Kiersper DRK-Helfer halten Wache, wenn andere feiern

Im Ernstfall muss es schnell gehen: Die Handgriffe der Kiersper Retter bei einer Untersuchung werden ständig wiederholt. Foto: DRK Kierspe

Kierspe - Sommerzeit ist Veranstaltungszeit – in den kommenden Wochen sind zahlreiche Termine, wie Herzsport-Gruppen, Scheunen- oder Schützenfeste und Open-Air-Festivals, angekündigt. „Neben vielen anderen Punkten bei der Organisation sollte auch die medizinische Versorgung nicht vergessen werden“, erinnert Christian Bendt, Rotkreuzleiter beim DRK.

Von Martin Meyer

Zu den Grundaufgaben der Kiersper Rotkreuzhelfer zählt neben dem Betreuungsdienst im Katastrophenschutz und der Bereitschaft bei Helfer vor Ort auch der Sanitätswachdienst. „Alle unsere 25 aktiven Mitglieder sind zu diesen Terminen im Einsatz. Das Rote Kreuz bietet sanitätsdienstliche Versorgung für alle Arten von öffentlichen Veranstaltungen im Stadtgebiet. Die Organisatoren solcher Events sollten das mögliche Gefährdungspotential nicht unterschätzen“, ergänzt Bendt.

Die Anforderung einer Sanitätswache sei in vielen Fällen Pflicht, erklärt Alexander Kalcher, stellvertretender Rotkreuzleiter: „Etwa bei Motoballspielen oder größeren Veranstaltungen schreiben der ADAC oder das Ordnungsamt den Einsatz von Sanitätern vor.“ Auch bei den Feierlichkeiten des Allgemeinen Schützenvereins Kierspe vom 22. bis 24. August werden die ehrenamtlichen Helfer am Haunerbusch im Einsatz ein. „Viele Besucher und Alkohol – da ist der Dienst für uns Pflicht“, so Kalcher. Doch das DRK sieht sich dabei nicht nur für die eigentliche Sanitätswache verantwortlich sondern steht den Veranstaltern auch im Vorfeld beratend zur Seite. „Aufgrund unserer Erfahrung und festgelegter Standards können wir im Vorfeld bei der Planung helfen“, meint Christian Bendt. „Dabei vergessen die Planer allerdings häufig, dass wir alle ehrenamtlich arbeiten. Wir brauchen für die Vorbereitungen zeitlichen Vorlauf, in den meisten Fällen rund vier Wochen. Bei mehrtägigen Veranstaltungen sogar doppelt so viel“, fügt sein Kollege Alexander Kalcher hinzu.

Die Helfer rücken je nach Bedarf mit einem oder mehreren Fahrzeugen und entsprechend vielen Helfern an. Die nötige Ausrüstung führen sie mit sich und sind so in der Lage, bei Un- oder Notfällen während der Veranstaltung Hilfe zu leisten. Neben Notarzt- und Sanitätsausrüstung führen die DRK-Aktiven beispielsweise einen halbautomatischen Defibrillator mit sich. Dieses Gerät ist für die Sanitäter erste Wahl bei einem lebensbedrohlichen Herzkammerflimmern. Ein Notfall, bei dem es um Sekunden geht. „In den wenigsten Fällen wird es dramatisch. Die Sanitätswachen gehören zu den unkomplizierteren Aufgaben“, betont Christian Bendt.

Erlebt haben die Retter bei ihren Einsätzen so einiges – das kann DRKler Cedric Berges nur bestätigen. „Bei der Feier zum 40-jährigen Bestehen des Motorradclubs Freeway-Riders waren wir von mittags bis nachts im Einsatz. Zuerst hatten wir Bedenken, doch wir wurden super empfangen. Es war eine der besten Veranstaltungen, die ich je hatte“, erinnert sich der 17-jährige Rotkreuzhelfer. Auch städteübergreifend sind die Kiersper im Einsatz, wenn ein anderer Ortsverein, etwa beim Karneval in Menden oder beim Schützenfest in Iserlohn, Unterstützung braucht. Dabei haben die Helfer alle Hände voll zu tun: Zu den Aufgaben gehören Sicherheit herstellen, Erste Hilfe bei kleineren Blessuren leisten und den kurzen Draht zu den regulären Rettungskräften aufrechterhalten.

Auch die Anforderungen an Veranstalter haben sich seit der Loveparade-Tragödie deutlich erhöht. „Es gibt kaum noch einen Flohmarkt ohne Sanitätswache“, so Alexander Kalcher. Das DRK stelle auch Helfer für Veranstaltungen, die freiwillig vom Ausrichter angefordert werden. Schließlich soll der Besuch einer Sommerveranstaltung keine schlimmen Folgen für die Gäste haben.

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