Einsatz für das Seitenradar

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Besonders in dem Teilstück der Thingslindestraße zwischen den Einmündungen der Bachstraße und „An den Kleingärten“ werde viel zu schnell gefahren, beklagen die Anwohner.

Kierspe - „Abends gegen 23 Uhr klingelt es bei mir“, erzählte Wolfgang Patent am Dienstag in der Sitzung des Stadtrats. „Ich habe Ihren Außenspiegel abgefahren“, erzählt dem Anwohner der Thingslindestraße ein. Wie das denn passiert sei, wollte Paten wissen.

„Mein Freund hat den gleichen Wagen und wir wollten mal sehen, welcher schneller ist!“ Immer wieder würden auf der Thingslindestraße, insbesondere zwischen den Einmündungen der Bachstraße und „Zu den Kleingärten“, Rennen gefahren, würden Fahrzeuge überholt und abgedrängt, abgestellte Autos beschädigt und Außenspiegel abgefahren, erläuterte Wolfgang Patent den Ratsmitgliedern die Situation auf dem mittleren Teil der Thingslindestraße.

Bürgermeister Frank Emde hatte die Sitzung des Rats unterbrochen, um Johannes Koch und Wolfgang Patent als Anlieger die Gelegenheit zu geben, ihre Anregung selbst zu erläutern.

Demnach soll die Zahl 30 auf die Fahrbahn aufgebracht werden, außerdem soll es nach Möglichkeit Fahrbahnverengungen und letztlich auch Geschwindigkeitsmessungen geben. Vielen Autofahrern sei offensichtlich nicht bewusst, dass sie sich in einer Tempo-30-Zone befinden, vermuten Koch und Patent.

Die Hinweise darauf seien „sehr mager“. Die Fahrer würden nicht nur – besonders in den frühen Morgenstunden – zu schnell fahren, sondern oft auch die Rechts-vor-links-Regelung missachten. Vermehrt seien es auch Lastwagen, die sich nicht an Tempo 30 halten würden.

„Sie sollten mal erleben, wie selbst die Müllabfuhr hier durchfährt“, betonten Johannes Koch und Wolfgang Patent. „Wir bitten Sie, etwas zu tun, damit die Sicherheit mehr zum Tragen kommt“, lautete die Bitte der beiden Anlieger. Johannes Koch verlas zudem eine von zahlreichen E-Mails, die die beiden erhalten hatten, nachdem sie das Thema aufgegriffen und in ihrer Straße öffentlich gemacht hatten.

Der Verfasser der E-Mail erklärte darin, dass er seit vielen Jahren die Stadt immer wieder darauf aufmerksam gemacht habe, dass auf der Thingslindestraße zu schnell gefahren werde.

„Wir haben das an die zuständigen Stellen weitergegeben“, fügt Bürgermeister Frank Emde hinzu. Und zum Vorschlag von Peter Christian Schröder (FWG), anonyme Tempomessungen zu veranlassen, bemerkte der Verwaltungschef, dass es gängige Praxis sei, erst einmal Daten zu ermitteln, um auch „Futter für die Beratungen zu haben“.

Aus diesem Grund soll das Seitenradar der Stadt auf der Thingslindestraße eingesetzt werden. Der Einsatz des Geräts soll dem Ausschuss für Umwelt und Bauen die Daten liefern, wie viele Fahrzeuge auf der Thingslindestraße zu schnell und letztlich mit welchem Tempo fahren.

Denn die Anregung der Anlieger wurde vom Rat einstimmig an das Fachgremium verwiesen. Deren Mitglieder sollen bei einer der nächsten Sitzungen beraten, ob und welche Maßnahmen ergriffen werden können.

Vielleicht wird dann auch noch einmal die Anregungen von Hermann Reyher (Grüne) aufgegriffen. Man sollte viel mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben, so hatte der Grünen-Politiker gefordert, und immer wieder darauf hinweisen, dass in allgemeinen Wohngebieten (auch ohne besondere Ausweisung) Tempo 30 gelten würde – auch in Kierspe.

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