Entwurf und Realisierung: Günter Wermekes

Red Dot: Trophäe stammt aus Kierspe

Günter Wermekes hat die neue Trophäe des Red Dot Awards entworfen. -  Foto: Becker

Kierspe - Als Günter Wermekes auf die Bühne des Essener Aalto-Theaters trat, war ihm schon ein wenig flau im Magen. 1200 Designer, Chefentwickler und Firmenchefs aus ganz Europa saßen im Publikum und erlebten, wie der aus Kierspe stammende Designer die neue Trophäe des „Red Dot Awards“ vorstellte.

Der 1955 vom Design-Zentrum Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufene Preis hat sich in den Jahren zum wichtigsten Design-Preis des Landes entwickelt und genießt auch international hohes Ansehen. Allein im vergangenen Jahr konnte der Veranstalter 15 000 Anmeldungen aus 70 Ländern verzeichnen. Letztlich mit der neuen Trophäe ausgezeichnet werden aber gerade einmal 300 Preisträger – und das in drei Kategorien: „Product Design“, Communication Design“ und „Design Concept“.

Es waren die guten Kontakte, die Günter Wermekes in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut hatte und sein excellenter Ruf als Designer, die dazu führten, dass er den sichtbarsten Teil des Awards neu designen konnte. Bereits Ende der 1990er Jahre lernten sich der Kiersper und Professor Dr. Peter Zec, Geschäftsführer des Design-Zentrums in Essen und Initiator des Preises, im Rahmen einer Schmuck- und Uhrenausstellung in der Essener Zeche Zollverein, wo heute das Design-Zentrum seinen Sitz hat, kennen. „Als die Anfrage kam, fühlte ich mich sehr geehrt. Doch verbunden war der Auftrag mit einer knappen Zeitvorgabe“, erinnert sich Wermekes. Gerade einmal 14 Tage hatte der Kiersper Zeit, eine Idee zu liefern, um die bisherige Trophäe aus Plexiglas abzulösen. Und danach standen nicht einmal zwei Monate zur Verfügung, um die ersten rund 60 „Pokale“ zu fertigen, die am 1. Juli in Essen vergeben wurden.

Doch auch wenn nur wenige der 1200 Gäste im Aalto-Theater die Trophäe am Ende des Abends in Händen hielten, gesehen haben sie alle. Denn auf Wunsch des Design-Zentrums hat Wermekes auch eine XL-Version fertigen lassen, die auf der Bühne des Theaters seinen Platz fand und in Zukunft im Foyer des Design-Zentrums stehen wird.

Möglich wurde die Umsetzung der 2,30 Meter großen Skulptur mit Hilfe heimischer Firmen. So wurde die Stahlkonstruktion von der Firma Pfitzner aus Kierspe gebaut, für die Lackierung sorgte die Firma Gleser – ebenfalls aus der Volmestadt. Die Plexiglastafel, die geschützt von den Stahlstäben im Inneren der Trophäe das Logo des Awards und den Namen des Preisträgers zeigt, wurde von der Firma Hess aus Lüdenscheid gefertigt.

Die Materialwahl und Farbwahl ist nicht zufällig. Natürlich ist Wermekes für seine Liebe zum Edelstahl bekannt, doch bei diesem Preis schlägt das Material eine Brücke nach Essen – der Heimat des Awards. Denn dort wurde der nichtrostende Stahl vor 101 Jahren von der Firma Krupp erfunden. Und die schwarze Plexiglasscheibe im Inneren soll an die Kohle erinnern, die das Ruhrgebiet groß gemacht und die Eisengewinnung erst ermöglicht hat.

Wermekes selber hat auch eine persönliche Beziehung zu dem Preis – denn mit diesem wurde 1994 eine Uhr ausgezeichnet, die der Kiersper für den Schmuckhersteller Niesing designte. - Johannes Becker

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