Viele Vorschläge und Ideen für die Entwicklung von Rönsahl

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Vor dem Start der Ortsbegehungen erläuterten die Stadtplanerinnen Christine Loth (2. von rechts) und Susanne Neumann (rechts) in der Historischen Brennerei den Ablauf der Zukunftswerkstatt zum Dorfinnenentwicklungskonzept.

Rönsahl - Erst mal draußen schauen, was die Realität so bietet, und dann drinnen planen, wie die Zukunft aussehen kann: So gestaltete sich am Samstagnachmittag die Zukunftswerkstatt zur Erstellung des Dorfinnenentwicklungskonzepts Rönsahl. Angesprochen waren alle Bürger des Grenzdorfs.

Gut 30 trafen sich trotz des Dauerregens um 14 Uhr an der Historischen Brennerei. Dort starteten die drei von den Stadtplanern Susanne Neumann, Christine Loth und Sebastian Dürr geleiteten Themenwanderungen. In den Gruppen ging es um Perspektiven zur Dorfentwicklung, um die Gestaltung der Ortsmitte und um das Thema Natur, Freizeit und Erholung. Wie beim Einstieg in die Bürgerbeteiligung vor drei Wochen ging es auch am Samstagnachmittag darum, Stärken und Schwächen im Dorf aufzuzeigen und für die Zukunft wichtige Verbesserungen anzuregen.

Zu den Stärken zählten die Teilnehmer der Erkundungsgänge die 22 Baudenkmäler. Vor allem die alten, meist liebevoll renovierten Villen seien ortsbildprägend. Angeregt wurde eine Überarbeitung der für den Kernbereich gültigen Gestaltungssatzung.

Den Teilnehmern der Begehungsgruppe „Ortsmitte“ fiel auf, dass bei Umbauten zuletzt wenig Rücksicht auf die Außendarstellung genommen wurde. Hinzu kamen weitere Anregungen, die nach der Begehung in den Räumen der Historischen Brennerei in Arbeitsgruppen sowie im Plenum vertieft beraten wurden.

Die „Touristiker“ traten für mehr Sitzbänke und die Schaffung eines Rundwanderwegs um die Kerspe-Talsperre ein. Sie mahnten den Ausbau der Gastronomie im Dorf an und und traten für die Schaffung von Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste ein. Bemängelt wurde das vesteckt am Parkplatz hinter der Servatiuskirche angebrachte Hinweisschild für Radtouristen.

Lebhafte Diskussionen gab es immer wieder beim Erkundungsgang im Dorf – hier bei der Gruppe unter Leitung von Stadtplanerin Christine Loth (rechts).

Das, so der Vorschlag, gehöre auf den Marktplatz an der Hauptstraße. Die Gruppe „Dorfentwicklung“ sprach sich für eine vorsichtige Ausweisung von zusätzlicher Siedlungsfläche für Wohnen und Gewerbe aus. Der dörfliche Charakter müsse dabei erhalten bleiben. Zum Thema wurde das bereits erschlossene kleine Baugebiet an der Straße Vor dem Isern.

Auf dem Gelände der ehemaligen Märkischen Werkstätten entstehen einige Wohnhäuser und eine Einrichtung für betreutes Wohnen im Alter. Weitere Bauflächen bieten sich laut Meinung der Teilnehmer der Zukunftswerkstatt in südwestlicher Richtung auf dem Gelände zwischen den Straßen Vor dem Isern und Kerspeweg an. Dieser Bereich schließt mit der Tankstelle, dem Imbissbus und einem Autoverkaufsplatz zur Hauptstraße hin ab.

Dort könnten sich einige Bürger aktuell schon optische Verschönerungen vorstellen. Natürlich war in diesem Zusammenhang die Bundesstraße 237 (Hauptstraße) ebenfalls ein Thema. Mehr Grün und mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger, dazu mitten im Dorf die Schaffung eines Tor-Effekts in Höhe von zwei nah an der Straße stehenden Häusern – so lauteten einige Ideen zur schwierigen Umgestaltung der Straße.

Zentral im Dorf, direkt an der Hauptstraße, steht das baufällige ehemalige Hotel zur Leye. Für diesen großen Komplex wurde mit Blick auf die Sicherung der Nahversorgung erneut eine multifunktionale Nutzung gefordert. Arztpraxis, Dorfladen, Café, Fremdenzimmer oder Begegnungsstätte: Vorschläge gibt es genug – problematisch dürfte jedoch die Finanzierung werden.

Dazu kamen im Laufe des Nachmittags viele weitere Anregungen. Sie werden von den Städteplanerinnen Susanne Neumann und Christine Loth jetzt in einem Konzept gebündelt und im Fachausschuss und im Stadtrat präsentiert und dort dann beraten. Weitere Bürgerinformationen werden sich bis zum kommenden Frühjahr anschließen. Erste Projekte könnten dann schon im Sommer 2018 konkret in Angriff genommen werden, so lautet die weitere Planung zum Dorfinnenkonzept.

Etwas außen vor steht bei der Planung bislang aber noch die Dorfjugend. In Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum war die Teilnahme einer Jugendgruppe an der Zukunftswerkstatt geplant. Das hat nicht geklappt. Daher gibt es für die Jugendlichen in einigen Wochen einen Termin, bei dem sie ihre Wünsche und Vorstellungen zur Dorfinnenentwicklung einbringen können.

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