Doppel-Jubiläum bei der Feuerwehr Kierspe

Das Feuerwehrehrenkreuz in Silber erhielten im Rahmen der Jubiläumsfeier Jörg Clever (3.v.l.), Axel Busch (4.v.l.), Georg Würth (5.v.l.) und Karsten Gembruch (3.v.r.).

KIERSPE ▪ „Hochdotiert und ganz schön lang ist unsere Gästeliste“, begrüßte Brandinspektor Stefan Kugel, Zugführer des Löschzuges IV, die Jubiläumsgäste in der Turnhalle Berkenbaum am Freitagabend.

„Mit Petra Crone haben wir eine eigene Bundestagsabgeordnete und mit Olaf Stelse auch einen eigenen Beigeordneten“, zählte er nur zwei mit einem Augenzwinkern auf. Doch damit die Gäste nicht des Begrüßens müde wurden, erwähnte Stefan Kugel die weiteren Ehrengäste in überschaubaren Gruppen und strapazierte so nicht die Geduld der Anwesenden.

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Jubiläumsfest der Feuerwehr-Löschgruppen Neuenhaus und Vollme

175 Jahre Feuerwehr in Neuenhaus und 125 Jahre Feuerwehr in Vollme – ein Grund, diese Jubiläen im festlichen Rahmen zu feiern. Am Freitagabend fand die offizielle Feierstunde statt. An langen Tischreihen hatten die Gäste Platz genommen. Außerhalb der Sitzreihen standen alte Löschgeräte, wie sie noch vor einigen Jahrzehnten im Einsatz waren. Ein Videobeamer warf Fotos aus der Vergangenheit und Gegenwart der beiden Löschgruppen Neuenhaus und Vollme auf eine Leinwand und im hinteren Teil der Turnhalle waren alte Orden und Ehrenzeichen der Feuerwehr ausgestellt, deren ältester von 1842 war. In diesem äußeren Rahmen eröffnete der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Kierspe das Festprogramm.

Ernste Worte des Zugführers zur Belastung nach Einsätzen

Zugführer Stefan Kugel hatte sich große Mühe mit seiner gelungenen Antrittsrede gegeben, die nicht übermäßig lang, dafür sehr kurzweilig war. Launig gab er einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der beiden Löschgruppen, berichtete über die Arbeit von damals und heute mit eindrucksvollem Körpereinsatz. Doch er wurde auch ernst. „Waren es früher die Brandbekämpfungen, die unsere Aufgaben waren, so sind es heute eher technische Hilfeleistungen, die wir geben“, führte er aus. „Zudem sind es immer wieder schwere Verkehrsunfälle, die uns fordern. Es sind weniger die Bilder, die im Gedächtnis bleiben, es ist eher der Geruch, den ich nie vergessen werde“, gab er an. „Motorenöl, Blut und Desinfektionsmittel sind Gerüche, die sich bei mir eingeprägt haben.“

Daran, dass die freiwilligen Feuerwehren als die mit Abstand ältesten Bürgerinitiativen gelten, erinnerte Bürgermeister Frank Emde gleich zu Beginn seines Grußwortes. Bereits im Jahr 1781 wurde in Beckinghausen bei Vollme eine „Brand Sprütze“ stationiert, auf freiwilliger Basis und durch Spenden der Nachbarschaft finanziert. „Seit 300 Jahren gehen die Kameraden für uns durchs Feuer“, betonte Frank Emde. „Das Bild von Wasserkübeln und Feuerpatsche gehört längst der Vergangenheit an. Wir brauchen Menschen, die bereit sind, dorthin zu fahren, von wo andere weglaufen“, erinnerte Frank Emde und dankte den Männern und Frauen des Löschzuges IV für ihren Einsatz. „Ihr kommt, wenn es brennt!“, schloss er. „Wir kommen, wenn Ihr feiert.“

Die stellvertretende Landrätin Renate Schulte-Fiesel gab den beiden Löschgruppen einen Vers aus der Bibel mit auf den Weg: „Suchet der Stadt Bestes“ aus dem Buch Jeremia. „Das tun Neuenhaus seit 175 Jahren und Vollme seit 125 Jahren, beide zusammen seit 31 Jahren“, schloss sie und dankte den Kameradinnen und Kameraden für ihren Einsatz.

Hartmut Ziebs, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, wusste bei seinem Grußwort die Zuhörer zu überraschen. Er berichtete, dass die Freiwillige Feuerwehr in Kierspe-Neuenhaus laut Online-Enzyklopädie Wikipedia seinerzeit die erste in Deutschland gegründete Feuerwehr war, etwas, was selbst den Neuenhausener nicht bekannt war.

Feuerwehrehrenkreuze für mehrere Wehrleute

Überraschungen gab es an diesem Abend aber noch mehr. Eine dürfte ganz besonders für Stadtbrandinspektor Georg Würth von der Wehrleitung Kierspe groß gewesen sein. Das Feuerwehrehrenkreuz in Silber wurde ihm für seinen Einsatz für die Kiersper Feuerwehr verliehen. Während Martin Walter, stellvertretender Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Märkischer Kreis, die Verdienste Würths hervorhob, heftete Hartmut Ziebs vom Deutschen Feuerwehrverband dem Geehrten das Feuerwehrehrenkreuz an die Uniform und überreichte ihm die Urkunde. Mit Georg Würth erhielten Hauptbrandmeister Axel Busch, Oberbrandmeister Jörg Clever und Oberbrandmeister Karsten Gembruch ebenfalls das Feuerwehrehrenkreuz in Silber überreicht. Im Anschluss an den offiziellen Teil stärkten sich die Gäste für den Abend, der seinen weiteren Höhepunkt gegen 22 Uhr mit einem Feuerwerk hatte.

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