Corona: Die Pandemie sorgt für eine Spaltung der Gesellschaft

Die Menschen wollen endlich raus

Urlaub - Reisebüro - Lehmann - Holiday Land
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Am Strand von beispielsweise – wie hier – Teneriffa ist viel weniger los als im heimischen Discounter, meint Monika Lehmann, dass die Ansteckungsgefahr auch deutlich geringer ist.

Es sei zwar nicht, wie anderenorts zu hören, ein Ansturm auf Reisen nach Mallorca, erklärt Monika Lehmann, gleichwohl sei spürbar, dass die Menschen raus wollen, Urlaub machen wollen. Die Inhaberin des Kiersper Reisebüros Holiday Land sieht aber ebenfalls, dass es diejenigen gibt, die sagen: „Wie kannst du nur verreisen? Kannst du nicht verzichten?“ Das Coronavirus sorge für eine Spaltung der Gesellschaft.

Kierspe - „Früher habe ich für die schönste Sache der Welt gearbeitet, heute ist das nicht mehr so“, sieht Lehmann einen Wandel, bedingt auch durch eine Stigmatisierung des Reisens. Dabei brauchten die Menschen das, um Neues kennenzulernen und Kontakt zu anderen zu halten. Schließlich würden Hunderttausende weltweit in der Reise-Industrie arbeiten und vom Tourismus leben. Dazu gehören nicht nur Hotels, Restaurants und Gastwirtschaften und Bars, sondern beispielsweise auch Tierparks. Alles hänge heute zusammen: „Reisen tut eben auch viel Gutes!“, meint die Reisekauffrau, die seit vielen Jahren im Geschäft ist und über viel Erfahrung verfügt.

Reisen zu Balearen, Kanaren und Istrien möglich

Natürlich hat die Corona-Pandemie besonders für die Reisebüros für Einschränkungen gesorgt: „Man kann nur dorthin reisen, wo man die Menschen für touristische Übernachtungen auch hinein lässt“. Das ist derzeit nicht nur auf den Balearen (Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera) wieder der Fall, sondern beispielsweise auch auf den Kanaren und in Istrien (Kroatien). Auch Fernreisen nach Curaçao, Malediven oder Sri Lanka sind möglich – für sie wie für alle anderen Reisen gelten natürlich Tests vor dem Abflug und danach, die Abstands- und Hygieneregeln. Außerordentlich gute Hygienekonzepte gebe es auf den Kreuzfahrtschiffen, Fluss wie Meer, weist die Inhaberin des Kiersper Reisebüros auf eine weitere Urlaubsmöglichkeit hin.

„Verkauf ist aber nicht gleich verdient“, schränkt Monika Lehmann die Verdienstmöglichkeiten eines Reisebüros ein, die sich beispielsweise unter anderem auch durch das Einräumen einer kostenlosen Stornierung ergeben. Lehmann hat jetzt ein Beispiel erlebt: Ein Kunde hatte eine Reise nach Mallorca gebucht, dann aber doch Bedenken bekommen und sie storniert. Lehmann schätzt die Gefahr, sich in einem heimischen Geschäft mit dem Coronavirus zu infizieren, größer ein als bei einem Urlaub.

Im Discounter mehr los als am Strand

„In einem Discounter ist mehr los als an einem Strand auf Kreta“, verdeutlicht sie, dass man in der Fremde mehr isoliert sei als Zuhause. Sie hofft, wie sicherlich alle anderen in der Reise-Branche, dass durch das Impfen wieder mehr Reisen möglich sind, es mehr Flüge geben wird. Das gelte auch für die Kreuzfahrten sowie für Gruppenreisen, die vom Kiersper Reisebüro noch einigermaßen verkauft würden. Wenn auch nicht im direkten Kontakt, sondern per Telefon. Denn das Holiday Land ist für den normalen Besuchsverkehr geschlossen. Dass Lehmann wirtschaftlich bislang einigermaßen ohne große Probleme durch die Pandemie gekommen ist, führt sie selbst darauf zurück, dass ihr Geschäft schuldenfrei ist und sie die Arbeit derzeit alleine verrichtet.

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