Dividende von Enervie entfällt

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Olaf Stelse sagt, dass die Finanzsituation Kierspes weiterhin bescheiden ist.

KIERSPE - Das Versorgungsunternehmen Enervie hat die Dividende für seine Anteilseigner voraussichtlich zumindest für dieses und das nächste Jahr gestrichen.

Hintergrund ist, dass das Unternehmen aufgrund der anhaltend schwierigen Marktbedingungen, die die Umsetzung der Energiewende mit sich bringt, vor erheblichen finanziellen Verlusten und Herausforderungen steht und besonders mit seinem Kraftwerk in Werdohl-Elverlingsen große Probleme hat, wo 2014 die Stilllegung des steinkohlebefeuerten Blocks E3 bevorsteht.

Zwar hält die Stadt nur einen Anteil von 0,84 Prozent an der Enervie. Doch macht der Wegfall der Dividende trotzdem für Kierspe 140 000 Euro aus. „Die Summe geht aber immer direkt an den Bäderbetrieb, um die Verluste des Hallenbades aufzufangen“, berichtet der Beigeordnete und Kämmerer Olaf Stelse. Zusammen mit dem Gewinnabführungsvertrag mit den Stadtwerken gelang es so in den vergangenen Jahren, dass die Stadt selbst nichts von dem im Haushalt immer eingestellten Zuschuss in Höhe von maximal 200 000 Euro zuschießen musste. Es könnte natürlich notwendig werden, dass der Bäderbetrieb, der eine 100-prozentige Tochter der Kommune ist, nun darauf zurückgreifen muss.

Insgesamt beurteilt Stelse die finanzwirtschaftliche Situation der Stadt nicht nur vor dem Hintergrund der Dividendenstreichung von Enervie als „bescheiden“, wie er sagte: Er verweist hier auf den Stärkungspakt, zu dem Kierspe als arme Kommune zwar direkt nichts beitragen muss. „Weil jedoch 115 Millionen Euro der Gemeindefinanzierungsmittel des Landes dafür genutzt werden, reduziert sich die zu verteilende Summe, was für uns bis 2020 jährlich 100 000 Euro weniger bedeutet“, so der Beigeordnete und Kämmerer. Stelse betont, dass es außerdem auch bei den Schlüsselzuweisungen nicht rosig aussieht. - rh

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