Deutsch-türkischer Austausch

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Die Volkshochschule Volmetal hat im Rahmen eines internationalen Projektes zurzeit Besuch von Yasar Abasiyanik, Leiter der Weiterbildungseinrichtung in Kastamonu am Schwarzen Meer. Dr. Aysegül Altun betreut den Gast und dolmetscht auch.

KIERSPE - In der Türkei sind die Volkshochschulen anders strukturiert als in Deutschland. So liegt der Schwerpunkt stärker auf schulischen Abschlüssen und der Berufsausbildung wie unter anderem zum Koch oder Computertechniker. Das erfuhr VHS-Leiterin Marion Görnig von ihrem türkischen Kollegen Yasar Abasiyanik von der Halk Egitimi Merkezi aus Kastamonu, der zurzeit eine Woche lang die VHS Volmetal besucht.

Von Rolf Haase

Es handelt sich um den Beginn eines Projektes des Deutschen Volkshochschulverbandes International, an dem zehn deutsche Weiterbildungseinrichtungen teilnehmen. Neben Volkshochschulen aus Berlin, Frankfurt oder Bonn eben auch die heimische VHS. Erklärtes Ziel dabei ist die Förderung von Deutsch als Fremdsprache an türkischen Volkshochschulen in Form von Partnerschaften zwischen den Einrichtungen beider Länder.

Der Besuch der Volksbildungsstätte, so die wörtliche Übersetzung von Halk Egitimi Merkezi, in der Metropole am Schwarzen Meer sei für alle Teilnehmer kostenlos und Bücher erhielten sie ebenfalls umsonst, dolmetschte Dr. Aysegül Altun, die als pädagogische Mitarbeiterin der VHS Volmetal selbst türkischer Herkunft ist, daher den Kontakt hergestellt hat und den Gast aus Südosteuropa in diesen Tagen auch begleitet und betreut. An dem Gedankenaustausch zusammen mit Yasar Abasianik nahmen gestern neben Marion Görnig noch ihre Stellvertreterin Kathleen Müller und Verwaltungsleiterin Irmtraud Maurer teil. Dabei wurden kleine Gastgeschenke ausgetauscht: So hatte der Türke handgearbeitete Tischdecken mitgebracht und Marion Görnig bedachte ihn mit einem Set Bierseidel mit Kiersper Stadtwappen sowie belgischen Pralinen.

Der türkische Volkshochschulleiter informierte, dass an der Einrichtung in Kastamonu als Fremdsprache bislang nur Englisch unterrichtet werde, obwohl Deutsch in der Türkei früher die wichtigste Fremdsprache gewesen und erst in neuerer Zeit an die zweite Stelle gerückt sei. Menschen mit Behinderungen würden zuhause abgeholt, erhielten Essen und würden auch wieder zurückgebracht. Neben den Schulabschlüssen und Berufsausbildungen gibt es zudem ein breitgefächertes Spektrum an allgemeinbildenden Angeboten, darunter genauso Kreativ- wie Gesundheitskurse und der Kulturbereich kommt auch nicht zu kurz mit Kunst und Literatur sowie Theaterspiel. An der türkischen Einrichtung der Erwachsenenbildung lernen rund 12500 Teilnehmer in 800 Kursen, die Schulabschlüsse fehlen dabei noch. Das seien nochmals weitere 7000 Lernende.

Dass das Team der Volkshochschule Volmetal komplett aus Frauen besteht, irritierte Yasar Abasiyanik überhaupt nicht, weil auch unter seinen 20 festangestellten Lehrern und weiteren 170 Kräften, die über einjährige Honorarverträge angestellt sind, das Gros weibliche Mitarbeiter sind. „Frauen disziplinieren die Männer“, merkte er mit einem Lachen an.

Es kommt noch zu einem Gegenbesuch sowie einer Abschlusskonferenz für das Projekt in Istanbul. Jedoch strebt VHS-Leiterin Marion Görnig Nachhaltigkeit an und will die Partnerschaft langfristig mit Leben füllen, beispielsweise neben gegenseitigen Besuchen noch durch einen Mitarbeiteraustausch.

Yasar Abasiyanik ist in einem Hotel in Lüdenscheid untergebracht, weil die dortige VHS ebenfalls Besuch aus der Türkei hat. Ziele während der einen Woche sind der Landesverband in Düsseldorf, es gibt Visitationen in Integrationskursen und anderen Kursen und sowie beim Einbürgerungstest. Empfänge beim Bürgermeister von Halver, Dr. Bernd Eicker, und dem von Herscheid, Uwe Schmalenbach, stehen außerdem auf dem Programm und es geht zum Internationalen Forum für Licht in Kunst und Design „Lichtrouten 2013“ in Lüdenscheid.

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