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Aus Hochzeitswäldchen wird ein Wald

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Von: Rainer Crummenerl

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Kiersper Heiratswäldchen wird langsam zum Wald
Mit sichtlicher Freude waren fünf Kiersper Hochzeitspaare bei der Sache, als es um das Pflanzen des „eigenen“ Baumes im Kiersper Heiratswäldchen ging, zumal nämlich Silvia Baukloh und Hermann Reyher vom Heimatverein manch fachkundigen Tipp bereit hatten. © Crummenerl, Rainer

Am Samstagmorgen fand einmal mehr auf einer dafür eigens reservierten und im städtischen Besitz befindlichen Wiesenfläche im Quellgebiet des Kerspebaches die alljährlich angesagte Baumpflanzaktion im Heiratswäldchen statt.

Kierspe - Einer beliebten Tradition entsprechend, hatte der Heimatverein in Verbindung mit der Stadtverwaltung im Vorfeld alle Brautpaare, die sich im vergangenen oder in diesem Jahr im hiesigen Standesamt das Ja-Wort gegeben haben und auch solche, deren Hochzeitstag bereits 25 oder gar 50 Jahre zurückliegt, zum Pflanzen eines Baumes eingeladen. Diesmal waren fünf Hochzeitspaare der Einladung gefolgt. Sie freuten sich über sachkundige Begleitung durch Silvia Baukloh, die Vorsitzende des Heimatvereins, und durch den Pflanzbeauftragten Hermann Reyher. Mit der vor mehr als einem Vierteljahrhundert ins Leben gerufenen Baumpflanzaktion – die ersten Bäume im Heiratswäldchen wurden bereits im Jahre 1987 dem Erdreich anvertraut – hatte der Heimatverein seinerzeit auf einen Brauch aus alter Zeit zurückgegriffen.

Denn das Pflanzen eines Baumes gehörte einst zu den wichtigen Aufgaben, die ein Mann zu Beginn seines Ehelebens zu erfüllen hatte. Seit Anfang 1987 sind so in diesem Bereich insgesamt mehr als 220 für das heimische Klima geeignete Laubbäume gesetzt worden, vornehmlich Eichen, Buchen, Eschen, Erlen, Ulmen, Kastanien und auch Wildobstgehölze. Sie alle „bedanken“ sich mit zügigem Wachstum, wenn ihre Baumpaten hin und wieder nach dem Rechten sehen und besonders in extrem trockenen Sommern mit einer Wassergabe aus dem nahen Bach zum Gelingen beitragen.

Kiersper Heiratswäldchen wird langsam zum Wald
Zum Erinnerungsfoto an die gemeinsame Baumpflanzaktion stellten sich die Beteiligten dem MZ-Fotografen. © Crummenerl, Rainer

In dem inzwischen rund drei Hektar großen Heiratswäldchen ist seitdem auf diese Weise – lange Zeit unter liebevoller Obhut des leider vor einigen Jahren verstorbenen Naturfreunds Willi Hoffmann – fast ein richtiger Wald und zudem eine kleine ökologische Oase entstanden für allerlei Tierarten. Mittlerweile ist das Gelände allerdings weitestgehend bepflanzt, sodass man bereits seit geraumer Zeit mit neuen Pflanzaktionen auf die Nachbarparzelle, den sogenannten Bleichenplatz, ausweichen musste. Diesmal hatten sich die Hochzeiter für jeweils eine Blutbuche und eine Wildkirsche sowie insgesamt drei Bergahorn-Bäume entschieden. Zurzeit nicht mehr infrage kommen indes Ulme und auch die Kastanie, die oft dem Schädlingsbefall ausgesetzt sind.

Schon jetzt gilt als beschlossene Sache, dass die Pflanzaktionen im Heiratswäldchen auch im kommenden Frühjahr fortgesetzt werden. Entsprechende Infos für Paare gibt es beim Heimatverein und beim Standesamt, die auch schon zum jetzigen Zeitpunkt Anmeldungen für die nächste Baumpflanzaktion im April kommenden Jahres entgegennehmen.

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