Minister Duin bei Backhaus: „Land kann stolz sein“

Der geschäftsführende Gesellschafter Manfred Gante (Mitte) führte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin durch seinen Betrieb – mit dabei die SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Crone. -  Foto: Becker

KIERSPE - Es war der erste Besuch eines Ministers bei Backhaus. Die Freude darüber war am Donnerstag Geschäftsführung und Mitarbeitern deutlich anzumerken – und wurde von NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) auch wohlwollend zur Kenntnis genommen. Trotz des engen Zeitplans nahm sich der Besucher aus Düsseldorf auch Zeit für Gespräche mit Mitarbeitern des Unternehmens.

„Das Land kann stolz auf solche Unternehmerpersönlichkeiten wie Manfred Gante sein, aber auch auf solche Belegschaften wie sie hier zu finden ist“, lobte Minister Garrelt Duin bei seinem Besuch der Firma Backhaus, der auf Vermittlung der IG Metall und des SPD-Landtagsabgeordneten Gordan Dudas zustande gekommen war. Und es gab noch mehr aufbauende Worte für das Unternehmen – aber auch für den Mittelstand: „Es geht der Landesregierung nicht nur darum, die sieben oder acht Dax-Unternehmen im Land im Blick zu haben, sondern vor allem um den Mittelstand, der seinen Erfolg in echter Partnerschaft sucht und auch findet.“ Dabei sei der kritische Blick der Gewerkschaften als Sozialpartner kein Hemmschuh sondern eine Chance.

Da war er gar nicht so weit von der Position entfernt, die der geschäftsführende Gesellschafter der Firma Kunststofftechnik Backhaus Manfred Gante zu erkennen gab, der sich bei den Vertretern der IG Metall und Dudas für die Terminvermittlung bedankte. Gante nutzte die knapp bemessene Zeit, um – unterstützt von Mitarbeitern – sein Unternehmen kurz vorzustellen: „Wir nehmen das Signal, dass Ihnen auch die Kleinen wichtig sind, gerne zur Kenntnis. Aber sie finden heute nicht nur Freude bei der Geschäftsführung vor, sondern auch bei der motivierten Mannschaft, ohne die wir den Weg der vergangenen Jahre nicht hätten gehen können.“

Damit sprach er die Herauslösung des Kiersper Unternehmens aus dem amerikanischen Konzern vor 15 Monaten an. Dass er diese Entscheidung zu Recht getroffen hatte, zeigen die Zahlen des Unternehmens. So wird wohl das Umsatzziel von 21,7 Millionen Euro in diesem jahr von den 160 Mitarbeitern erreicht. Doch damit will sich Gante nicht zufrieden geben, im kommenden Jahr sollen 30 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet werden – dann allerdings von 200 Mitarbeitern. Außerdem ist eine Betriebserweiterung um 5000 Quadratmeter am Standort geplant.

Doch nur die Zahlen zu hören, reichte Duin nicht, er wollte sich selbst von dem Unternehmen ein Bild machen und nahm die Einladung zu einem Rundgang gerne an. In den Produktionsräumen schenkte er aber nicht nur dem Geschäftsführer ein offenes Ohr, sondern auch den Mitarbeitern, von denen er sich einige Arbeitsabläufe im Detail erklären ließ.

Nach einem Überziehen des knapp gesetzten Zeitrahmens ging es dann weiter in die Nachbarstadt Meinerzhagen, wo sich im Ratssaal die, ebenfalls von Gordan Dudas initiierte, Veranstaltung „Champions ohne Spitzenspieler? Perspektiven für Südwestfalen als NRW-Industriestandort Nummer eins“ anschloss. Der Landtagsabgeordnete konnte sich jedenfalls nach dem Besuch in Kierspe sicher sein, das richtige Unternehmen ausgesucht zu haben. Denn gleich zu Beginn der Veranstaltung in Kierspe hatte Dudas gesagt, dass es bei der Ministerreise nicht um Besuche von Weltmarktführern gehe, sondern um Unternehmen, die sich auf andere Weise hervorgetan hätten. „Bei Backhaus ist es der Mut von Manfred Gante, der das Traditionsunternehmen vor der Pleite im Konzern bewahrt hat.“- Johannes Becker

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