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„Das hat keiner erwartet“: Grundversorgung beim Gas günstiger als alle anderen Tarife

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Von: Detlef Ruthmann

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Grundversorgung der Stadtwerke Kierspe der günstigste Tarif
Das Gas der Stadtwerke Kierspe GmbH ist so günstig wie fast nirgendwo. Derzeit steht damit im Vergleich Kierspe ganz oben auf der Liste der günstigsten Anbieter. © Symobolfoto: Göran Isleib

„Kein Bürger in Kierspe wird ohne Gas bleiben“, macht Christian Lombardi, Prokurist und Mitglied der Geschäftsführung der Stadtwerke Kierspe deutlich, dass die Grundversorgung weiterhin sichergestellt ist.

Kierspe - Ebenso sicher ist, dass der Grundversorgungstarif der Stadtwerke seit wenigen Wochen günstiger ist, als alle anderen – zumindest weist ein Internetvergleichsportal dies aus. „Das hat keiner erwartet“, betont Lombardi. Neben dem Tarif Grundversorgung (Kierspe Klassik) haben die Stadtwerke normalerweise auch vier Sondertarifen, welche sie ihren Kunden anbieten können. „Wir müssen uns erst auf die Situation einstellen“, erklärt Lombardi, dass derzeit die Kalkulation der Sondertarife laufe. „Deshalb sind diese derzeit auch nicht auf unserer Homepage zu finden.“

Kein Bürger in Kierspe wird ohne Gas bleiben.

Christian Lombardi, Prokurist und Mitglied der Geschäftsführung der Stadtwerke Kierspe

Grund für diese Situation – „Die es noch nie gab!“ – seien die explodierenden Preise auf dem Gasbeschaffungsmarkt. Daher ist der Grundversorgungsversorgungstarif der Kiersper Stadtwerke deutlich tiefer als alle anderen Angebote, die Vergleichsportale auflisten. Immerhin sind es mehr als 50 Anbieter, die aufgelistet werden, wenn man Kierspe oder deren Postleitzahl eingibt.

Bei einem jährlichen Verbrauch von 18 000 Kilowattstunden (kWh) Gas vorausgesetzt, gibt es nur einen Anbieter, der unter 2000 Euro im Jahr bleibt (1820,16 Euro), alle anderen liegen über 2000 Euro, der teuerste gar bei 4447,68 Euro im Jahr. In diesem Fall bleiben Angaben wie Preisfixierung, Boni, CO2-Steuer für 2022 und ähnliches unberücksichtigt. Kunden der Stadtwerke Kierspe zahlen in der Grundversorgung derzeit 1422,24 Euro im Jahr – bei einem Grundpreis von 128,52 Euro und einem Arbeitspreis von 7,19 Cent pro Kilowattstunde und einem Jahresverbrauch von 18 000 kWh Gas.

„Explodierende Preise“

Doch die „explodierenden Preis“ gehen natürlich auch an den Stadtwerken nicht spurlos vorüber: Zum Jahreswechsel müssen die Gaspreise angehoben werden und zwar um durchschnittlich 1,4 Cent. „Hintergrund ist einerseits die angespannte Situation an den internationalen Energiebeschaffungsmärkten“, heißt es von den Stadtwerken, „Zusätzlicher Preistreiber ist andererseits die politisch gewollte Erhöhung des CO2-Preises vom 1. Januar 2022 an“. Die Stadtwerke-Kunden sollen in den kommenden Tagen schriftlich informiert werden.

Der Arbeitspreis im Grundversorgungstarif steigt auf 8,59 Cent/kWh. Bei genannten Jahresverbrauch von 18 000 kWh würde dies eine jährliche Mehrbelastung von 252 Euro (21 im Monat) bedeuten. Mit rund 1674 Euro/Jahr ist der Grundversorgungstarif der Stadtwerke immer noch deutlich günstiger als (derzeit) alle anderen.

Auch Sondertarife steigen um etwa 1,4 Cent

Wie Christian Lombardi weiter erläutert, wird die Preisanpassung auch bei den Sondertarifen wie „Kierspe clever“ oder „Kierspe Natur“ durchschnittlich bei 1,4 Cent brutto je Kilowattstunde liegen. „Wir stehen dank unserer langfristigen Gas-Beschaffungsstrategie recht gut da“, erklärte der Prokurist und verweist auf Preisanhebungen bis zu 47 Prozent bei anderen Versorgern hin. Denn die Stadtwerke beschafften regelmäßig große Energiemengen weit im Voraus, so habe man sich mit Gas für das Jahr 2022 und teils schon für 2023 eingedeckt.

Da regelmäßig kleine bis mittelgroße Mengen Gas eingekauft werden, könne man die täglichen Preisschwankungen an den Rohstoffmärkten auf lange Sicht ausgleichen. „Die letzte noch zu beschaffende Restmenge war zwar vergleichsweise teuer, fließt aber nur noch zu einem geringen Teil in die Gesamtkalkulation der Stadtwerke ein“, verdeutlicht Lombardi. Sie wirke sich nur zu einem Teil auf den Endpreis aus.

Den Kiersper Stadtwerken steht also eine bestimmte Gasmenge zur Verfügung, die sich am Verbrauch der Bestandskunden und vielen anderen Faktoren orientiert. Wenn nun allerdings viele Neukunden hinzukämen, würde die zur Verfügung stehende Menge an Gas nicht mehr ausreichen – man müsste Gas nachkaufen, möglicherweise dann zu hohen Preisen.

Beschaffungspreis stieg von 20 auf 87 Euro

Die Entwicklung in diesem Jahr: Musste Anfang dieses Jahres für eine Megawattstunde Gas 20 Euro auf dem Beschaffungsmarkt gezahlt werden, so waren es Anfang Oktober 87 Euro. Derzeit ist der Preis für die Megawattstunde zwar auf 48 Euro gefallen, doch das ist immer noch mehr als das Doppelte als zum Jahresbeginn. Bedeutet, dass mit Neukunden, wenn es viele sind, auf jeden Fall gesprochen wird. „Wir finden eine Lösung“, ist sich Christian Lombardi sicher.

Es könne dann natürlich sein, dass die Neukunden mehr bezahlen müssten. Ebenso kann es sein, dass bei anhaltendem hohen Preisniveau auf dem Gasbeschaffungsmarkt im kommenden Jahr durchaus weitere Preisanpassungen notwendig sein werden. Dies lasse sich derzeit aber nur schwer einschätzen, weil es von vielen Faktoren abhängt.

Gas: Stadtwerke-Infos

Fragen zu den Tarifen, zu Preisen, Rechnungslegung und Abschlagszahlungen beantworten die Stadtwerke Kierspe jederzeit telefonisch (0 23 59/2 96 80), persönlich oder per E-Mail (info@stadtwerke-kierspe.de).

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