Frist für Dichtigkeitsprüfung endet am 31. Dezember

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Genau wie die Kommunen ihr Kanalnetz überprüfen lassen müssen (Foto), sind Immobilienbesitzer in Wasserschutzgebieten verpflichtet, ihre Abwasserleitung prüfen zu lassen.

Kierspe - Groß war die Freude bei vielen Hausbesitzern, als die Zustands- und Funktionsprüfung von privaten Abwasserleitungen ausgesetzt wurde. Doch nicht alle Haushalte im Land sind von dieser Regelung betroffen. Die Eigentümer von Gebäuden im Wasserschutzgebiet 2 und 3 müssen prüfen lassen. Das sind allein in Kierspe 2000 Gebäude. Und für einen Teil der Besitzer läuft die Frist, bis zu der die Prüfung erfolgt sein muss, Ende des Jahres aus.

„Mittlerweile haben sich rund 1700 der 2000 Angeschriebenen gemeldet. Davon fallen rund 500 unter die erste Frist“, erklärt Andrea Thelen, die bei der Stadtverwaltung mit dieser Aufgabe betraut ist. Zu den Gebäudebesitzern, die bis zum 31. Dezember die Prüfung nachweisen müssen, gehören jene, die häusliches Abwasser ableiten und deren Haus vor dem 1. Januar 1965 errichtet wurde. Ebenfalls bis zum 31. Dezember müssen die Leitungen der Gebäude geprüft werden, in denen „industrielles“ oder „gewerbliches“ Abwasser abgeleitet wird – vorausgesetzt, die Immobilie wurde vor dem 1. Januar 1990 errichtet.

Die Abwasserleitungen aller Gebäude, die später gebaut wurden und im Wasserschutzgebiet stehen, müssen bis Ende 2020 überprüft werden. „Bei den 300 Gebäudeeigentümern, die sich bislang noch nicht gemeldet haben, werden wir das Baujahr der Immobilien anhand der Bauakten ermitteln“, so Thelen.

Sollten Hausbesitzer sich nicht an die Fristen halten, stelle dies eine Ordnungswidrigkeit dar, informiert die Sachbearbeiterin. Thelen stellt auch noch einmal klar, dass eine Überprüfung ausreiche. Die Frist, bis zu der festgestellte Schäden behoben werden müssten, teile die Stadtverwaltung mit, wobei die Klassifizierung der Schäden durch den Sachverständigen erfolge, der die Prüfung vorgenommen habe. Dieser müsse dann auch in der Liste des Umweltministeriums auftauchen, die im Netz unter „www.dadipa.it.nrw.de/Sadipa/“ zu finden sei. Je nachdem, ob die Häuser in der Wasserschutzzone 2 oder 3 stehen, wird das Prüfverfahren vorgeschrieben.

Während bei den Gebäuden in Zone 3 eine optische Kontrolle mit einer Kanalkamera ausreicht, muss bei den Gebäuden in Zone 2 eine Dichtheitsprüfung vorgenommen werden. Dabei wird der Ablauf in dem Kanal mit einer Absperrblase gesperrt, bevor das zu prüfende Leitungsnetz mit Wasser gefüllt wird. Sinkt der Wasserspiegel ab, wird Wasser nachgefüllt. Liegt die nachgefüllte Menge in einer Toleranz, gilt die Leitung als dicht.

Thelen: „Zum Nachweis der Prüfung müssen die Bescheinigung über das Ergebnis der Prüfung, ein Bestandsplan, eine Fotodokumentation der Örtlichkeit, die Dokumentation der festgestellten Schäden und gegebenenfalls das Druckprüfprotokoll eingereicht werden.“ Im Zweifelsfall berate da aber auch der Prüfer. Nach Auskunft der Stadtverwaltung gehen die Immobilienbesitzer, deren Frist erst 2020 endet, kein Risiko ein, wenn sie die Überprüfung bereits vor dem Stichtag erledigen lassen. „In Wasserschutzgebieten hat die Wiederholungsprüfung bei häuslichem Abwasser 30 Jahre nach der festgesetzten Frist stattzufinden. Bei gewerblichem Abwasser richtet sich der Wiederholungszeitraum nach einzuhaltenden Vorschriften“, erklärt Thelen.

Weitere Informationen gibt es in der Stadtverwaltung von der Sachbearbeiterin Andrea Thelen unter der Rufnummer 0 23 59 / 66 11 75. Die Fachfrau steht aber erst wieder ab Dienstag, 20. Oktober, für Beratungsgespräche zur Verfügung.

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