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Damit der Kamin nicht brennt: Kiersper Wehr gibt wichtige Tipps

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Von: Johannes Becker

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Damit es nicht so endet: Im April musste die Kiersper Feuerwehr zu einem Kaminbrand in den Ortsteil Hemmecke ausrücken.
Damit es nicht so endet: Im April musste die Kiersper Feuerwehr zu einem Kaminbrand in den Ortsteil Hemmecke ausrücken. © Markus Klümper

 In der kalten Jahreszeit nimmt die Zahl der sogenannten Kaminbrände zu. „Viele Bürger haben ihr Haus in den vergangenen Jahren wieder verstärkt mit Kaminöfen mit Holzverbrennung ausgestattet. Der Schornstein ist nun aber einer verstärkten Rußbildung ausgesetzt“, sagt Christian Schwanke von der Kiersper Feuerwehr, für die es jetzt an der Zeit ist, über Entstehung, Gefahren und Vorbeugung zu informieren.

Kierspe - Die wichtigsten Fragen in der Übersicht:

Wie entsteht ein Kaminbrand?

Beim Verbrennen von festen Stoffen entsteht Ruß. Dieser lagert sich nach und nach an den Kamininnenwänden ab. Dieser sogenannte Glanzruß muss regelmäßig durch einen Schornsteinfeger entfernt werden. Werden die Ablagerungen nicht entfernt, können sich diese entzünden.

Bei circa 500 bis 600 Grad Celsius zieht erst einmal nur starker Rauch aus dem Kamin. Dann lässt der Rauch langsam nach und die Brandphase beginnt. Flammen schlagen aus dem Kamin. Die Temperatur steigt auf 1000 bis 1300 Grad. Jetzt beginnt der gefährlichste Moment. Durch die große Hitze beginnt der Ruß aufzuquellen. Dabei kann das Volumen auf das Siebenfache ansteigen. Der Querschnitt des Kamins wird immer kleiner. Die Folge: Die Hitze und der Rauch können nicht mehr nach oben entweichen und verteilen sich deshalb sehr schnell im Gebäude. Größere Schäden sind oft nicht zu vermeiden.

Wie erkennt man einen Kaminbrand?

Lange Flammen schlagen aus dem Kamin und aus der Kaminmündung kommen dichte, schwarz-gelbe Rauchwolken. Es kommt zu starken Flammen-, Funken- und Glutbildung im Kamin und einer hohen Außentemperatur. Solche Anzeichen werden oft durch die Hausbewohner selbst gar nicht bemerkt. Häufig sind es Nachbarn oder Passanten, welche die Feuerwehr rufen.

Was ist die Gefahr bei einem Kaminbrand?

Wärmestrahlung und Funkenflug können auch den Wohnraum in Brand setzen. Durch die Ausdehnung des Rauchs und die starke Temperaturentwicklung kann es zu Rissbildung kommen – weiten sich diese Risse aus, kann der Schornstein sogar einstürzen.

Wie kann ich einem Kaminbrand vorbeugen?

Man sollte seinen Kamin regelmäßig durch den zuständigen Schornsteinfeger überprüfen lassen und nur die zugelassenen Brennstoffe (trockenes Holz, Koks, Steinkohle oder Braunkohlebriketts) verwenden. Niemals sollten Holz, das mit Imprägnierungsmitteln behandelt ist, Kunststoffe, Verpackungsmaterial oder andere Abfälle verfeuert werden.

Was ist zu tun, wenn es zu einem Kaminbrand gekommen ist?

Niemals Wasser zum Löschen benutzen! Durch das Wasser wird der Dampfdruck im Kamin so groß, dass der Kamin auseinanderplatzen kann. Bei Brandtemperaturen im Kamin von 1000 bis 1300 Grad werden aus einem Liter Löschwasser circa 1700 Liter Wasserdampf. Die Schäden wären dann sehr groß. Stattdessen sofort die Feuerwehr über die 112 alarmieren. Sie wird in der Regel den zuständigen Schornsteinfeger verständigen. Auch die Feuerwehr wird einen Kaminbrand nicht löschen, sie kann aber dennoch einiges tun und kontrollieren. Hierzu kann auch eine Wärmebildkamera der Feuerwehr zum Einsatz kommen. Damit kann man die Hitzeverteilung im Mauerwerk sehr gut beurteilen. Damit der Kamin durch den aufquellenden Ruß nicht verstopft, wird der Schornsteinfeger den Kamin auskehren und den brennenden Ruß aus der untersten Kaminklappe entfernen.

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