Daniel Waniek übernimmt Laden und hat viele Pläne mit dem Geschäft

In der Stimmungskiste geht die Post ab

Regina Marcus gibt den Laden, der ihren Namen trägt, an Daniel Waniek ab, der ihn dann als Stimmungskiste weiterbetreiben will.
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Regina Marcus gibt den Laden, der ihren Namen trägt, an Daniel Waniek ab, der ihn dann als Stimmungskiste weiterbetreiben will.

„In der Stimmungskiste geht die Post ab.“ Mit diesem Spruch  will Daniel Waniek nicht nur werben, er möchte ihn auch mit Leben füllen. Für die Rönsahler eine gute Nachricht, ist doch damit klar, dass  die Postfiliale in ihrem Ort weiterbetrieben wird – auch das Angebot,  Getränke vor Ort zu kaufen, bleibt bestehen und wird ausgebaut. Und für  die bisherige Inhaberin Regina Marcus erfüllt sich der Wunsch, in den Ruhestand gehen zu können – wenngleich sie auch noch einige Zeit regelmäßig in dem neuen Laden arbeiten möchte.

Rönsahl - 90 Jahre ist es her, dass in dem alten Mühlengebäude ein kleiner Laden  entstand, in dem man damals schon Postwertzeichen erwerben konnte – und  das, obwohl von einer Schließung der Postfiliale noch gar keine Rede 
war. Die letzte eigenständige Poststelle befand sich gleich neben dem  Laden und wurde 1997 dichtgemacht. Nach wenigen Monaten eröffnete dann  Regina Marcus die Postagentur – eine der ersten im ganzen Land.

Die Post soll auch für den neuen Betreiber ein Anziehungspunkt für die Rönsahler bleiben. Drumherum soll sich aber vieles ändern. Waniek stammt aus Kürten und hat in den vergangenen Jahren für einen Spezialhandel in Hagen Oldtimerersatzteile verkauft. Nun will er sich selbstständig machen, in dem Ort, in dem er seit vier Jahren mit seiner Frau lebt – seit etwas über einer Woche sind sie zu dritt und Waniek Vater einer Tochter.

„Meine Mutter hat ein Schuhgeschäft betrieben und meine Schwester besitzt eine Werbeagentur. Für mich war auch schon lange klar, dass ich mich selbstständig machen wollte“, erzählt er.In seinem neuen Laden, der dann „Stimmungskiste“ heißen soll, geht es 
anfangs so weiter wie bisher, mit Getränken und der Post. Waniek: „Ich biete dann aber auch einen Lieferservice an. Ich denke, dass es viele Menschen schätzen, wenn man ihnen die Getränke bringt.“ Auch will er die Versorgung von Veranstaltungen von seiner Vorgängerin übernehmen. Gerade bei Feiern in der nahen Historischen Brennerei war dieser Service immer sehr gefragt. Der Neue will dieses Angebot aber erweitern, mit einem Mietservice. Dort sollen die Kunden dann unter 
anderem eine sogenannte Bulli-Bar oder auch eine Vespa-Bar mieten können. „Werden diese dann nicht gebraucht, stehen sie als Dekoration in meinem Laden“, erzählt er.

Darüber hinaus will er in der „Stimmungskiste“ Stimmungskisten anbieten. Darin enthalten sollen dann regionale Besonderheiten, Lieblingsstücke genannt, aus dem Sauerland und dem Bergischen sein. „Es soll dann auch Kisten für verschiedene Anlässe als Geschenk geben, aber auch eine Kiste gegen Liebeskummer, die man sich selbst schenken kann“, verspricht er. In einer solchen Kiste darf natürlich ein Rotwein nicht fehlen, diesen möchte er, genau wie Liköre und Schnäpse, von Anbietern beziehen, die 
nicht in jedem Laden zu finden sind. „Dazu soll es dann auch einen kleinen Online-Handel geben, damit auch Sauerländer, die weggezogen sind, ihrer Heimat kulinarisch treu bleiben können“, erklärt Waniek seine Pläne.

Damit die Kunden dann nicht die Katze im Sack oder besser, die unbekannte Flasche in der Kiste kaufen, will der Jungunternehmer Bier- und Weintastings in seinem Laden veranstalten – wenn das wieder erlaubt ist. Der Raum, in dem diese Verkostungen dann stattfinden sollen, schließt sich gleich an den Verkaufsraum an – die entsprechenden sanitären Anlagen wurden bereits eingebaut.

Die Verbindung des Hauses zu seiner Geschichte will er pflegen. So sollen die Bilder, die das alte Mühlengebäude zeigen, erhalten bleiben und einen besonderen Platz im Laden bekommen.

Unterstützt wird Daniel Waniek bei seinem Wirken an neuer Stelle von Regina Marcus. Das hat zum einen handfeste Gründe, weil der Laden zwar bereits am 1. April an den neuen Inhaber übergeht, die Postagentur aber erst am 15. des kommenden Monats. Zum anderen möchte Marcus den Neuen in den ersten Monaten noch unterstützen und arbeitet deshalb stundenweise 
noch mit.

Regina Marcus und ihr Laden

Regina Marcus stammt aus dem Siegerland. Nachdem sie dort ihren Mann  Karl-Friedrich kennengelernt hatte, zog sie Anfang der 1980er-Jahre mit  ihm nach Rönsahl. Karl-Friedrich Marcus bereitete sich damals gerade  darauf vor, das elterliche Geschäft zu übernehmen und verwirklichte  diese Idee dann mit seiner Frau. Später wechselte er in verantwortlicher  Position in einen anderen Supermarkt im Oberbergischen und Regina Marcus  führte das Geschäft, angepasst an die Kundenwünsche, als Getränke- und  Schreibwarenladen weiter – später kamen dann noch die Post und die  Lotto-Annahmestelle dazu. Mittlerweile wohnt das Ehepaar Marcus in einem  neuen Eigenheim und hat das Haus samt Geschäft an einen Rönsahler  verkauft, der es nun an Daniel Waniek vermietet. Angst, Langeweile zu bekommen, hat Regina Marcus nicht, dafür engagiert sie sich an zu vielen Stellen in Rönsahl. Sie ist im Brennereiverein, dem Presbyterium, beim Bodendenkmalamt, im Pulvermuseum und im Arbeitskreis Heimatkunde aktiv. Im Letztgenannten hat sie auch Daniel Waniek kennengelernt, der nun ihr Geschäft übernimmt.

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