Drei Gedenkfeiern in Kierspe und Rönsahl

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Die Gedenkrede zum Volkstrauertag am Ehrenmal in Rönsahl hielt Georg Seidel. Umrahmt wurde die Feierstunde von Beiträgen des Posaunenchores der evangelischen Kirchengemeinde.

KIERSPE/RÖNSAHL - „Weil die Toten schweigen, beginnt immer wieder alles von vorn.“ Mit diesen mahnenden, eindringlichen Worten des französischen Philosophen Gabriel Marcel (1889 – 1973) begann der Kiersper Bürgermeister Frank Emde am Sonntagvormittag seine Gedenkrede zum Volkstrauertag am Ehrenmal an der Kölner Straße.

Der Bürgermeister erinnerte daran, dass der Volkstrauertag traditionell der Toten der beiden Weltkriege gedenke, aber schon seit Langem auch die heutigen Opfer von Krieg und Terror mit einbeziehe. So nahm Frank Emde unter anderem Bezug auf die bürgerkriegsähnliche Zustände in mehreren arabischen Staaten, auf den Amoklauf von Anders Behring Breivik in Norwegen und die Mordserie der NSU-Terrorzelle in Deutschland.

Mit anfangs genannten Worten wolle Gabriel Marcel zum Ausdruck bringen, „dass wir jeglicher Gewalt etwas entgegensetzen müssen“, so der Bürgermeister. Und Gedenken am Volkstrauertag bedeute aktives Entgegensetzen, betonte Emde, in Anschluss an dessen Rede die Kranzniederlegung durch die Feuerwehr Kierspe erfolgte. Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde vom Männerchor Kierspe und Götz Land.

Zuvor fanden am Sonntagvormittag Gedenkstunden am Ehrenmal in Rönsahl sowie auf dem Soldatenfriedhof am Büscherweg statt. Der Feierstunde in Rönsahl verlieh der Posaunenchor der dortigen evangelischen Kirchengemeinde den musikalischen Rahmen. Die Gedenkrede hielt Georg Seidel.

Gedanken zum Begriff des Friedens

Die Sehnsucht der Menschen nach Frieden, so ließ Seidel „zwischen den Zeilen“ anklingen, komme wohl nur bei wenigen Anlässen im Jahreslauf so deutlich zum Ausdruck wie eben am Volkstrauertag. „Aber Frieden – wo und was ist Frieden angesichts der erschreckenden Tatsache, dass an vielen Stellen der Welt Tag für Tag kriegerische Auseinandersetzungen mit schlimmsten Folgen nicht nur für die direkt betroffenen Menschen zu beklagen sind?“, so Seidel. Gedanken zum Begriff des Friedens und dem, was Menschen daraus machen, griff der Redner anhand eines Gedichtes aus der Feder von Hans-Jürgen Greilich auf und regte auf diese Weise zum Nachdenken an. Abhörskandale, Missachtung von Datenschutzgesetzen, rechtsradikaler Terror, von dem auch unser Land betroffen ist, mahnten in unserer Zeit zur Wachsamkeit, hieß es sinngemäß in diesem Zusammenhang.

Im Anschluss an die Rede erfolgte zur Ehrung der Kriegsgefallenen die Kranzniederlegung durch Ortsbürgermeister Horst Becker und Georg Seidel.

Die Gedenkstunde auf dem Soldatenfriedhof am Büscherweg eröffnete die Sängervereinigung Vorth-Grünenbaum. Danach sprach Pastor Georg Myrda zu den Anwesenden: Er erinnerte daran, dass es nie zuvor so viele Opfer von Krieg, Terror und Gewalt gegeben habe wie im vergangenen Jahrhundert und appellierte mit einem Zitat des ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss (1884 – 1963): „Sorgt ihr, die noch im Leben steht, dass Frieden bleibe.“ Im Anschluss an die Kranzniederlegung am Ehrenmal des Soldatenfriedhofs wurde auch am Denkmal der Zwangsarbeiter ein Kranz niedergelegt. Neben der Sängervereinigung Vorth-Grünenbaum begleitete Götz Land die Gedenkstunde am Büscherweg musikalisch.

Dominic Rieder und Rainer Crummenerl

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