimmen und damit rund drei Prozent weniger als die SPD, für die er antrat. In diesem Wahlergebnis sieht Hentschel aber keinen Grund, nicht erneut anzutreten: „Die jetzige Situation ist eine ganz andere. Damals musste ich gegen einen amtierenden Bürgermeister antreten. Jetzt trete ich gegen Kandidaten an, die sich ebenfalls zum ersten Mal zur Wahl stellen.“

Außerdem habe er nach fünf Jahren im Stadtrat noch mehr Lust auf das Amt als zuvor. Unterstützung erhält er auf breiter Front vom Vorstand der Freien Wählergemeinschaft, die ihn auch schon unterstützt hatte, als er vor fünf Jahren antrat. „Eine Kandidatur von Jörg Hentschel war keinesfalls Voraussetzung, als er im Frühjahr Mitglied bei uns wurde“, sagt Peter Christian Schröder, Vorsitzender der Freien Wählergemeinschaft. Er unterstreicht aber, dass er, genau wie seine Vorstandskollegen, sehr froh sei, dass Hentschel antrete.

„Es ist Zeit für einen politischen Bürgermeister. Wir brauchen in Kierspe dringend neue Ideen und keine Fortführung der Verwaltungsmentalität“, formuliert er. Der Parteichef lobt die guten Eigenschaften des Kandidaten und nennt diesen „offen, teamfähig und empathisch“. „Das ist uns sehr wichtig, es wird Zeit, dass wir einen guten Verwaltungschef in Kierspe bekommen“, so Schröder weiter. An dieser Stelle schaltet sich auch Hentschel ein: „Ich habe große Wertschätzung für unsere Verwaltung, der ich, sollte ich gewählt werden, immer ein offenes Ohr schenke. Ich kann zusagen, dass ich mein Amt mit der größtmöglichen Transparenz führen würde – gegenüber den Bürgern und den Verwaltungsmitarbeitern.“

Sein Ziel sei es, als Bürgermeister dafür zu sorgen, dass die Verwaltungsmitarbeiter gerne zur Arbeit gingen. „Dafür wollen wir abfragen, wie belastet die Mitarbeiter sind. Ich glaube nämlich, dass die Belastung im Moment aufgrund der Personaleinsparungen in den vergangenen Jahren sehr hoch ist“, so Hentschel – und abschließend: „Meine Tür wird immer offenstehen, da wird nichts hintenrum entschieden.“ Hentschel betont, dass er sich die Entscheidung, erneut zu kandidieren, nicht einfach gemacht habe: „Ich habe das mit meiner Familie intensiv besprochen. Sowohl meine Frau als auch meine vier Kinder stehen voll hinter mir.“

Bei den politischen Zielen und dem eigenen Programm ist der Kandidat noch zurückhaltend – und verweist auf den neunmonatigen Wahlkampf, der noch vor ihm liegt. Doch bereits jetzt sieht er in einigen Bereichen dringenden Handlungsbedarf. Als Beispiel nennt er Perspektiven für die jungen Menschen, die in Kierspe aufwachsen. „Wir müssen Perspektiven vor Ort bieten. Dazu gehören Arbeitsplätze – und die kann es nur geben, wenn es uns gelingt, Gewerbeflächen auszuweisen, auf denen sich neue Unternehmen ansiedeln können“, sagt er.

Aber auch die Anliegen der Jugendlichen möchte er ernst nehmen und verspricht, diese in Entscheidungsprozesse stärker einzubinden. Hentschel verweist auch auf den demografischen Wandel, der die Kommune vor große Herausforderungen stelle. Er verspricht, die Barrierefreiheit, die Nahversorgung und die ärztliche Versorgung ganz oben auf seine Agenda zu setzen. „Die Stadt tut da bereits einiges, aber eben noch nicht genug. Wenn nichts passiert, haben wir im Frühjahr gerade noch drei Allegemeinmediziner in Kierspe. Das ist viel zu wenig“, sagt Hentschel und schlägt vor, dass die Kommune beispielsweise ein medizinisches Versorgungszentrum bauen könnte.

Im Frühjahr des kommenden Jahres will Hentschel zu seinem Programm und dem seiner Partei mehr sagen. Dann liegt auch der Parteitag hinter den Freien Wählern, auf denen der Kandidat auch von den Mitgliedern bestätigt werden soll.

Zur Person

Jörg Hentschel, verheiratet und Vater von vier Kindern, wurde 1969 in Remscheid geboren. Nach Ausbildungen zum Industriemechaniker und Maschinenbauzeichner wechselte er Anfang der 1990er-Jahre in den Polizeidienst in Wuppertal. Nach neun Jahren ging er zur Kriminalpolizei. Mit seiner Frau Sylke, die er im Polizeidienst kennenlernte, zog er 2004 in deren Heimatstadt Kierspe. 2011 wechselte er auch seinen Arbeitsplatz und begann seinen Dienst bei der Kripo in Lüdenscheid. Seit 2018 ist der Oberkommissar bei der Kriminalpolizei in Gummersbach tätig.

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