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Neues Grabfeld: Platz für 108 Urnen

Friedhof Kierspe Büscherweg - Urnen Grabfeld - Kapelle
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Vielen Besuchern des Friedhofs am Büscherweg ist es schon aufgefallen, das neue Urnengrabfeld, in dessen Mitte eine Trauerweide gepflanzt wurde. Das Feld selbst hat 54 Erdröhren und kann 108 Urnen aufnehmen. Es ist bis auf den letzten Pflasterring, der erst in zwei Jahren erstellt werden kann, fast fertig.

Bereits vor zwei Jahren sollte das Dach der großen Friedhofskapelle am Büscherweg erneuert werden. Doch die Maßnahme musste aufgrund der Kostenhöhe erst einmal zurückgestellt werden.

Kierspe - Denn die ursprünglich für alle baulichen Unterhaltungsmaßnahmen veranschlagten 75 000 Euro reichten nicht aus, benötigt werden rund 130 000 Euro. Die Mittel wurden im vergangenen Jahr im Etat bereitgestellt, doch bevor die Dachdecker der mehr als 60 Jahre alten Friedhofskapelle aufs Dach rücken konnten, kam Corona in die Quere – aus diesem und anderen Gründen musste die geplante Dacherneuerung noch einmal verschoben werden. Mittlerweile ist aber damit begonnen worden, das Dach der großen Friedhofskapelle zu erneuern. Die alten Schieferplatten, so hätte sich gezeigt, verfügten über einen hohen Kalkanteil. Sie seien dadurch nicht nur hellgrau, sondern im Laufe der Jahre auch mürbe geworden. Sie werden nun durch nicht gewellte Dachpfannen ersetzt, erklärt Klaus Müller, im Rathaus verantwortlich für die Friedhofsverwaltung.

Ebenso sollen die Giebel des eingerüsteten Gebäudes gestrichen werden. Die weiteren Verschönerungen und Renovierungsarbeiten, so erklärt Klaus Müller, werden voraussichtlich im kommenden Jahr in Angriff genommen. Insbesondere in der großen Friedhofskapelle werden neue Fenster in der Trauerhalle und neue Türen benötigt. Ebenso sind weitere Malerarbeiten durchzuführen – entsprechende Mittel sollen im Etat für das Jahr 2022 bereitgestellt werden.

Auffällig sind jedoch nicht nur die derzeit laufenden Dachdeckerarbeiten an der Friedhofskapelle, sondern auch auf dem Friedhof selbst das neue Urnengrabfeld mit einer Trauerweide in der Mitte und Pflasterungen drumherum. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Friedhof wie auch die der Verwaltung waren sich im Vorfeld einig, dass der Bau von Urnenwandanlagen schon allein aus optischen Gründen nicht unendlich weitergeführt werden könne. Voraussichtlich noch in diesem Jahr, so fügt Klaus Müller hinzu, soll ein würfelförmiges und mehr rustikal gestaltetes Kolumbarium nahe der kleinen Friedhofskapelle errichtet werden – es soll die letzte oberirdische Anlage sein.

Insbesondere die Corona-Pandemie hat der Erneuerung des Daches der großen Friedhofskapelle im vergangenen Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch jetzt sind die Dachdecker der Kapelle aufs Dach gerückt.

Aus diesem Grund und ebenso wegen der steigenden Nachfrage nach pflegefreien Grabstellen wurde nun zum ersten Mal auf ein neues System zurückgegriffen: In dem ersten nahezu fertiggestellten Urnengrabfeld auf dem Friedhof am Büscherweg werden beziehungsweise wurden dafür Löcher – 54 an der Zahl – im Boden eingelassen, die eine oder zwei Urnen aufnehmen können. Diese Löcher sind wieder mit lockerem Boden verfüllt worden, können aber schnell für die Beisetzung einer Urne geöffnet werden. „Ich habe schon eine Beisetzung in Warteschleife“, verdeutlicht Müller, dass der Bedarf an solchen Gräber groß ist.

Denn es handelt sich um pflegefreie Grabstellen: Das heißt, das Urnengrabfeld wird nicht nur komplett hergestellt, sondern auch gärtnerisch gestaltet und von beziehungsweise im Auftrag der Friedhofsverwaltung gepflegt. Die Aufgabe werde man wohl an einen Gärtnerbetrieb vergeben, da die beiden Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung mit der Pflege der anderen Flächen mehr als ausgelastet seien. Letztlich ist dies auch der Grund, warum die Kosten für solch eine Grabstelle noch nicht feststehen. Die für die Pflege müssten noch erst genau ermittelt und auf 20 Jahre hochgerechnet werden.

Letzter Pflasterring in zwei Jahren

Ursprünglich sollte die Einrichtung des Urnengrabfelds ebenfalls im vergangenen Jahr vorgenommen werden, doch die Corona-Pandemie macht diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. In den vergangenen Wochen ist dies aber nachgeholt worden, sodass nun bald die erste von maximal 108 Urnen – es gibt, wie gesagt, 54 solcher Erdröhren – beigesetzt werden kann. Unabhängig davon kann das Grabfeld in Kürze für Beisetzungen genutzt werden. Ein weiterer geplanter Ring um die Trauerweide kann erst in zwei Jahren gepflastert werden, wenn ein paar Gräber, die jetzt noch in die dafür notwendigen Flächen hineinragen, ausgelaufen sind.

Im Übrigen ist man dabei auch einer Empfehlung der Steinmetze gefolgt: Es wird in diesem Graburnenfeld nur tiefschwarze Platten geben – die, wie die Pflege, gestellt werden. Auf diesen etwa 40 mal 40 Zentimeter großen Platten können Name und entsprechende Daten in heller Schrift graviert werden. Bei anderen beispielsweise gesprenkelten grauen oder beige-braunen Platten – das hatte sich auch an den Kolumbarien gezeigt – könnten Buchstaben oder Ziffern zu Einschlüssen führen, hatten Steinmetze angeführt, und „das sieht dann aus wie ein Klecks“. Die schwarzen Platten ließen sich viel besser beschriften.

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