„Das ist das Schlimmste, das je passiert ist“

+
Erkan Celik (Schatzmeister), Günel Celik (erste Vorsitzende), Bodo Schäfer (Schriftführer) und Iskan Celik (von links) haben den Verein der Jesiden und Christen gegründet. Nun wollen sie Geld sammeln, um den Flüchtlingen aus dem Nordirak zu helfen.

Kierspe - „Die Jesiden haben viele Verfolgungen in ihrer langen Geschichte erleben müssen, aber ich glaube, das ist das Schlimmste, das je passiert ist“, man merkt Iskan Celik die Trauer deutlich an. Doch er möchte, genauso wenig wie seine Kinder, einfach zuschauen.

Von Johannes Becker

So ist es für ihn selbstverständlich, dem Verein beizutreten, der von seinen Kindern Günel, Sercan und Erkan sowie dem Kiersper Rechtsanwalt Bodo Schäfer gegründet wurde. Und auch er wird seinen Urlaub nehmen und die Flugkosten selbst tragen, um in die Region der Türkei zu reisen, in der er einst aufwuchs und in die nun viele jesidische Familien geflüchtet sind, um dort mit dem in Deutschland eingesammelten Geld zu helfen (die MZ berichtete).

„Verein der Jesiden und Christen“ nennt sich der Verein, der in der vergangenen Woche gegründet wurde und dessen Kernaufgabe es werden soll, die Zusammenarbeit zwischen der jesidischen und christlichen Religion zu stärken. Doch bevor man interkulturelle Veranstaltungen ins Leben ruft oder Vorträge über das Jesidentum als eine der ältesten monotheistischen Religionen hält, will man nun erst einmal Geld sammeln, mit dem den Menschen, die vor der Terrororganisation IS in die Türkei geflohen sind, zu helfen.

„Wir werden in zwei Wochen auf eigene Kosten in das Gebiet reisen und dort in örtlichen Supermärkten alles einkaufen, was die Flüchtlinge am Notwendigsten benötigen“, verspricht die Jura-Studentin Günel Celik als erste Vorsitzende des neuen Vereins.

Gerade einmal zehn Mitglieder hat dieser Verein, in dessen Vorstand als zweiter Vorsitzender Sercan Celik aktiv ist und der zweite Bruder von Günel, Erkan Celik, als Schatzmeister fungiert. Die Aufgabe des Schriftführers hat Bodo Schäfer übernommen. Der Kiersper Rechtsanwalt und Notar hat einen Kollegen beauftragt, den Verein eintragen zu lassen. Außerdem soll die Anerkennung der Gemeinnützigkeit beantragt werden, damit den Geldgebern Spendenquittungen ausgestellt werden können.

Auch Moslem bei Gründung dabei

Wie ernst es den Vereinsmitgliedern mit der Verständigung zwischen den Religionen ist, wurde bei der Gründungsversammlung deutlich. Neben den Jesiden und den Christen, die an diesem Tag zusammenkamen, war auch ein Moslem anwesend. Kurdo Homam Ghazi will aber nicht nur seine Religion verkörpern, sondern auch aktiv mitarbeiten – erst einmal als Kassenprüfer.

-  Um in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Spenden zu sammeln, sollen in Kiersper Geschäften Sammeldosen aufgestellt und Informationsbroschüren ausgelegt werden.

- Natürlich ist es auch möglich, das Geld direkt an den Verein zu überweisen. Unter dem Stichwort Flüchtlingshilfe kann es auf das Konto 9016486 bei der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen (BLZ 45851665) eingezahlt werden (IBAN: DE05458516650009016486).

- Eine Kontaktaufnahme zum Verein ist unter 01 59 / 01 55 84 12 oder per E-Mail unter gcelik91@gmail.com möglich. Weitere Infos gibt es im Netz unter: www.facebook.com/ vereinderyezidenundchristen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare