Präludium für Andreas

Schottischer Komponist widmet Kiersper Musiker eine Komposition

Der Kiersper Gitarrist Andreas Koch freut sich, dass ein schottischer Komponist ihm eines seiner Stücke gewidmet hat.
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Der Kiersper Gitarrist Andreas Koch freut sich, dass ein schottischer Komponist ihm eines seiner Stücke gewidmet hat.

Dass Autoren ihre Freunde und Familien in Vorworten erwähnen, ist nichts Ungewöhnliches. Auch Bachelor- und Masterarbeiten werden gerne denjenigen gewidmet, die einen Beitrag zur Entstehung geleistet haben. Doch im Fall von Andreas Koch ist das anders, da gibt es zwar auch eine persönliche Widmung auf einer Innenseite, doch vor allem trägt das Stück den Namen des Kiersper Gitarristen.

Kierspe - „Präludium für Andreas“ hat Conall McKay sein Stück genannt. „Wir haben uns noch nie persönlich getroffen, haben aber über Facebook und Videotelefonate regelmäßig Kontakt“, erzählt Koch. Umso mehr freut es den Kiersper, dass McKay eines seiner Werke für ihn komponiert hat. Öffentlich zu hören war das Werk bislang noch nie. „Erst wenn es die Corona-Pandemie zulässt, wird es eine Uraufführung geben. Diese werde ich dann spielen, so ist es mit dem Komponisten vereinbart. Außerdem haben wir abgesprochen, dass ich das Stück im Studio einspiele und einen Film dazu präsentiere, der später auf Youtube zu finden ist“, so Koch. Die Tonaufnahme ist mittlerweile fertig. Und selbst der musikalisch nicht so erfahrene Zuhörer erkennt, dass sich der Autor des Stückes an Johann Sebastian Bach angelehnt hat. Ist der Zuhörer erfahrener, erkennt er die Nähe zum C-Dur-Präludium aus der Sammlung für „Wohltemperiertes Klavier“ von Bach. Bach ist eine Leidenschaft von McKay, mit der er sich auch schon einen namhaften Preis erspielt hat. Für den Kiersper Andreas Koch ist es auf jeden Fall eine Ehre. „Wenn irgendwann einmal die Pandemie soweit im Griff ist, dass man wieder reisen kann, dann wollen wir uns auch persönlich treffen. Conall McKay hat mir geschrieben, dass er sich gerne einmal meine Sammlung an historischen Altgitarren anschauen möchte. Ich würde ihn auch gerne mal in Schottland besuchen“, sagt Koch. Die Altgitarre ist es, die die beiden zusammengebracht hat. Mit den Jahren hat sich der Kiersper auch international einen Ruf als Meister auf dieser Gitarre erworben. Allerdings hat McKay sein Stück so komponiert, dass es auch auf anderen Gitarren gut klingt – sonst wäre der Nutzerkreis wohl auch zu klein. Doch Koch ist froh über jedes neue Stück, das auf der Altgitarre seinen besonderen Klang entfaltet. Ursprünglich war die Altgitarre gebaut worden, damit vor allem die alte Musik wieder gespielt werden kann. Möglich macht das Instrument dieses, weil es über einen viel größeren Tonumfang verfügt als seine modernen Verwandten. „In den vergangenen Jahren haben sich aber auch wieder mehrere Komponisten der Altgitarre angenommen und Musik für diese Instrumente geschrieben“, freut sich der Kiersper Gitarrist. McKay ist dabei nicht unentdeckt geblieben. Der renommierte schwedische Musikverlag Bergmann hat den Schotten entdeckt und verlegt regelmäßig seine Stücke – unter anderem auch das „Präludium für Andreas“.

Der Komponist Conall McKay

Conall McKay begann sein Gitarrenstudium im Alter von acht Jahren in Buenos Aires, Argentinien. Er setzte seine musikalische Ausbildung in Schottland und dann in der Republik Irland fort, wo er Gitarre bei John Feeley am College of Music (Dublin Institute of Technology) in Dublin studierte. 1988 schloss er sein Studium am Waterford Institute of Technology mit einem B.A.-Abschluss mit Auszeichnung ab und erwarb das Licentiate- und Fellowship-Diplom des Trinity College, London, mit den Schwerpunkten Performance und Komposition unter der Leitung des irischen Komponisten und Dozenten Dr. Eric Sweeney. Er nahm an Meisterkursen unter anderem mit David Russell, Alan Neave, Alice Artz und Raymond Burley teil. 1993 war er der erste Gewinner des George Lowden Cups für das Spielen der Musik von Johann Sebastian Bach. Danach trat er in vielen Veranstaltungsorten in Schottland und Irland auf, darunter das Bank of Ireland Arts Centre, die John McCann Hall, die National Concert Hall in Dublin als Solist und als Mitglied eines Gitarrenduos mit Michael O’Toole und dem Tirando Guitar Quartett. Seit 1997 arbeitet er als Gitarrenlehrer für den Stadtrat von Aberdeen und war von 2005 bis 2016 der musikalische Leiter der North East of Scotland Classical Guitar Society. Er hat viele Werke für klassische Gitarre komponiert.   Quelle: Verlag Bergmann

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