51-Jähriger aus Kierspe vor dem Amtsgericht Meinerzhagen

Von drei Autos Nummernschilder demontiert - und drei Mal ohne Führerschein gefahren

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Symbolfoto

Kierspe - Weil so viele Fahrzeuge auf dem Privatparkplatz an seinem Wohnhaus in Kierspe standen, hatte dies einen Mann verärgert. Kurzerhand montierte er von drei Wagen jeweils ein Nummernschild ab und nahm sie mit zu sich.

Die Eigentümer sollten sich bei ihm melden, damit er ihnen die Meinung sagen konnte, erklärte der 51-Jährige im Amtsgericht Meinerzhagen. Dort wurde er wegen dreifachen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und fahrlässiger Trunkenheitsfahrt zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Zudem erteilte der Richter eine Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis von einem Jahr. Den ebenfalls angeklagten Diebstahl der Nummernschilder stellte das Gericht im Hinblick auf die weitere Anklage ein. Der Richter äußerte Zweifel an der Zueignungsabsicht, also dem behalten Wollen der Schilder.

Eine solche sei aber Voraussetzung für einen Diebstahl. Alle drei Fahrer hatten ihre Kennzeichen zurück bekommen. Bestraft wurde der Kiersper aber trotzdem: Er war am 14. Mai in Kierspe, sowie am 21. Juli und am 21. November vergangenen Jahres in Meinerzhagen am Steuer eines Autos erwischt worden, obwohl er keine Fahrerlaubnis hat. Im November hatte er zudem Alkohol im Blut. 1,16 Promille, wie ein Test ergab.

Der Angeklagte gab sämtliche Taten zu. „Ich habe daraus gelernt und das Auto verkauft“, erklärte der 51-Jährige. Einen Beweis dafür hatte er nicht dabei. Er gab aber an, dass das Fahrzeug seit etwa zwei Monaten umgemeldet sei. Auf die Angaben des Mannes wollte sich der Richter nicht verlassen.

Er rief die Zulassungsstelle der Straßenverkehrsbehörde an. Und siehe da: Das Fahrzeug ist seit Dezember abgemeldet und sowohl Fahrzeugschein als auch Fahrzeugbrief befinden sich wegen Fälschungsverdachts bei der Polizei. Bei der Urteilsverkündung sprach sich der Vorsitzende für den Einzug des Pkw unter Vorbehalt aus. Kann der Angeklagte bis zum 30. Juni nicht nachweisen, das Auto tatsächlich verkauft zu haben, ist der Wagen weg.

Als Bewährungsauflage muss der 16-fach Vorbestrafte (auch einschlägig) mit einem Bewährungshelfer zusammenarbeiten. Tut er dies nicht, oder wird innerhalb von drei Jahre erneut straffällig, drohen der Widerruf der Bewährungen der neun Monate, sowie zehn weitere Monate Haft aus einem früheren Urteil. „Darum sage ich auf gar keinen Fall ‚auf Wiedersehen‘“, entließ der Richter den Kiersper.

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