Sicher unterwegs – auch im Taxi

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Schon vor dem Kontaktverbot vorsichtig: Frank Friebe hat sich auf Krankenfahrdienste spezialisiert und setzt gemeinsam mit Manfred Potempa bereits seit anderthalb Monaten auf Mundschutz und Handschuhe.

Meinerzhagen/Kierspe – Mobilität ist gesellschaftlich ein Thema von hoher Bedeutung – in Krisenzeiten gilt das erst recht. Auch in Meinerzhagen und Kierspe haben viele Menschen kein eigenes Auto vor der Haustür stehen oder in direkter Nähe keinen Zugang zu einer Bushaltestelle.

Besonders schwierig ist solch eine Situation für erkrankte Personen, die darauf angewiesen sind, medizinische Termine und Behandlungen wahrzunehmen. Da ist ein Taxi oft unverzichtbar. Die MZ hat bei heimischen Taxiunternehmen nachgefragt, wie sie in Zeiten der Corona-Krise zurechtkommen.

„Wir haben uns schon vor fünf Jahren auf Krankenfahrdienst spezialisiert“, sagt Frank Friebe vom Krankenfahrdienst (KFD) Rhein Berg. Da haben die Corona-Vorschriften in Sachen Abstand und Hygiene natürlich höchste Priorität. Friebe, der ein Gemeinschafts-Unternehmen mit Manfred Potempa hat, betont: „Unsere Fahrer tragen alle Mundschutz und Handschuhe. Und das schon seit über eineinhalb Monaten.“ Somit also schon seit einer geraumen Zeit, bevor das Kontaktverbot verhängt wurde. Und auch für den nötigen Abstand zwischen Fahrer und Fahrgast sei gesorgt. „Wir sind mit Caddys oder Kleinbussen unterwegs“, erklärt der Meinerzhagener. Dabei sitzt der Patient hinten im Fahrzeug in einem Rollstuhl oder einer anderen Vorrichtung. Zudem befindet sich in einigen Fahrzeugen eine Trennwand.

Einen zwischenzeitlich deutlichen Rückgang habe es aber bei den Fahrten zum Arzt oder zur Physiotherapie gegeben. „Die waren zwischenzeitlich fast bei null“, sagt Frank Friebe und fügt hinzu: „So langsam fängt das aber wieder an.“ Durchweg liefen hingegen die Dialyse- und Krankenhaus-Fahrten. „Die sind zwar auch etwas zurückgegangen, aber so, dass wir damit zurechtkommen.“ Teilweise habe man auf Kurzarbeit umgestellt.

An Kurzarbeit kommen bekanntlich zahlreiche Unternehmen in vielen Branchen in diesen schwierigen Zeiten aufgrund der Corona-Krise nicht vorbei. Auch das Taxiunternehmen von Reinhard Knobloch hat auf Kurzarbeit umgestellt. Beim Individualverkehr sei die Anfrage nach Fahrten deutlich zurückgegangen, erklärt Knobloch. „Um 70 bis 80 Prozent“, verdeutlicht der Meinerzhagener. Immerhin: In gewohntem Maße gibt es die Patientenfahrten. Vorkehrungen, um die Corona-Vorschriften einzuhalten, wurden selbstverständlich getroffen. „Wir haben Hand-Desinfektionsmittel in jedem Auto“, sagt Knobloch. Alle Flächen würden regelmäßig mit Reinigungstüchern desinfiziert. Die Fahrer sind mit Mundschutz und Handschuhen ausgestattet. Wichtig ist dies insbesondere bei Fahrten für Dialyse-Patienten, da diese als besonders gefährdet gelten. In den Wagen ist an der Rückwand der Vordersitze eine Trennscheibe aus Plexiglas befestigt. Diese trennt somit die hinteren Sitze von den vorderen. „Der Fahrer sitzt vorne alleine. Der Fahrgast sitzt hinten“, erläutert Reinhard Knobloch. Und in der Regel wird auch immer nur ein einzelner Fahrgast mitgenommen. Nur in Ausnahmefällen werde hinten eine zweite Person mitgekommen, und zwar nur dann, wenn es sich um den Ehepartner oder einen Verwandten des anderen Fahrgastes handelt.

Ähnlich zu schaffen macht die Corona-Krise auch dem Kiersper Unternehmen Fee Taxi. Sie wirke sich „sehr stark auf den Umsatz aus“, berichtet Geschäftsführer Jakob Bart auf Anfrage unserer Zeitung. So ist der Individualverkehr deutlich rückläufig. „Bei den Bezahlfahrten gibt es einen Rückgang von 70 bis 80 Prozent“, sagt Jakob Bart. Auch bei Fee Taxi wurde auf Kurzarbeit umgestellt.

Immerhin: Bei den Dialyse- und Krankenfahrten sei die Nachfrage gleich geblieben. Und mit großen geräumigen Fahrzeugen sowie mit Vorkehrungen wie unter anderem Masken und Desinfektionsmitteln ist natürlich auch für die Einhaltung der Corona-Vorschriften in Sachen Abstand und Hygiene gesorgt.

Keine Betriebspflicht

Hilfreich sei in Corona-Zeiten, wie Reinhard Knobloch im MZ-Gespräch erläutert, dass für Taxiunternehmen die sogenannte Betriebspflicht nicht mehr besteht. Diese bedeutet – vereinfacht ausgedrückt –, dass es ein Fahrzeug geben muss, das rund um die Uhr 24 Stunden in Bereitschaft gehalten wird. Diese Regelung ist aufgrund der Corona-Krise ausgesetzt worden.

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