Diskussionen um die Zukunft von Gut Haarbecke

Partys auf „Gut Harbecke“ soll’s auch weiterhin geben. Die Mitglieder des Ausschusses diskutierten jetzt über den rechtlichen Rahmen und die Menge.

KIERSPE ▪ Party oder nicht Party – das war nicht die Frage. Es ist die Menge der geplanten Veranstaltungen auf „Gut Haarbecke“, die am Dienstag im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung eine hitzige Diskussion hervorrief.

Schon während Frank Bramey vom Architekturbüro Stapelmann und Bramey die Planung für das Gelände in Rönsahl vorstellte, war spürbar, dass es Redebedarf gibt.

Vorweg: Rein baulich bleibt alles beim Alten. Lediglich ein neuer rechtlicher Rahmen muss her. Grund für den so genannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan ist die Klage von Anwohnern, die vor rund zwei Jahren das Verwaltungsgericht beschäftigte (siehe Infokasten). Zwar scheiterte diese, doch eine Auflage gab’s trotzdem.

Und genau die, gilt es jetzt in die Tat umzusetzen. Denn bislang genehmigte das Ordnungsamt die Veranstaltungen auf „Gut Haarbecke“ auf Grundlage des Gaststättenrechts.

Architekt erklärt wie’s in Zukunft besser laufen

Frank Bramey erklärte den Ausschuss-Mitgliedern wie’s in Zukunft besser laufen kann. „Der größte Bereich, die 3,2 Hektar große Grünfläche, soll nach wie vor landwirtschaftlich genutzt werden. Auch die Allee sowie die Teiche bleiben. Das heißt: Bei Großveranstaltungen kann sie temporär für fliegende Objekte, also Zelte oder Bierwagen genutzt werden.

Ähnlich ist es mit den Privatwegen – diese sollen bei Veranstaltungen als Fuß- und Wanderwege genutzt werden. Der Bereich des Guts wird als Sondergebietsfläche mit besonderer Zweckbestimmung ausgewiesen. Dort können dann nach wie vor Hochzeiten, Geburtstage und so weiter stattfinden.

Und dann ging’s um die Anzahl der Veranstaltungen: Geht es nach dem Veranstalter, so sollen zwölf bis 15 Wochentagsveranstaltungen mit maximal 3000 Besuchern sowie fünf Open-Air-Wochenendveranstaltungen mit maximal 4000 Besuchern stattfinden. Hinzu kämen zehn Clubtreffen an Wochenenden und monatlich ein Markt.

Laut eines Umweltgutachtens gebe es in Sachen Naturschutz keine Bedenken, sagte Bramey. Es gebe keine baulichen Erweiterungen und keine Tangierung eines Biotops.

Bedenken, die gab’s dafür aber reichlich seitens der Kommunalpolitiker: Jürgen Tofote (CDU) fragte mit Blick auf die Katastrophe in Duisburg nach ausreichend Platz für Rettungswagen und Feuerwehr. Der Architekt machte deutlich, dass diese Punkte im Durchführungsverfahren abgesichert werden.

Sorge um zu viel Lärm

Viel größer war jedoch die Sorge um zu viel Lärm. Ausschussvorsitzender Horst Becker machte seinem Ärger Luft: Die Wochenendveranstaltungen in Rönsahl seien teilweise unglaublich belastend. „Wenn der Vespaclub mit seinen alten Knatterbüchsen durch den Ort rattert oder sich die Harley Davidson Freunde treffen, dann leiden wir da drunter.“ Deshalb könnte der Ausschuss der Maximalforderung auf keinen Fall widerspruchslos zustimmen.

Der Sozialdemokrat Oliver Busch entgegnete, das auch mit einer flexiblen Festsetzung keine Alkoholexzesse oder durchdrehende Reifen verhindert würden.“ Parteikollege Christian Reppel meinte, der Veranstalter gucke nur aufs Geld, machte aber gleichzeitig deutlich ihn nicht zu sehr einzuschränken, denn sonst lohne es sich nicht für ihn.

In die gleiche Richtung diskutierte Gerdt Rubel (CDU): „Ich hätte mir eine sanftere Herangehensweise gewünscht. Aber wir müssen bedenken, dass das Gut Haarbecke auch einen Gewinn für Kierspe und Rönsahl darstellt.“

Frank Bramey brachte dann wieder etwas Ruhe ins Gespräch. Der Architekt verwies darauf, dass die Planungen noch ganz am Anfang stünden und noch nichts entschieden sei. Horst Becker kündigte an, dass der Veranstalter nicht auf Kosten anderer das Maximum für sich rausholen könne.

Und weil insbesondere die Rönsahler Bürger von den Veranstaltungen auf „Gut Haarbecke“ betroffen sind, sollen diese intensiv in die Entscheidungen mit einbezogen werden – in Form einer Bürgeranhörung. ▪ Lisa-Marie Weber

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