Mutwillig herbeigeführter Wasserschaden: Gesamtschulraum nicht nutzbar

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Für ein paar Wochen kann einer der Kunsträume an der Gesamtschule aufgrund eines Wasserschadens nicht genutzt werden.

Kierspe - Drei mutwillig herbeigeführte Wasserschäden führen zu einer Beeinträchtigung des Kunst- und Technikunterrichts an der Kiersper Gesamtschule. Noch ist unklar, wie ein Teil der Reparaturen ausgeführt werden kann.

Klar ist dagegen, wer den letzten und gravierendsten Schaden im Kunstbereich der Schule verursacht hat. Nach Informationen des Pressesprechers der Kreispolizeibehörde wurden innerhalb von wenigen Wochen gleich drei Schäden im Kunstbereich der Gesamtschule herbeigeführt. Bei der ersten Tat wurden die Abflüsse von Waschbecken verstopft und anschließend der Wasserhahn aufgedreht. Das austretende Wasser beschädigte nicht nur den Boden in diesem Raum, sondern auch den in dem darunterliegenden Technikraum. Dort war der Schaden so groß, dass das Parkett ausgetauscht werden muss.

„Das ist mehr als ärgerlich. Allerdings hätte das Stirnholz in diesem Raum in nächster Zeit sowieso ausgetauscht werden müssen, da es in den fast 50 Jahren, die es dort liegt, arg strapaziert wurde“, erklärt Stefan Müller, Organisationsleiter und stellvertretender Schulleiter.

Mit dem zweifelhaften Erfolg seines Tuns war der Täter wohl nicht zufrieden und manipulierte nur kurze Zeit nach der ersten Tat erneut das Wassersystem. Diesmal entfernte er die Siphons unterhalb der Waschbecken. Dadurch konnte sich das Wasser aus den aufgedrehten Wasserhähnen ungehindert auf den Boden ergießen. Glücklicherweise hielt sich der Schaden dieses Mal in Grenzen.

Zwei Quadratmeter große Beule im Stirnholzparkett

Einen erneuten „Anschlag“ gab es in der vergangenen Woche. Diesmal war wieder ein Kunstraum betroffen – allerdings ein Nachbarraum des bisherigen Tatorts. Dort wurde das Gitter des Abflusses herausgenommen und dieser verstopft. Das Wasser sammelte sich aus den erneut manipulierten Waschbecken auf dem Boden, konnte aber nicht abfließen. Dadurch wurde das Stirnholzparkett in dem Kunstraum stark geschädigt. Das Holz quoll auf und bildete auf rund zwei Quadratmetern große Beule in dem Raum, der dadurch erst einmal nicht mehr nutzbar ist.

„Im Moment sind dort Trocknungsgeräte im Einsatz. Erst wenn diese ihre Arbeit getan haben, wissen wir, wie der Schaden repariert werden kann. Sollte sich die Beule nach dem Trocknen nicht senken, wird entschieden, ob ein Austausch eines Teilbereichs des Stirnholzparketts ausreicht – oder ob ein komplett neuer Boden verlegt werden muss“, erklärt Müller. Aufgrund dessen gibt es auch noch keine Angaben zu den Reparaturkosten.

Letzter Vorfall konnte aufgeklärt werden

„Zumindest der letzte Vorfall ist aufgeklärt und der Täter bekannt“, teilt Schulleiter Johannes Heintges mit. Welche strafrechtlichen Konsequenzen auf diesen zukommen und ob er schadensersatzpflichtig ist, ist abhängig vom Alter des Schülers, zudem der Schulleiter aber keine Angaben machen wollte. „Neben den strafrechtlichen Ermittlungen der Polizei und den sich daraus ergebenden Folgen haben wir auch Ordnungsmaßnahmen der Schule, die in einem solchen Fall, greifen“, erklärt Heintges.

Was das in diesem Fall bedeutet, dazu wollte der Schulleiter keine Angaben machen, um nicht dem Ergebnis der Teilkonferenz, die über die zu ergreifenden Maßnahmen befindet, vorzugreifen. Grundsätzlich sehe das Schulgesetz einen weiten Rahmen vor. So gebe es die Möglichkeit, Schülern Arbeitsstunden aufzuerlegen, die in einem Zusammenhang mit der begangenen Tat stehen, denkbare wäre auch ein zeitweiser Ausschluss vom Unterricht oder gar die Verweisung von der Schule.

Schulleiter Heintges lobte Belohnung aus

„Diese Maßnahmen sind Teil der pädagogischen Arbeit, mit der wir sehr erfolgreich sind. Natürlich wird ein solcher Vorfall auch Teil des Unterrichts und in den Klassen gesprochen“, so Heintges. Was zur Ermittlung des Täters geführt hatte, dazu wollte der Schulleiter nicht ins Detail gehen. Er hatte allerdings unmittelbar nach der Tat eine Durchsage an alle Schüler gemacht und auch eine Belohnung ausgelobt.

So offen wollte man im Hauptausschuss, der in dieser Woche tagte, mit dem Thema nicht umgehen. Dort hatte SPD-Ratsmitglied Oliver Busch nach den Sachbeschädigungen gefragt. Nach einer kurzen Ausführung des Ersten Beigeordneten Olaf Stelse zu dem Vorfall, in dessen Rahmen er ausführte, dass für den Schaden keine Versicherung aufkomme, beendete Bürgermeister Frank Emde die Aussprache zu diesem Thema und kündigte an, alle weiteren Ausführungen dazu nur im nichtöffentlichen Teil der Sitzung zu tätigen.

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