Kulturelles Brainstorming zum Auftakt des Prozesses

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Matthias Scholands Arbeitsgruppe befasste sich mit dem Älterwerden und dem Ehrenamt. ▪

KIERSPE/MEINERZHAGEN ▪ Es war ein Novum, dass die Kulturausschüsse der vier Volmetalkommunen zusammen tagten.

Wobei es sich am Montagabend im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule nicht um eine Sitzung im herkömmlichen Sinn handelte, sondern um einen Workshop mit Brainstorming zur Frage, welche gesellschaftlichen Entwicklungstrends die Rahmenbedingungen für die Kultur und deren weitere Ausgestaltung im Regionale-Gebiet „Oben an der Volme“ in Zukunft beeinflussen. Unter den rund 80 Teilnehmern befanden sich auch zahlreiche lokal Handelnde aus dem Kulturbereich.

So diskutierte, während in vier Gruppen gearbeitet wurde, der Vorsitzende des Kulturvereins KuK, Fritz Schmid, lange sehr angeregt mit dem Moderator der Veranstaltung, Reinhard Richter. Der Berater betreut den Planungsprozess für die Kultur im Gebiet der Städte Meinerzhagen, Kierspe und Halver sowie der Gemeinde Schalksmühle, der als Pilotprojekt im Rahmen der Kulturagenda Westfalen des Landschaftsverbandes ermöglicht wird. Richter betonte eingangs, dass das Besondere dabei sei, dass Kulturverantwortliche aus Politik und Verwaltung sowie Kulturschaffende und Förderer aus allen vier Kommunen gemeinsam konzeptionell arbeiten. Abschließend markierte er als Ziel, „diese wunderbare Region noch zukunftsfähiger zu machen“.

Der gestrigen Auftaktveranstaltung in Kierspe sollen weitere folgen: So geht es am 30. Januar in Halver um die Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der Region und am 4. Mai findet in Meinerzhagen die Visionskonferenz statt, bei der formuliert werden soll, welche Wünsche für die Kultur im oberen Volmetal bestehen. Fortgesetzt wird der Prozess am 4. Juni mit der Zielkonferenz und am 12. Juli mit einer offenen Werkstatt, bei der die Rahmenbedingungen geklärt werden sollen, wie die Ziele verwirklicht sowie erste Maßnahmen und Projekte, vielleicht auch durch Schaffung neuer Strukturen, umgesetzt werden können.

Gestern Abend waren die Verwaltungsführungen der vier Kommunen vertreten durch die Bürgermeiser Bernd Eicker (Halver) und Jörg Schönenberg (Schalksmühle) sowie die Beigeordneten Frank Maatz (Meinerzhagen) und Olaf Stelse (Kierspe).

In der Arbeitsgruppe Mobilität des Kiersper Ausschussvorsitzenden Clemens Wieland wurde anhand der bei der westfälischen Kulturkonferenz in Bielefeld in diesem Jahr formulierten Thesen festgestellt: „Die öffentliche Mobilität ist im Volmetal nicht nur beschränkt, sondern unzureichend“. Klar auch die Forderung, dass eine Individualisierung des ÖPNV wichtig sei, wobei neben Bus und Bahn genauso Mitfahrzentrale, Ruftaxi, Bürgerbus und Carsharing genannt wurden. Keinesfalls dürfe die Reaktivierung der Bahn von 2013 bis 2015 zur Streichung von Buslinien führen, lautete weiterhin die einhellige Meinung. Entlang der Kulturtrasse B 54 wurde angeregt, Hinweise nicht nur auf die altbekannten Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten, sondern auch auf Denkmäler, Skulpturen und Installationen zu platzieren.

Die Gruppe Älter werdende Gesellschaft und Ehrenamt des Meinerzhagener Ausschussvorsitzenden Matthias Scholand räumte einer Bestandsaufnahme der regionalen Kultur zu Beginn eine ganz wichtige Bedeutung ein. Zudem sollten Verknüpfungen hergestellt und die Information über Angebote in den vier Kommunen regional und zielgruppenspezifisch verbreitet werden.

Die neuen Medien müssten für die Kultur genutzt werden, betonte hier die Arbeitsgruppe Digitale Welt, digitale Gesellschaft und digitale Kultur des Schalksmühler Ausschussvorsitzenden Jan Schriever. Dabei ließ er in seiner Ergebnisvorstellung keinen Zweifel, dass diese zunächst einmal insbesondere für den Informationstransport zu nutzen seien, um auf diese Weise mehr Menschen zu Veranstaltungen zu bringen. Ausschließen wollte er nicht, dass die neuen Medien künftig zudem verstärkt als Vertriebsweg für künstlerische Ausdruckformen genutzt würden. Die Gruppe Kinder, Jugend und Schule widmete der Talentförderung große Aufmerksamkeit. Der Halveraner Ausschussvorsitzende Werner Lemmert ergänzte, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Kinderarmut, aber auch generell, dass Kultur letztlich einen verlässlichen Etat benötige.

Rolf Haase

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