„Dieser Basar ist unschlagbar“

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Wie Eunice Wirth mit Sohn Joao-Lucas nahmen sich viele Besucher Zeit, um die Kleidung anzuprobieren. ▪

KIERSPE ▪ Während draußen vor der Tür des Pädagogischen Zentrums die Käuferschlangen immer länger werden, versammeln sich drinnen die 50 Helferinnen und Helfer des Kinderkleider- und Spielzeugbasars der evangelischen Kirchengemeinde um Organisatorin Karin Turck zur letzten Absprache.

Wenn pünktlich um 9 Uhr der große Ansturm beginnt, muss jeder auf seinem Posten sein und genau wissen, was zu tun ist. Bereits im Vorfeld wurden 578 Kennnummern ausgegeben, mehr als 18 000 Artikel gesichtet und übersichtlich, nach Größen sortiert, auf Tischen und Kleiderständern angeordnet.

Es ist sowohl die Fülle an Angeboten als auch die Übersichtlichkeit, die viele Kauflustige, auch aus anderen Städten, anzieht. Ramona Kewitz kommt aus Herscheid und kennt auch andere Basare. Sie sucht für ihre beiden Kinder Kleidung, Spielzeug und Fahrräder. „Dieser Basar ist einfach unschlagbar“, sagt sie anerkennend. Gemeinsam mit ihrer Freundin Andrea Duisenberg sortiert sie die Kleidung, die sie im Vorbeigehen mitgenommen hat, jetzt genau und trifft dann ihre Auswahl. „Ich weiß genau, was ich im Geschäft kaufen muss und was ich hier bekomme“, erklärt Eunice Wirth, die ihrem Sohn Joao-Lucas gerade Jacken anprobiert. Als sie vor Jahren das erste Mal gekommen sei, habe sie wegen der Größe der Räumlichkeiten zunächst Schwierigkeiten gehabt, sich zu Recht zu finden, überall aber freundliche Helferinnen gefunden, die sie ansprechen konnte.

Eine dieser Helferinnen ist Claudia Keil. Mit ihren Kolleginnen achtet sie darauf, dass keine Verpackungen aufgerissen werden, hebt heruntergefallene Artikel auf, breitet sie wieder übersichtlich aus und sorgt dafür, dass niemand die Gesamtschule verlässt, ohne seine Waren bezahlt zu haben.

Auf der Treppe im PZ sitzt der kleine Niklas und betrachtet sein neues Spiel. „Lotti Karotti habe ich mir schon ganz lange gewünscht“, freut er sich. Derweil hält Mama Andrea Otto nach passender Bekleidung für ihn Ausschau. Die neunjährige Leandra aus Meinerzhagen darf ihre Mutter zum ersten Mal auf den Basar begleiten. „Ich habe ganz viele Barbiesachen gefunden“, erzählt sie und hält das kleine Köfferchen mit ihren Errungenschaften stolz hoch. „Die Kleidungsstücke sind wirklich gut und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, deshalb kaufe ich auch manchmal schon eine Nummer größer“, berichtet Stefanie Karkasso aus Meinerzhagen.

Die Tische mit Kleidungsstücken, Büchern, Legosteinen, Playmobil und anderem Spielzeug leeren sich zusehends. Reichlich vorhanden sind jetzt im Frühling auch Fahrräder, Trecker, Quads und andere Fahrzeuge. „Es lohnt sich wirklich früh aufzustehen und gleich um neun Uhr hier zu sein“, darüber sind sich die meisten Kunden einig. Schon früh bilden sich die ersten Schlangen an den Kassen. Große Berge von Kleidung und Spielzeug verschwinden in den mitgebrachten Taschen und Körben.

Wenn der Kinderkleider- und Spielzeugbasar um 13 Uhr seine Pforten schließt, ist für die Helferinnen der Tag aber noch längst nicht zu Ende.

Dann gilt es, alle übrig gebliebenen Teile zurück zu sortieren und mit dem Programm, das die Firma Winterhoff kostenlos zur Verfügung stellt, für eine reibungslose Abrechnung zu sorgen. Unterstützt werden sie beim Auf- und Abbau von den Frauen und Männern, die ihren Bundesfreiwilligendienst für die evangelische Kirchengemeinde leisten.

Mit 8698 Teilen wurde knapp die Hälfte der Waren verkauft. Wie in den vergangenen Jahren werden auch diesmal zehn Prozent des Verkaufserlöses für soziale Projekte gespendet. „Die konkreten Empfänger stehen noch nicht fest, die Hälfte bleibt aber auf jeden Fall im Ort“, erklärt Karin Turck. Auch für überzählige Kleiderspenden hat das Helferinnenteam inzwischen viele dankbare Abnehmer.

Einziger Wermutstropfen eines erfolgreichen Frühlingsbasars bleibt die Tatsache, dass auch diesmal wieder unvollständige, nicht intakte Spielsachen abgegeben wurden. „Da wir das im Vorfeld nicht alles kontrollieren können, verursacht es uns zusätzliche Arbeit und unnötigen Ärger. Ich appelliere deshalb an alle Verkäufer, auf Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit der abgegebenen Waren zu achten“, bittet Karin Turck eindringlich.

▪ msh

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