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Die Fahrradgarage am Bahnhof wird kaum genutzt

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Von: Leon Malte Cilsik

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Gähnende Leere: Die Fahrradbox am Bahnhof wird kaum genutzt – ein Nutzer will das mithilfe einer neuen Anleitung ändern.
Gähnende Leere: Die Fahrradbox am Bahnhof wird kaum genutzt – ein Nutzer will das mithilfe einer neuen Anleitung ändern. © Cornelius Popovici

Vom Fahrrad direkt in den Bus oder Zug: Diese umweltfreundliche Fortbewegungsweise erscheint in Zeiten des 9-Euro-Tickets besonders attraktiv. Eine Möglichkeit, das eigene Rad sicher und trocken unterzustellen, ist hierbei entscheidend – und am Kiersper Omnibusbahnhof (ZOB) in Form einer Radstation auch vorhanden. Doch die ersten Erfahrungen schreckten ab.

Kierspe - Denn anfangs sorgten fehlende Hinweise und eine wenig intuitive Bedienung für viel Frust vor, und leere Fahrradständer in der Station (die MZ berichtete). Inzwischen hat die Stadt Kierspe reagiert und eine Bedienungsanleitung verfasst, welche jüngst um eine selbstverfasste Version von Michael Bongards ergänzt wurde. Der emeritierte Professor für Automatisierungstechnik gehörte zu den ersten, die ihr Fahrrad erfolgreich in der Station abstellten und wirbt um eine stärkere Nutzung der „vom Prinzip her guten Idee“.

„Dass die Radstation noch immer häufig leer bleibt, finde ich schade. Aber ich kann auch nachvollziehen, dass die Bedienung der Software nicht selbsterklärend ist und viele im ersten Moment abschreckt“, sagt Bongards. Das liege auch daran, dass die Gratis-Nutzung der Station für die Software-Entwickler eine seltene Aufgabe gewesen sei, wesentlich häufiger würden kostenpflichtige Buchungen von bestimmten Zeitfenstern in vergleichbaren Anlagen gewünscht.

„Mit ein paar Tricks ist die Bedienung aber ganz einfach und funktioniert problemlos. Die Nutzung der Garage wird dadurch wirklich lohnenswert“, sagt Bongards. Detailliert hat er diese in Form einer Schritt-für-Schritt-Anleitung aufgelistet.

„Angefangen damit, dass man die am Eingang geforderte Nutzungskarte in Wirklichkeit nicht benötigt, über die geforderte Tornummer bis hin zum wirklich zeitsparenden Tipp, gleich einen Nutzungszeitraum von zwei bis drei Jahren zu buchen, ist der gesamte Vorgang abgedeckt“, betont Bongards. Somit sei die Nutzung der Radstation nun auch ohne fundierte Vorkenntnisse möglich – lediglich die App bräuchte es weiterhin.

Sinnvolle Ergänzung: Die Anleitung der Stadt wurde durch die Tipps von Michael Bongards ergänzt.
Sinnvolle Ergänzung: Die Anleitung der Stadt wurde durch die Tipps von Michael Bongards ergänzt. © Cornelius Popovici

Die Stadtverwaltung Kierspes begrüßt das Engagement vonseiten Bongards: „Die Anleitung aus Sicht eines regelmäßigen Anwenders macht die Nutzung der Radstation zweifellos bürgerfreundlicher“, sagt Helmut Heidemann, Sachgebietsleiter Tiefbau bei der Stadt Kierspe. „Sie kann einen Beitrag dazu leisten, die zeitgemäße und ressourcenschonende Bedienung per App zu erleichtern.“ Denn Nutzungskarten seien auch zukünftig nicht vorgesehen.

Wer Zugang zur Radstation am ZOB bekommen möchte, muss sich zuerst die App „Station Control“ im App-Store von Apple oder im „Google Play Store“ laden. Die App generiert einen Code, der dann über das Tastenfeld neben der Tür eingegeben werden kann. Nach wie vor muss auch noch das Tor, beziehungsweise die Stationsnummer, eingegeben werden. Das geht schnell: Da es aber „nur“ eine Station gibt, muss die „1“ eingegeben werden. Weitere Informationen können den Anleitungen vor Ort entnommen werden. Das Unterstellen des Rades ist kostenlos möglich.

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