Lehrermangel an Grundschulen? So sieht es in Kierspe aus

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Noch hält sich der Lehrermangel - und damit verbunden auch der Unterrichtsausfall - an Kiersper Grundschulen in Grenzen.

Kierspe - „Im Vergleich zu anderen Schulen geht es uns eigentlich noch ganz gut“, sagt Thomas Block, Leiter der Verbundschule Pestalozzi und Schanhollen. Dies hatte er bei einer Schulleitertagung erfahren.

Allerdings schickt Thomas Block voraus, dass keine der Kolleginnen und Kollegen krank oder schwanger und damit in Mutterschutz ist. Solch ein Szenario gab es in der Grundschule vor den Osterferien: Gleich fünf der Kollegen waren ausgefallen. Was unter anderem bedeutete, dass an einem Morgen vier Pädagogen in der Schanhollen standen, die dann sieben Klassen zu unterrichten hatten. „Da muss man schon ganz schön kreativ sein“, erklärt Block.

Unterrichtsausfall wie in anderen Einrichtungen, an denen die Kinder teilweise gleich klassenweise zuhause bleiben müssten, gibt es an der Schanhollen- und der Pestalozzischule aber sehr selten, so gut wie gar nicht. Gleiches gilt für die Bismarck- und die Servatiusschule: „Toi-toi-toi, bei uns fällt kein Unterricht aus“, erklärt Stefanie Fischer, Leiter der Verbundschule Bismarck und Servatius, dass es selbst bei Vertretungen gehaltvollen Unterricht geben würde.

Dabei sei eine Stelle noch offen, werde allerdings auch nicht ausgeschrieben – weil es derzeit keinen „fertigen“ Lehrer geben würde. Fischers Kollege Block sieht dies genauso. Voraussichtlich erst in etwa zwölf Jahren werde es wohl wieder frisch ausgebildete Lehrer in entsprechender Anzahl geben. Bis dahin wird man an den vier Kiersper Grundschule wohl oder übel mit Einschränkungen hinsichtlich der Doppelbesetzungen von Klassen leben müssen.

Dabei würden sich sowohl Stefanie Fischer als auch Thomas Block wünschen, stets zwei Lehrer in einer Klasse zu haben. Aus dieser Sicht wäre es schön, wenn man noch eine oder zwei Kollegen dazu bekommen könnte, wünscht sich die Bismarckschulleiterin. Ihrem Pendant von der Pestalozzischule, der vor Weihnachten gar eine dritte Klasse übernehmen musste, würde es reichen, wenn man wenigstens eine zweite Betreuungskraft – auch ohne pädagogische Ausbildung – in den Klassen hätte. „Wir sind immer dankbar, wenn noch jemand da ist“, betont Block.

Ein wesentliches Problem sieht er im Lehrermangel, was er unter anderem auch darauf zurückführt, dass es zu wenige Studienplätze geben und teils der Lehramtsstudiengang für die Grundschule mit einem Numerus clausus (Zugangsbeschränkung) belegt sein würde. Doch solange nicht zuviele Kolleginnen und Kollegen durch Krankheit oder Mutterschutz ausfallen würde, schaffen es die Lehrer der Grundschulen, den Unterricht ohne Ausfälle zu gewährleisten.

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