Neues Museum wird gut angenommen

Bereits bei der Eröffnung zeigte sich, dass die Besucher großes Interesse an den historischen Fotos haben.

KIERSPE ▪ Außerhalb des Höferhofes gab es nicht viele Kiersper, die auf Anhieb das Wohnhaus des Heimatdichters Fritz Linde hätten benennen können. Das hat sich aber in den vergangenen sechs Monaten gründlich geändert. Denn solange wird das unscheinbare Haus am Höferhof nun als Museum genutzt.

Allein im vergangenen Jahr wurde das Fritz-Linde-Museum, das erst Ende Juli öffnete, 21 mal genutzt. Neben der monatlichen Öffnung (immer am ersten Dienstag im Monat von 15 bis 17 Uhr) waren es vor allem Gruppen, die den Heimatverein dazu veranlassten, zu öffnen. Als erste kamen die Mitglieder des plattdeutschen Kreises, die immer wieder und vor allem Werke des Kiersper Heimatdichters vortragen und so sicher ganz entscheidend dazu beigetragen haben, dass Linde nicht vergessen wurde. Aber auch die Schriftstellerin und Lehrerin Anni Wienbruch lockt in das ehemalige Schornsteinfegerhaus. Vor allem frühere Schüler nutzen die gesammelten Fotos von jährlichen Klassenausflügen, um sich oder Bekannte auf den Bildern zu suchen. Aber es wurden auch bereits die ersten Geburtstage dort gefeiert, natürlich immer mit Kaffee und Kuchen, den die Mitglieder des Heimatvereins zur Verfügung gestellt haben. Wobei diese nicht nur für den Service sorgen, sondern auch backen. Vor allem Silvia Baukloh, Maianne Werner und Marlen Vedder stellen sich in die Küche, um den Besuchern auch ein kulinarisches Erlebnis zu bieten.

Aber nur durch dieses Engagement konnte es überhaupt das Museum geben. In unzähligen Arbeitsstunden haben Nachbarn vom Höferhof und Mitglieder des Heimatvereins das kleine Häuschen in ein Schmuckstück verwandelt, den Nachlass von Fritz Linde gesichtet, Bilder gerahmt und Schriftstücke in lesbares Deutsch übertragen. Silvia Baukloh hat dann noch ihre Sammlung der Werke, Bilder und Erinnerungsstücke von Anni Wienbruch beigesteuert. Entstanden ist dabei eine Ausstellung, die es den Kierspern ermöglicht, einen Blick in das Leben der beiden Schriftsteller zu werfen.

Nachdem bereits vor zwei Jahren die Tochter von Fritz Linde gestorben ist und nun auch seine letzte Enkeltochter Doris Linde, wird das Gebäude an den Heimatverein gehen. Um auch zukünftig den Betrieb des zweiten Kiersper Museums sicherzustellen, sollen Gebäude, Nachlass und finanzielles Erbe in eine Stiftung eingebracht werden. Der Zinsertrag soll dann gemeinsam mit dem Verkaufserlös von Kaffee und Kuchen sowie Spenden für die Überlassung des Gebäudes für Vereinsnachmittage oder kleine Feiern den Fortbestand sichern. „Was wir tatsächlich für Kosten haben, werden wir in Kürze erfahren, wenn wir die ersten Rechnungen für Wasser, Strom und Gas bekommen“, so Marlen Vedder.

Auch für die kommenden Monate haben sich bereits etliche Gruppen angemeldet. Außerdem planen Vedder und Baukloh Ausstellungen und Lesungen. So sollen in dem Museum bald Aquarelle und Fotografien von Willi Fassbender gezeigt werden. Gefolgt von einer Ausstellung mit Puppen und Figuren von Silvia Baukloh. Für eine Lesung konnte Annette Gonserowski gewonnen werden. „Wir wollen immer wieder neue Schwerpunkte setzen, um das Gebäude auch neuen Gruppen zu öffnen“, erklärt Baukloh.

Im Frühjahr wird aber auch noch mal am Gebäude gearbeitet. Wilfried Müller, Axel Kaczmarek und Dieter Kleiner werden dann dem Haus einen neuen Außenanstrich verpassen. ▪ Johannes Becker

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