Neuer Pastor der FeG Kierspe:

Martin Eichholz möchte etwas bewegen

Freie evangelische Gemeinde Kierspe - neuer Pastor Martin Eichholz
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Sein neuer Arbeitsplatz: Von dieser Stelle im großen Saal des Gemeindehauses der Kiersper FeG wird Pastor Martin Eichholz künftig seine Predigten halten. Er freut sich bereits auf die drei Gottesdienste an Heiligabend und am ersten Weihnachtstag.

Nach 30 Jahren im Süden geht es im wahrsten Sinne des Wortes zurück zu den Wurzeln. Denn Martin Eichholz, der neue Pastor der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) Kierspe, ist zwar vor 60 Jahren in Schwelm geboren und groß geworden, doch seine Vorfahren und Ahnen stammen aus Kierspe und Meinerzhagen.

Kierspe - Das weiß der Theologe aus seinem Stammbaum, der von 1680 bis 1950 reicht. Straßen- und Ortsteilnamen – auch in Lüdenscheid, wo seine Großeltern lebten – seien ebenfalls Beleg dafür, dass die Familie Eichholz aus dem Sauerland stammt und meist „nie weit weggekommen ist“.

Großeltern in der FeG Lüdenscheid

Nach seinem Abitur wollte er eigentlich Musiktherapie studieren. Doch Eichholz war schon als Kind mit Kirche, wie er selber sagt, in Berührung gekommen, durch die Eltern und Großeltern, Letztere gehörten der Freien evangelischen Gemeinde Lüdenscheid an. Natürlich engagierte er sich in der Gemeinde in Schwelm, daher war es auch nicht verwunderlich, dass aus deren Reihen die Frage kam, ob er sich nicht vorstellen könne, Pastor zu werden. Er konnte, denn beim „Christival“, einer Veranstaltung in Essen mit mehr als 10 000 Leuten, gab es die Initialtzündung – für den Beruf aus Berufung. Er ging zum theologischen Seminar, ließ sich in Ewersbach (siehe Info-Kasten) zum Pastor ausbilden. Seine erste Station als Pastor war Bielefeld, danach stand er für rund 30 Jahre an der Spitze von drei Gemeinden im Süden Deutschlands.

Am Anfang habe ich geschluckt.

Martin Eichholz, Pastor der FeG Kierspe

„Am Anfang habe ich erst einmal geschluckt“, erzählt Martin Eichholz, als ihm auf seinen Wechselwunsch Kierspe vorgeschlagen wurde. „Denn die Gemeinden im Süden sind alles recht junge Gemeinden, mit einem Altersschnitt von 42 oder 48 Jahren. Hier in Kierspe liegt er bei 60.“ Vom Arbeitskreis Pastorenwechsel des Bundes freier evangelischer Gemeinden waren aber auch andere Vorschläge, sprich Stellen, gekommen, nachdem sich Eichholz entschlossen und in dem Arbeitskreis verkündet hatte, vor der Pensionierung noch einmal eine Herausforderung anzunehmen und zu wechseln. Er wolle neue Weg gehen, die Gemeinde wieder attraktiver machen und besonders auf junge Menschen zugehen, waren die Argumente pro Kierspe.

„Ich hätte mir was Leichteres suchen können, aber ich möchte etwas bewegen, für Veränderungen sorgen“, betont Pastor Eichholz, dass er sich bewusst für die mittlerweile 120 Jahre alte Gemeinde in Kierspe entschieden habe. Dies ebenfalls vor dem Hintergrund der Frage: Wem würde es auffallen, wenn es die Freie evangelische Gemeinde nicht mehr geben würde?

Mit junger Sprache und junger Musik

Denn für Eichholz hat die Gemeinde auch Verantwortung in der Stadt zu übernehmen, sollte ihre Beiträge in dieser leisten. Daher sollen besonders auch junge Menschen angesprochen, die FeG für sie attraktiver gemacht werden. Das gehe nur mit junger Sprache und mit junger Musik. Dies alles hat wohl auch die Leitung der FeG Kierspe überzeugt. Er kenne zwar durch verschiedene Veranstaltungen des Bundes Freier evangelischer Gemeinden seinen Vorgänger in Kierspe, Siegfried Ochs, und auch Paul-Gerhard Schröder von der Gemeindeleitung. Doch das habe keinerlei Einfluss oder Auswirkungen auf seine Entscheidung gehabt, von Donaueschingen nun nach Kierspe zu wechseln. Andererseits fiel der Abschied von der Gemeinde im Süden nicht leicht: „Da gab es Tränen im Gottesdienst, in dem ich über meinen Wechsel informiert habe, und Betroffenheit!“ Natürlich sei die Gemeindeleitung in Donaueschingen früh darüber informiert gewesen, aber eben nicht die Gemeindemitglieder.

Abschiedstränen im Gottesdienst

Doch derzeit geht es für Martin Eichholz darum, seine neue Gemeinde und deren Mitglieder kennenzulernen. „Eigentlich möchte ich alle Mitglieder besuchen, um sie kennenzulernen, aber das ist in Corona-Zeiten ganz schwierig“, meint der Pastor, „das fühlt sich surreal an“. Daher gibt es eine Reihe von Telefonanrufen, in denen abgestimmt wird, ob ein Besuch möglich ist oder verschoben wird. „Wenn es vorbei ist, werden wir uns sehen“, versteht Eichholz selbstverständlich, wenn Gemeindemitglieder derzeit aufgrund der Corona-Pandemie Bedenken wegen eines Besuchs (auch mit Abstand) haben.

Ich hätte mir was Leichteres suchen können, aber ich möchte etwas bewegen, für Veränderungen sorgen.

Martin Eichholz, Pastor der FeG Kierspe

Zu den Hauptaufgaben zählen für Eichholz nicht nur die klassischen Dinge wie Predigten halten und Sitzungen verschiedener Arten leiten, sondern im Sinne der Seelsorge natürlich auch Hausbesuche. Darüber hinaus wird der neue Pastor der FeG Kierspe nicht nur Kontakt zum Bund Freier evangelischen Gemeinden halten, sondern auch den zu den anderen Kirchengemeinden in der Volmestadt.

Neuer FeG-Pastor

Martin Eichholz wurde 1960 in Schwelm geboren, ging dort zur Schule und machte sein Abitur. Eigentlich wollte er dann Musiktherapie studieren, letztlich ging er aber zum theologischen Seminar in Ewersbach (heute theologische Hochschule) und ließ sich zum Pastor ausbilden. Eichholz ist verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn, beide erwachsen. Seine Stationen als Pastor: Bielefeld, Singen, Ettlingen, Donaueschingen und nun Kierspe.

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